Absage

Wetzlarer Weg nach Flensburg umsonst

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Bundesligist HSG Wetzlar ereilte am Donnerstag die Nachricht, dass die für 19 Uhr angesetzte Begegnung bei der SG Flensburg-Handewitt abgesagt werden muss, weil das Wetter verrückt spielte.

Die Handball-Bundesliga hat gemeinsam mit der SG Flensburg-Handewitt entschieden, die Partie gegen die HSG Wetzlar aufgrund von schlechten Witterungsverhältnissen durch starken Schneefall abzusagen. Den Ausschlag gaben die Einschätzungen des Katastrophenschutzes sowie der Berufsfeuerwehr. In und um Flensburg herrschte am Donnerstag Chaos, die Räumfahrzeuge waren pausenlos im Einsatz, schafften es aber kaum, der weißen Pracht Herr zu werden. 50 Zentimeter Schnee waren in der Nacht auf Donnerstag auf die Landschaft gerieselt. Mengen, die dort jedes zweite Schaltjahr mal zu bewundern sind. Der Schulunterricht wurde abgesagt, Busse blieben in den Betriebshöfen, Straßen wurden gesperrt. Seitens des Winterdienstes war keine Abhilfe in Sicht. Die Straßen waren schmierig und glatt, die Polizei bat die Bürger, die Autos stehen zu lassen. Mittendrin der Bus der Wetzlarer, die dem (Schnee-) Treiben nur machtlos zusehen konnten.

Gegen 14.30 Uhr wurde die Mannschaft um Geschäftsführer Björn Seipp über die Absage unterrichtet. Kurz darauf folgte auch die Pressemitteilung der SG, in der Geschäftsführer Dierk Schmäschke zitiert wird: "Nach umfangreichen Gesprächen und Einschätzungen haben wir uns zum Schutz aller Zuschauer, Mitarbeiter, Helfer und auch der Spieler dazu entschieden, das Heimspiel abzusagen. Wir bitten um Verständnis und hoffen im Sinne aller Beteiligten gehandelt zu haben. Wir danken im Speziellen der HSG Wetzlar für ihr Verständnis und der Stadt Flensburg für die gute Zusammenarbeit."

Der Katastrophenschutz und die Berufsfeuerwehr hatten vor allem die Anfahrtswege und die Bedingungen an und auf der Halle geprüft und zur Absage geraten. "Natürlich ist das für uns alles andere als vorteilhaft, da die Fahrt nach Flensburg die weiteste Anreise der Saison ist und wir sie nun zweimal absolvieren müssen", erklärte Seipp. "Trotzdem haben wir größten Respekt vor der Entscheidung der Behörden, denn die Sicherheit der Zuschauer, Spieler und Offiziellen steht an aller erster Stelle. Für das Wetter kann keiner etwas."

Die Mannschaft wurde eiskalt erwischt. "Damit haben wir auf keinen Fall gerechnet, so etwas hat auch noch keiner von uns erlebt", meinte Co-Trainer Jasmin Camdzic. Der HSG-Tross war am Mittwochabend um 19.30 Uhr im Hotel angekommen. "Schon zu diesem Zeitpunkt hatte es heftig geschneit, aber man konnte fahren", so Camdzic. Am Ablauf vor einem Spiel änderte sich nichts. Gemeinsames Abendessen und Frühstück, dann freie Zeit für die Spieler und gemeinsames Mittagessen – bis dahin, alles ganz normal.

Die Abfahrt zur Halle war für 17 Uhr vorgesehen. Um 14.30 Uhr dann zur Überraschung aller die Nachricht über die Absage. "Bis dahin war keine Rede davon", sagte Camdzic. Kurzerhand wurde umorganisiert und gegen 16 Uhr der Bus Richtung Wetzlar bestiegen. "Das ist ein bisschen ärgerlich, aber die Stimmung ist gut. Alle hätten gerne gespielt, was für uns gut gewesen wäre, um im Rhythmus zu bleiben. Wir sind voller Selbstvertrauen nach Flensburg gefahren und wollten wie in Kiel gucken, was hier möglich ist", sagte Linksaußen Max Holst.

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