HSG Wetzlar

HSG Wetzlar will endlich wieder einen Heimsieg

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Der letzte Heimsieg der HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga liegt 70 (!) Tage zurück. Auf der Saison-Zielgeraden soll diese Durststrecke gegen Altmeister VfL Gummersbach beendet werden.

Über 4000 Zuschauer erwartet Wetzlars Geschäftsführer Björn Seipp heute um 19 Uhr - und anschließend sind die Zuschauer im Foyer zum Public Viewing zur Übertragung des Fußball-Europapokalspiels von Eintracht Frankfurt gegen Chelsea London eingeladen. Das könnte ein erfolgreicher hessischer Sportabend werden.

Wo ist die Heimstärke der HSG Wetzlar geblieben? Nur sechs der bislang 14 Partien in der Rittal-Arena konnten die Grün-Weißen für sich entscheiden, kein einziges davon gegen ein Team aus der Top 10. Zum einen blutet der Kader seit Jahren leistungsmäßig aus und lässt sich der Etat kaum erhöhen. Zum anderen fehlen wegen langanhaltender Verletzungsmisere sowohl Kontinuität als auch Homogenität. Nach durch Kampf und Einsatzwillen in der Deckung erarbeiteten Ballgewinnen werden viele Gegenstöße zu überhastet vorgetragen bzw. Torchancen nicht verwertet.

Warum befindet sich der VfL Gummersbach im Abstiegskampf? Obwohl die personelle Besetzung der Oberbergischen kaum schlechter als die der Wetzlarer ist, zeigt die Formkurve des VfL erst seit der Verpflichtung von Torge Greve als neuem Trainer Anfang März leicht nach oben. Der 28:23-Sensation gegen die Rhein Neckar Löwen folgten aber wieder zwei Niederlagen bei der SG Flensburg/Handewitt sowie gegen den HC Erlangen, sodass als Tabellen-16. der Abstand zu Rang 17 nur zwei magere Pünktchen beträgt. Die durchaus vorhandene individuelle Klasse von Ex-Nationaltorhüter Carsten Lichtlein und dem nach der Saison zum SC Magdeburg wechselnden Kreisläufer Moritz Preuss bis zu den Rückraumschützen Stanislav Zhukov und Ivan Martinovic kommt erstens zu selten zu tragen, überdies fehlt – wie im 19:24-Hinspiel gegen Wetzlar – die mannschaftliche Geschlossenheit. Derzeit läuft alles darauf hinaus, dass es am letzten Saisonspieltag am 9. Juni zu einem Abstiegsendspiel SG BBM Bietigheim gegen den Traditionsverein kommt. In der Vorsaison rettete sich der VfL Gummersbach erst am vorletzten Spieltag gegen den TV 05/07 Hüttenberg vor dem Abstieg.

Wie sieht es personell aus? Die HSG Wetzlar kann mit voller Kapelle antreten, wobei auf Halblinks Olle Forsell Schefvert und Lenny Rubin den Vorzug vor dem nach der Saison wechselnden Alexander Hermann erhalten dürften. Auf Linksaußen könnte Emil Frend Öfors die Chance erhalten, diesmal in der Startformation vor Maximilian Holst zu stehen. Am Kreis und in der Deckungszentrale hat Anton Lindskog zuletzt geschwächelt, auch hier wäre ein Wechsel zu Kämpferherz Nils Torbrügge möglich.

Auch Gummersbachs Neu-Trainer Torge Greve kann auf der Saison-Zielgeraden auf einen Großteil seines Kaders zurückgreifen. Stellt sich die Frage, ob auf der Mitte weiter Fynn Herzig den Vorzug vor dem Iraner Pouya Norouzi erhält. In der 6:0-Deckung bilden Routinier Alexander Becker und Stanislav Zhukov das Zentrum.

Wie verlaufen die Planungen für die nächste Saison? Bei der HSG Wetzlar wird es - so Björn Seipp – keine zusätzlichen Neuverpflichtungen mehr geben. Der Kader steht nach der Verpflichtung von Alexander Feld. Veränderungen könnte es allenfalls noch durch einen Personaltausch geben.

Beim VfL Gummersbach hat man mit der Weiterverpflichtung von Routinier Alexander Becker ein Zeichen gesetzt. Welche Umwälzungen im Falle eines Abstieges anstehen, darüber lässt man sich beim VfL derzeit noch nicht aus.

Das sagen die Protagonisten: "Gummersbach hat sich seit dem Amtsantritt von Trainer Torge Greve stabilisiert", weiß Wetzlars Coach Kai Wandschneider, "sie stellen eine stabilere Abwehr und versuchen immer übers Tempo zu kommen. Darauf müssen wir eingestellt sein." Der 59-Jährige hat für seine Mannschaft dennoch ein klares Ziel vorgegeben: "Nach den knappen Heimniederlagen gegen Erlangen und Lemgo-Lippe müssen wir für uns und unsere Fans gewinnen!" Beim Unentschieden in Bietigheim vergab die HSG Wetzlar acht Großchancen und musste achtmal in die Unterzahl, diese beiden Statistiken bedürfen einer deutlichen Verbesserung.

"Wir werden in den nächsten Tagen daran arbeiten, dass wir das, was wir beim 25:27 (14:12) gegen Erlangen in der ersten Halbzeit gemacht haben, dann auch 60 Minuten lang auf die Platte bringen und eben dort die zwei Punkte holen", blickt der aktuell gesetzte VfL-Mittelmann Fynn Herzig auf die bedeutsame Partie in Wetzlar. Herzig hofft, dass die ansteigende Form der vergangenen Spiele sich auch auf dem Punktekonto bezahlt macht: "Wir müssen uns jetzt mal für die guten Leistungen der letzten Wochen belohnen."

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