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Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar jubeln ausgelassen über ihren neuerlichen Turniercoup beim S-Cup in Altensteig gegen starke Erstliga-Konkurrenz sowie über ihre bemerkenswerte Frühform.

Handball

HSG Wetzlar verteidigt Titel in Altensteig

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Handball-Bundesligist HSG Wetzlar befindet sich in bestechender Frühform. Das belegt nicht nur der 36:35-Endspielsieg nach Siebenmeterwerfen über Ligarivale Frisch Auf Göppingen.

(red). Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar haben ihren Titel beim Sparkassen-Cup in Altensteig verteidigt. In einem Finale, das alles hielt, was es versprach, gewannen die Grün-Weißen am Sonntag nachmittag mit 5:4 im Siebenmeter-Werfen gegen den Ligarivalen Frisch Auf Göppingen, nachdem es nach regulärer Spielzeit 31:31 gestanden hatte.

Die Mittelhessen hatten Mitte der zweiten Halbzeit bereits mit 20:27 gegen starke Göppinger zurückgelegen. Alles sah diesmal nach einer Niederlage im Finale gegen den Vorjahrsgegner aus. Doch dann stellte Trainer Kai Wandschneider seine Deckung auf eine offensive 4:2-Abwehr um, was den Gegner vor große Probleme stellte und den Wetzlarer Spielern neue Hoffnung gab. Über ein 25:29 kämpften sich die Mittelhessen bis in die Schlussminute auf ein Tor heran. Nach einer starken Parade von Tibor Ivanisevic traf Neuzugang Alexander Feld zum 30:31. Erneut hielt Ivanisevic klasse und Kai Wandschneider nahm seine letzte Auszeit. Sieben Sekunden vor dem Ende war es dann Lars Weissgerber, der zum nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich traf. Spielende! Siebenmeter-Werfen!

Hier trafen allen Wetzlarer Schützen (Holst, Björnsen, Rubin, Cavor und Weissgerber), während bei Göppingen Rechtsaußen Tim Sörensen den dritten Siebenmeter nicht im Tor unterbrachte. Somit wurde das starke Comeback der HSG Wetzlar mit der 36:35-Titelverteidigung belohnt.

Trainer Kai Wandschneider fand danach viele lobende Worte für sein Team: "Wir freuen uns unglaublich, dass wir bei diesem anspruchsvollen Teilnehmerfeld den Titel verteidigen konnten. Diesmal hatte Göppingen am Freitag das leichtere Los als wir, was wir kräftetechnisch heute gemerkt haben. Deswegen hat uns heute auch etwas die Konzentration gefehlt. Eigentlich waren wir beim 20:27 mausetot, aber dann hat uns die Deckungsumstellung Flügel verliehen. Meine Mannschaft hat tolle Moral bewiesen und das Spiel komplett drehen können. Nach einem solchen Spiel und Siebenmeterwerfen gibt es eigentlich zwei Sieger, nämlich beide Mannschaften. Gesiegt haben wir allerdings im Hinblick auf die Moral. Das muss man sagen. Besonders war ich heute begeistert von Emil Frend Öfors in seiner Rolle in der 4:2-Abwehr und insgesamt von Tibor Ivanisevic, der drei Spiele in drei Tagen mehr oder weniger alleine absolvieren musste. Wir sind gerade in einer unfassbaren Frühform. Großartig. Darauf lässt sich aufbauen, auch wenn wir wissen, dass wir noch einiges an Arbeit vor uns haben."

Frisch Auf Göppingen: Rebmann, Kastelic; Theilinger 3, Kneule 4, Bagerstedt, Peric 3/1, Sliskovic 5, Sörensen 3, Schiller 9/5, Rescher 1/1, Predragovic, Hermann, Zelenovic, Kozian 7/1.

HSG Wetzlar: Ivanisevic (1.-60.), Fischer; Feld 2, Kneer, Björnsen 1/1, Ferraz, Weber, Mirkulovski 1, Torbrügge 3, Weissgerber 7/1, Frend Öfors 4, Holst 5/5, Rubin 5/1, Lindskog 2, Cavor 6/1.

Deutliche Erfolge

Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar hatten am Freitag und Samstag nach jeweils deutlichen Siegen über die SG BBM Bietigheim und den TVB 1898 Stuttgart erneut das Finale des Sparkassen-Cup in Altensteig erreicht. Ligakonkurrent Frisch Auf Göppingen besiegte Gastgeber TSV Altensteig und dann HBW Balingen/Weilstetten.

HSG Wetzlar - SG BBM Bietigheim 39:30 (21:17):Im Viertelfinal-Duell mit dem Erstliga-Absteiger hatten die Grün-Weißen am späten Freitagabend nur in den ersten Minuten etwas Probleme, als Tim Dahlhaus die Baden-Württemberger zweimal in Führung warf. Doch danach stand die Wetzlarer Deckung sicher, gestützt auf einen starken Torhüter Tibor Ivanisevic, der an diesem Abend diese Position alleine begleiten musste. Die HSG-Verantwortlichen hatten auf den Einsatz von Neuzugang Anadin Suljakovic, trotz vorliegendem HBL-Gastspielrecht, kurzfristig verzichtet, da die internationale Transferfreigabe aus Katar noch immer nicht vorlag.

Beim 10:6 (Björnsen, 11.) lagen die Mittelhessen in der ersten Halbzeit erstmals komfortabel in Führung. Lenny Rubin markierte in der 21. Spielminute dann das 17:11 aus dem Rückraum. Nach dem Wechsel und einer Zwei-Minuten-Zeitstrafe für Bietigheim zog Wetzlar unwiderstehlich davon. Emil Frend Öfors und Lars Weissgerber erzielten jeweils einen Doppelpack und in der 38. Minute war der Vorsprung auf acht Tore angewachsen (27:19), die Partie vorzeitig entschieden. Kai Wandschneider wechselte danach munter durch, gab auch Jugend-Nationalspieler Ian Weber ausreichend Einsatzzeiten und probierte viele Deckungsformationen. Dem Spielverlauf tat dies keinen Abbruch. In der 43. Minute traf Nils Torbrügge zur ersten Zehn-Tore-Führung (31:21) für die Grün-Weißen, die sicher ins Halbfinale einzogen.

Wetzlar: Ivanisevic; Feld 3, Kneer, Björnsen 5, Ferraz 1, Weber 2, Mirkulovski, Weissgerber 5, Frend Öfors 3, Holst 7/3, Rubin 5, Lindskog 2, Cavor 4.

HSG Wetzlar - TVB 1898 Stuttgart 37:21 (17:13):Im Halbfinal-Duell der beiden Erstligisten hatte Wetzlar zunächst große Probleme ins Spiel zu finden. So konnte Stuttgart zu Beginn auf 5:2 (5.) davonziehen, ehe etwas Ruhe und Ordnung in Wetzlarer Spiel kam, auch basierend auf wichtigen Paraden von Schlussmann Tibor Ivanisevic. Ein Doppelschlag von Lenny Rubin und ein Gegenstoßtreffer von Kristian Björnsen drehten zunächst einmal die Partie (6:5, 9.). Doch eine Zeitstrafe von Stefan Cavor nutzten die Schwaben erneut zu einem 3:0-Lauf. Wetzlars Coach Kai Wandschneider nahm eine Auszeit, die fruchtete, denn danach spielte sein Team besser und konnte sich bis zur 26. Spielminute auf 16:11 absetzen. Cavor hatte aus dem Rückraum getroffen. Zur Pause hieß es 17:13 für die Grün-Weißen, die deutlich konzentrierter aus den Kabinen kamen und danach laut Wandschneider "eine beeindruckende zweite Halbzeit spielten". Die ersatzgeschwächt angetretenen Stuttgarter hatte nicht mehr den Hauch einer Chance und wurde von den Mittelhessen quasi überrollt. In der 45. Minute leuchtete erstmals eine Zehn-Tore-Führung (28:18) von der Anzeigetafel als erneut Lenny Rubin krachend getroffen hatte. Mit 37:21 gewannen die Mittelhessen die Partie und standen im Finale des S-Cup gegen FA Göppingen.

"Die zweite Hälfte war besser, zum Teil beeindruckend. Wir haben eine bärenstarke Abwehr gestellt. Man merkt trotzdem schon, dass Olle Forsell Schefvert uns fehlt. Nichts desto trotz spielen wir auf einem deutlich höheren Level als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Das rührt daher, dass wir eine eingespielte Mannschaft haben", bilanzierte Trainer Wandschneider

HSG Wetzlar: Ivanisevic, Fischer; Feld 1, Kneer, Björnsen 6/2, Ferraz 2, Weber 1, Mirkulovski 1, Torbrügge 1, Weissgerber, Frend Öfors, Holst 9/1, Rubin 6, Lindskog 6, Cavor 4.

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