19. Februar 2019, 22:17 Uhr

Frankfurt ist gewarnt

19. Februar 2019, 22:17 Uhr
Ante Rebic (l.) ist Donezk-Akteur Viktor Kovalenko entwischt, das wünschen sich die SGE-Fans auch für das Rückspiel. (F.: dpa)

Eintracht Frankfurt


Bevor die Frankfurter Fußballer morgen auf die hell ausgeleuchtete internationale Bühne treten und zum zweiten Mal binnen einer Woche die Kräfte mit den besten Vereinsspielern aus der Ukraine messen, treffen die hohen Herren beider Klubs auf anderem Terrain zusammen. Es ist guter Brauch, die Delegation des Europapokal-Gegners zu einem festlichen Mahl einzuladen, die Eintracht hält stets direkt am Main Hof, in der altehrwürdigen Gerbermühle bewirtet und umgarnt sie ihre Gäste. Natürlich wurde die Frankfurter Entourage vor dem Hinspiel in Charkiw von den Donezk-Verantwortlichen ebenfalls zu einem Bankett gebeten, es war, so hört man, ein netter, unterhaltsamer Abend, der aber, wie Vorstand Axel Hellmann erzählt, über freundliches Abtasten auf Smalltalkniveau hinausging. Die Gastgeber präsentierten sich, wie auf dem Feld, sehr offensivstark.

Die Schachtjor-Funktionäre, berichtet Hellmann, hätten den Eintracht-Vertretern zu verstehen gegeben, dass man den hessischen Verein und seine Mannschaft sehr schätze, aber es schade sei, dass die Eintracht ausgerechnet Donezk zugelost bekam. »Sie haben uns deutlich gemacht, dass sie die Europa League gewinnen wollen und sich auch für die beste Mannschaft des Wettbewerbs halten«, bekundet der 47-Jährige und gibt die Worte der Bosse wieder: »Pech für Euch, dass ihr auf uns getroffen seid, Ihr seid ein toller Teilnehmer.« Da haben die Gäste aus Deutschland verdutzt geschaut. »Wir saßen da und dachten: Meine Herren, die haben aber Selbstvertrauen.«

Wer sich brasilianische Topakteure wie Marlos, Ismaily oder Kapitän Taison leisten kann, der hat offenbar große Ambitionen und auch das nötige Kleingeld. Starspieler Taison wird der Winter in der Ukraine mit 6,5 Millionen Euro versüßt. Die Rede ist hier von einem Nettoverdienst.

Eines aber fürchten die Gäste aus Donezk, das ist die prickelnde Atmosphäre in der Arena im Stadtwald. »Sie haben Riesenrespekt vor unserem Hexenkessel«, sagt Hellmann. Die Europapokal-Bilanz der Eintracht zu Hause kann sich sehen lassen, das Stadion ist eine Festung. In den letzten neun Partien blieb sie ungeschlagen, konnte sieben davon gewinnen, keine Punkte gab es letztmals im Oktober 2016 beim 1:2 gegen Palermo. Lange her.

Bei einer Niederlage am Donnerstag (18.55 Uhr/RTL Nitro) im Rückspiel gegen Donezk wären die Frankfurter raus aus dem Wettbewerb, der ihnen so viel bedeutet. Das 2:2 von vor acht Tagen ist ein gefährliches Ergebnis, an der Ausgangsposition hat sich nicht viel verändert, die Chancen werden allgemein als fifty-fifty eingeschätzt. Für die Eintracht ist die Partie eminent wichtig, sie will mit aller Macht ins Achtelfinale, das schon am Freitag ausgelost und am 7./14. März ausgespielt wird. Die zusätzliche Belastung würde das Team gern auf sich nehmen. »Wir haben Hunger auf mehr«, sagt Hellmann: »Europa ist in der DNA von Eintracht Frankfurt.«

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