18. Juli 2017, 22:40 Uhr

Fußball

FIFA-Vize Villar Llona wegen Korruption festgesetzt

18. Juli 2017, 22:40 Uhr
Villar Llona

Nach dem Zugriff der spanischen Polizei droht dem nächsten FIFA-Strippenzieher der Untergang im Sumpf der Korruption. Ángel María Villar Llona, Vizepräsident des Weltverbands und der Europäischen Fußball-Union UEFA sowie Chef von Spaniens Nationalverband RFEF, ist am Dienstag von der Guardia Civil vorläufig festgenommen worden. Auch sein Sohn Gorka, früher Generalsekretär des südamerikanischen Verbandes Conmebol, und weitere Verdächtige kamen zunächst in Haft, wie die Polizei mitteilte. Der Vorwurf: Villar Llona soll unter anderem Gelder des Verbandes verwendet haben, um sich Vorteile zu sichern. Gegen ihn werde unter anderem wegen Korruption, Fälschung und Unterschlagung ermittelt, hieß es.

Villar Llona ist ein Fußball-Boss alten Schlages, der schon länger im Zwielicht stand. Im November 2015 wurde er von der Ethik-Kommission der FIFA verwarnt und mit einer Geldstrafe belegt, weil er den damaligen FIFA-Ermittlern um Michael Garcia zunächst keine Aussage zur umstrittenen Vergabe der WM 2018 und 2022 an Russland und Katar lieferte.

Ermittlungen seit Anfang 2016

Doch anders als seine Weggefährten Joseph Blatter und Michel Platini, die ihre Spitzenämter bei FIFA und UEFA wegen anrüchiger Millionenzahlungen längst räumen mussten, hielt sich der 67-Jährige bislang auf seinen Posten. Seit 19 Jahren sitzt er in der FIFA-Regierung, die inzwischen als Rat firmiert, und schon seit 1992 ist er im Exekutivkomitee der UEFA.

Nun aber könnte es eng für Villar Llona werden. »In Spanien werden die Gesetze durchgesetzt, die Gesetze sind für alle gleich, und niemand steht über dem Gesetz«, sagte Spaniens Sportminister Inigo Mendez de Vigo. Im Rahmen der »Operation Soule« wurden am Vormittag auch der Sitz der RFEF in Madrid sowie mehrere Regionalbüros und Wohnungen durchsucht. Die Ermittlungen seien Anfang 2016 eingeleitet worden, so die Guardia Civil. Der Einsatz war von der Staatsanwaltschaft beantragt worden.

Zu den Festgenommenen gehöre auch Finanzvizepräsident Juan Padrón, der in seiner Position als Chef des Regionalverbands von Teneriffa eine zentrale Rolle in der Affäre spielen soll. Vonseiten der RFEF wie auch von Villar Llona persönlich gab es zunächst keine Stellungnahme. Die FIFA verwies auf »interne Angelegenheiten« des spanischen Verbands, die UEFA wollte die Vorgänge nicht kommentieren.

Vorgeworfen wird Villar Llona, dass er Spiele der spanischen Nationalmannschaft gegen andere Nationen arrangiert haben soll, um dabei durch Nebenabsprachen seinem Sohn lukrative Verträge zu verschaffen. Gorka Villar war bis 2016 als Conmebol-Generalsekretär für drei Verbandschefs tätig, die später im Zuge der US-Ermittlungen gegen Fußballfunktionäre unlauterer Machenschaften beschuldigt wurden.

Villar Llona ist neben dem Ägypter Hany Abo Rida inzwischen das einzige verbliebene Mitglied der damaligen FIFA-Exekutive, die im Dezember 2010 über die beiden WM-Gastgeber abstimmte. (Foto: dpa)

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