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Großes Handball-Kino ist heute in der Rittal-Arena zu erwarten, wenn die HSG Wetzlar im Bundesliga-Heimspiel Meister SG Flensburg/Handewitt empfängt.

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HSG Wetzlar will Meister SG Flensburg/Handewitt 100 Prozent abverlangen

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Der Titelträger kommt! Die HSG Wetzlar ist gegen die SG Flensburg/Handewitt Außenseiter. Aber gerade in dieser Rolle sind die Grün-Weißen schon einige Male richtig aufgegangen.

Direkt im zweiten Heimspiel der neuen Saison haben die Handballer der HSG Wetzlar den amtierenden deutschen Meister zu Gast. Heute Abend um 19 Uhr gibt die SG Flensburg/Handewitt ihre Visitenkarte in der Rittal-Arena ab. Stehplatzkarten sind noch an der Abendkasse erhältlich.

Das neue Spiel der HSG:In den letzten Jahren war eine hohe Torausbeute der Grün-Weißen eher Mangelware. Gegenstöße wurden nur selten gelaufen und wenn, ganz gerne vergeigt. Das hat sich in dieser Saison geändert. Schon in der Vorbereitung zeigte die Mannschaft, dass sie sich das Leben mit schnellen Toren erleichtern möchte, auch wenn die Quote noch immer verbesserungswürdig ist. 36 Tore im Pokal gegen und in Balingen/Weilstetten, 28 beim verpatzten Saisonauftakt gegen Lemgo-Lippe, 31 in Friesenheim - für Wetzlarer Verhältnisse eine beeindruckende Serie. Kaum auszudenken welche Ergebnisse möglich wären, wenn die Spieler ihre Knoten aus den Köpfen bekämen und sich für ihr schnelles Spiel noch öfter belohnen würden.

Der Saisonstart:Nach der Heimniederlage gegen den TBV Lemgo Lippe, den sich TBV-Coach Florian Kehrmann mit einem taktischen Kniff auf die Fahne schreiben kann, holte man sich die ersten Punkte bei den Eulen Ludwigshafen. Aber auch diese Partie drohte in der zweiten Halbzeit zu kippen. So stellten die Grün-Weißen nach der 17:10-Pausenführung unerklärlicher Weise das Konterspiel ein. In der Abwehr ließ man sich zu sehr hinten rein drücken, blieb weitgehend passiv und hatte so schon viel weniger Chancen, den Ball für einen schnellen Vortrag zu erobern. Zehn Gegenstoßtore und zehn Paraden von Torhüter Till Klimpke waren in Friesenheim der Baustein zum Erfolg - zumindest in der ersten Halbzeit. Eulen-Trainer Benjamin Matschke schickte in der zweiten, wie Kehrmann, vermehrt seine kleinen, quirligen Rückraumspieler ins Rennen und brachte Wetzlar damit in Verlegenheit. Die HSG-Abwehr hatte Mühe, den Eulen-Angriff unter Kontrolle zu bekommen und mit Stockfouls den Spielfluss zu unterbrechen. Dabei kassierten sie vier Zeitstrafen, in denen sich das schnelle Spiel nach vorne verbot.

Die Übermacht Flensburg:Seit zwei Jahren ist Coach Maik Machulla an der Förde im Amt und hat zwei Meisterschaften und in diesem Jahr den Super-Cup abgeräumt. Zu den Favoriten zählt er seine Mannschaft dennoch nicht und begründet diese Aussage mit den Abgängen von Spielmacher Rasmus Lauge und Abwehrchef Tobias Karlsson. Sicher zwei schwerwiegende Verluste, aber wenn man auf den Kader der Flensburger schaut, kann man als Handball-Fan eigentlich nur ins Schwärmen kommen. Die SG hat eine eingespielte Truppe, in die im Rückraum lediglich Michal Jurecki eingebunden werden muss. Von Torhüter Benjamin Buric, der zum zweiten Mal in seiner ehemaligen Heimspielstätte zu Gast ist, über Jim Gottfridsson, der bei der Europameisterschaft 2018 zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt wurde, bis zu Kreisläufer Johannes Golla, der unter Machulla zum deutschen Nationalspieler reifte, stehen in Flensburg nur Spieler nationaler und internationaler Klasse auf dem Parkett. Hier muss bei den Wetzlarern alles klappen, bei gleichzeitig mäßigem Auftritt der SG, um dem Favoriten ein Bein stellen zu können.

Was sagen die Trainer:"Die Stimmung in der Mannschaft ist gut", erklärt Wandschneider. "Wir sind aber auch sehr selbstkritisch und ich habe mich mit einigen Spielern unterhalten, was wir aus den ersten beiden Spielen mitnehmen. Die Flensburger wissen, dass sie bei uns 100 Prozent geben müssen und werden uns auf gar keinen Fall unterschätzen." Alle Wetzlarer sind fit und gesund und freuen sich auf das Duell mit dem Meister, den man zuletzt im September 2015 in eigener Halle schlagen konnte.

"Wir wollen den Schwung mitnehmen in die nächsten Spiele und freuen uns, dass es weitergeht", sagt Machulla, der ebenfalls aus dem Vollen schöpfen kann. "In Wetzlar erwartet uns eine Mannschaft, die viele Jahre gezeigt hat, dass sie ein fester Bestandteil der Bundesliga ist. Sie macht, trotz der vielen Abgänge, auch immer wieder einen Schritt nach vorne, woran Kai Wandschneider einen großen Anteil hat. Er schafft es immer wieder, neue Leute schnell zu integrieren. Sie haben ein klares System, ein klares Konzept, an das sich alle halten und sie spielen ihren Stiefel 60 Minuten konsequent und diszipliniert runter. Wetzlar ist ein unangenehmer Gegner, gegen den wir Geduld und Ruhe brauchen, um diese Mannschaft über 60 Minuten zu bespielen. Wir müssen mit voller Leidenschaft agieren."

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