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Und wieder einer: Maximilian Holst war mit acht Treffern bester Wetzlarer Torschütze beim 26:23 über den TVB Stuttgart, den Ex-Nationaltorhüter Johannes Bitter (hinten) auch nicht vor der Niederlage bewahren konnte.

Handball

HSG Wetzlar: Weniger Wehmut beim Abschied

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Nach dem 26:23 über den TVB Stuttgart hieß es zwar auch Abschied nehmen bei der HSG Wetzlar, aber nicht gleich von der halben Mannschaft. Man sieht fast alle Spieler wieder.

Die HSG Wetzlar hat das letzte Heimspiel der Saison gegen den TVB Stuttgart nach abwechslungsreichem Verlauf mit 26:23 (13:10) gewonnen. Vor 4279 Zuschauern in der Rittal-Arena ebnete der nach einer Viertelstunde für den glücklosen Till Klimpke eingewechselte Torhüter Tibor Ivanisevic mit drei Paraden in der Endphase sowie einem Treffer ins leere Stuttgarter Tor zum 24:21 (57.) den Weg zum Erfolg, der die Wetzlarer in der Tabelle sogar auf Platz zehn springen und von diesem auch in der Abschlusstabelle träumen lässt. "Der Torwart-Wechsel hat uns weitergeholfen", attestierte auch Trainer Kai Wandschneider dem lange verletzten Serben eine starke Leistung.

Bis zum 7:7 (15.) vermochten sich die Hausherren nicht abzusetzen, eine kurzzeitige 5:1-Deckung von Kristian Björnsen gegen Stuttgarts umtriebenen Regisseur Michael Schweikardt sowie eben die Einwechslung von Tibor Ivanisevic für Till Klimpke zwischen den Pfosten führten bis zur 28. Minute beim 13:10 von Anton Lindskog zur ersten Drei-Tore-Führung.

Mit Kampfgeist und Einsatzwillen schenkten sich beide Teams auch im zweiten Abschnitt nichts, der trotz weiterer Drei-Tore-Führungen (20:17, 42./22:19, 45.) der Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider nicht vorzeitig entschieden wurde. "Das war ein Kampf auf Biegen und Brechen", blickte der HSG-Coach zurück, "wir sind reihenweise an Johannes Bitter im Tor von Stuttgart gescheitert. Eigentlich hätten wir schon zur Pause mit 18:10 führen müssen."

Erst nach dem 23:20 (54.) von Nils Torbrügge im Gegenstoß ließen die Grün-Weißen dank der erwähnten Paraden von Tibor Ivanisevic u. a. gegen Max Häfner und zweimal David Schmidt sowie einiger guter Aktionen des nach der Partie verabschiedeten Österreichers Alexander Hermann mit Diagonalpässen zu Kristian Björnsen und erfolgreichen Abschlüssen (20:17, 22:19) das Pendel schlussendlich zum 26:23-Sieg ausschlagen.

"Wir haben einfach zu schlecht im Angriff gespielt", monierte auf Stuttgarter Seite der 2007er-Weltmeister Johannes Bitter, den die Wetzlarer zwar früh warm geworfen hatten, "die es aber insgesamt besser gemacht und deshalb verdient gewonnen haben." Allerdings mussten die Schwaben neben dem Langzeitverletzten Robert Markotic auch noch auf Rückraum-Hüne Dominik Weiß verzichten, was deren Durchschlagskraft erheblich einschränkte.

Wie sehr die Akteure der HSG Wetzlar diesen Heimsieg für sich und die Anhänger erzwingen wollten, unterstrich in der 20. Minute der baumlange Lenny Rubin mit seinem unbändigen Gewaltwurf zum 9:7, bei dem er den von dessen Wucht sichtbar beeindruckten "Jogi" Bitter beinahe mit ins Tornetz beförderte. Vor allem aber Alexander Hermann, über dessen Personalie es keine Sekunde Anlass zum Nachdenken gegeben hätte, hätte der oft verletzte Österreicher immer so abgeliefert wie in seinem letzten Heimspiel für die HSG Wetzlar. Und auch Nils Torbrügge gab keinen Quadratzentimeter Arenaboden kampflos auf.

So hieß es am Ende zwar auch wieder "Time to Say Goodbye" zu Alexander Hermann, Maximilian Lux und Jane Cvetkovski, die auf die Stimmung drückende Melancholie der Abschiede eines Jannik Kohlbacher, eines Steffen Fäth, eines Philipp Weber oder eines Evars Klesniks aber blieb aus. Vor allem hat sich nicht gleich ein halbes Dutzend Stammkräfte verabschiedet.

Ein rundum zufriedenstellender Abschluss vor eigenem Publikum also, bevor am Pfingstsonntag noch das Rundenkehraus bei den Füchsen Berlin ansteht.

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic (1); Hermann (2), Kneer, Björnsen (3), Mirkulovski (1), Schreiber (n.e.), Torbrügge (2), Weissgerber (n.e.), Öfors, Holst (8/6), Schefvert (2), Rubin (2), Lux (n.e.), Lindskog (1), Cavor (4).

TVB Stuttgart: Bitter, Maier (n.e.); Schimmelbauer (2), Häfner (3), Schagen (4/4), Schweikardt (4), Späth (1), Baumgarten (3), Röthlisperger, Kienzle (n.e.), Keim (n.e.), Foege (n.e.), von Deschwanden (3), Pfattheicher (1), Schmidt (2).

Im Stenogramm / Schiedsrichterinnen: Maike Merz (Oberteuringen)/Tanja Schilha (Meckenbeuren). - Zuschauer: 4279. - Zeitstrafen: Forsell Schefvert (20.), Rubin (31., beide Wetzlar); Röthlisperger (30.), von Deschwanden (40.), Schimmelbauer (43., alle Stuttgart). - Siebenmeter: 7/6:5/4.

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