Handball

Wieder Personal-Puzzle

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Verletzungssorgen plagen Trainer Kai Wandschneider vor der Partie seiner HSG Wetzlar am Sonntag (16 Uhr) in der Handball-Bundesliga bei Tabellenführer SG Flensburg/Handewitt.

Und als würde das nicht reichen, stellt sich noch irgendjemand am Freitag vor der Trainingshalle auf seinen Parkplatz. "Jetzt ist der Tag komplett vorbei", hat der Sportwissenschaftler aber seinen Humor nicht verloren. "Dann fahre ich jetzt mal nach Hause und lasse die allein trainieren. Mal gucken, was sie sagen."

Die Statistik: Vier Siege in 46 Begegnungen verheißen auch im Duell am Sonntag nichts Gutes für die Mittelhessen. Wobei das Datum eher der SG sauer aufstößt. Vor exakt 20 Jahren verloren die Flensburger bei der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen mit 16:28, was vor allem an der schlechten Angriffsleistung lag. Darüber kann sich der aktuelle Coach Maik Machulla kaum beklagen. Mit 28:0 Punkten thront seine Mannschaft in der Bundesliga über allem, hat den THW Kiel und den SC Magdeburg geschlagen und die Rhein-Neckar Löwen mit 27:20 bezwungen.

Die Unbezwingbaren? Schwächen zeigen die Nordlichter, wenn überhaupt, nur in der Champions League. In der Bundesliga sind sie die Mannschaft der Stunde. "Was heißt hier Stunde, die sind seit Monaten ununterbrochen sehr erfolgreich", setzt Wandschneider einen drauf. "Es ist wirklich stark, was sie abliefern. Wir müssen sehen, dass wir uns dort achtbar aus der Affäre ziehen. Und hoffen, dass kein Schnee fällt und das Spiel auch wirklich stattfindet", verweist Wandschneider auf die letzte Partie Anfang März an der Förde, als wegen massivem Schneefalls die Partie verschoben werden musste. "Noch mal haben wir keinen Bock dazu, beim weitesten Auswärtsspiel zweimal hinzufahren."

Die Unabsteigbaren? In den letzten Jahren musste man sich bei den Grün-Weißen, trotz der Warnungen der Verantwortlichen, kaum Sorgen über den Klassenverbleib machen. Das ist in dieser Saison anders. Vor allem die Verletztenliste erschwert dem Team um Wandschneider die Arbeit. Es ist durch permanente Rückschläge keine Kontinuität möglich. "Wir müssen uns irgendwie durchschlagen", so Wandschneider, der es langsam leid ist, sich über dieses Thema auszulassen. Der Sieg gegen die Eulen Ludwigshafen tat gut. Die Mannschaft war auf den Punkt fit und hat ganz offensichtlich verstanden, worauf es in diesem Spiel ankam. "Wir hoffen, dass jeder Spieler daraus etwas mitgenommen und Selbstbewusstsein getankt hat", meint Wandschneider. "Da gehst du ganz anders in die Woche und die nächsten Spiele, als wenn wir das verloren hätten."

Die Ausfälle: Zu den Langzeitverletzten Lars Weißgerber und Tibor Ivanisevic gesellen sich nunmehr Stefan Kneer, Filip Mirkulovski und Alexander Hermann. Kristian Björnsen hingegen hat diese Woche die ersten Gehversuche unternommen und könnte, wenn alles glattgeht, mit nach Flensburg fahren. Stefan Cavor ist wieder ins Training eingestiegen, er hatte sich beim Spiel gegen Ludwigshafen leicht verletzt. So nimmt Wandschneider Henrik Schreiber und Torben Waldgenbach mit an die Förde. Für den Nachwuchs eine gute Gelegenheit, zu zeigen, inwieweit man den Anforderungen der Bundesliga gerecht werden kann. "Für die jungen Spieler ist das sicherlich etwas Besonderes, aber es heißt für alle immer, in der Hölle Nord den nächsten Schritt machen. Mental aber auch in puncto Selbstdisziplin, das ist eine Schulung", so Wandschneider.

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