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Niedergeschlagener Ivan Srsen nach der dritten Wetzlarer Niederlage in Serie. IMAGO

HSG Wetzlar

Wetzlar verliert 28:30 in Balingen

  • Ralf Waldschmidt
    VonRalf Waldschmidt
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Die HSG Wetzlar hängt auf der Saison-Zielgeraden in den Seilen. Stark ersatzgeschwächt verliert der Handball-Bundesligist am Ende mit 28:30 (17:16) bei HBW Balingen/Weilstetten.

Kaum eine Woche ohne Hiobsbotschaft für die HSG Wetzlar. Im Bundesliga-Auswärtsspiel bei der noch um den Klassenerhalt kämpfenden HBW Balingen/Weilstetten mussten die personell gebeutelten Mittelhessen kurzfristig auch noch ohne ihren erkrankten Linksaußen Emil Mellegard antreten. Diesem Substanzverlust zollen die Grün-Weißen bei ihrer am Ende ergebnismäßig eher schmeichelhaften 28:30 (17:16)-Niederlage Tribut.

Mit dem letzten Aufgebot hielten der schwedische Kreisläufer Anton Lindskog und seine grün-weißen Mitstreiter, die im Hinspiel noch als klarer 36:26-Sieger vom Parkett gegangen waren, kämpferisch ordentlich dagegen. Die gastgebenden Schwaben, von 250 Zuschauern angefeuert, machten von Beginn an Tempo, zwangen die HSG zu technischen Fehlern, fanden in der Anfangsviertelstunde aber mehrfach bereits in Wetzlars Keeper Till Klimpke ihren Meister. Bis zum 8:8 (15.) hatte der Jung-Nationaltorhüter bereits zwei Würfe von den Außen pariert und damit gezeigt, an seinen Problemstellen der letzten Wochen gearbeitet zu haben.

Derweil der Ur-Dutenhofener zwischen den Pfosten einen freien Wurf von HBW-Kreisläufer Fabian Wiederstein wegnahm (16.), wiederholt ein starkes Stellungsspiel zeigte oder reaktionsschnell mit dem Fuß abwehrte und somit seine gute Leistung der Vorwoche auf das Parkett brachte, steigerten sich gegenüber der Essen-Partie auch Lenny Rubin (12:10., 22.) und Magnus Fredriksen im Rückraum, sodass es mit einer verdienten 17:16-Führung in die Pause ging. Lars Weissgerber als 5:1-Spieler in der Abwehr sowie früh im Aufbau auf Halbrechts (13:11, 25./21:22, 43.) wusste ebenso zu gefallen. Allein durch zwei Unachtsamkeiten in de letzten 37 Sekunden (!) der ersten Hälfte nach dem 17:14 von Maximilian Holst verhinderten eine deutlichere Wetzlarer Führung.

HBW Balingen/Weilstetten hatte viel Tempo zu machen versucht, musste nach dem schnellen 6:6 (10.) aber selbst etwas Dampf vom Kessel nehmen, um die eigene Fehlerzahl zu reduzieren. Die Ex-Hüttenberger Vladan Lipovina und Björn Zintel bereiteten der HSG Wetzlar mit ihren zusammen fünf Treffern einige Probleme. Die Abwehr um den wuchtigen 2,01-m-Hünen Romas Kirveliavicius konnten die Balinger gegen die taktisch geschickt vorgetragenen Wetzlarer Angriff aber noch nicht zur Festung machen.

Aber dann. Bis zur 33. Minute drehten die Schwaben mit einem 5:0-Lauf den 14:17-Rückstand in eine 19:17-Führung. Wetzlar wehrte sich noch kurz bis zum parierten Siebenmeter von Till Klimpke und dem Björnsen-20:20 von der Rechtsaußenposition in der 40. Minute.

Dann aber brachte das HBW-Team von Trainer Jens Bürkle das Mehr an Herz und Leidenschaft im Bundesliga-Existenzkampf auch auf das Parkett. Nur zehn Minuten nach dem 20:20 waren die beiden überlebensnotwendigen Punkte beim 28:22 (50.) gegen atemlose, förmlich in den Seilen hängende Wetzlarer eingesackt.

Selbst die emotionale Auszeit von HSG-Trainer Kai Wandschneider beim 22:26 (48.) hatte nicht mehr gefruchtet. Nach dem Balinger 30:24 (54.) konnten die Rubin und Co. am Ende noch etwas Ergebniskosmetik betreiben. Die Punkte aber waren zum dritten Mal in Folge weg. Nur sieben Treffer in den 25 Minuten nach der Pause waren einfach zu wenig.

Für Wetzlars siebenfachen Torschützen Lenny Rubin gab es eine entscheidende Phase, die in die Niederlage führte: »Wir haben kurz vor der Pause zwei, drei unnötige Fehler gemacht und kommen schlecht aus der Kabine«, kommentierte er auf Sky den entscheidenden 5:0-Lauf der Hausherren. Balingens Tobias Heinzelmann sagte: »Wir waren in den entscheidenden Phasen wacher gewesen.«

HBW Balingen/Weilstetten: Ruminsky, Jensen; Zobel (1), Lipovina (7), Kirveliavicius, Thomann (1/1), Nothdurft (6), Wiederstein, Gretarsson (1/1), Diebel, Beciri (1), Schoch (2), Zintel (3), Saueressig (4), Heinzelmann (2), Strohsack (2).

HSG Wetzlar: Till Klimpke, Ivanisevic, Suljakovic; Srsen, Henningsson (1), Björnsen (5), Mirkulovski, Ole Klimpke, Weissgerber (2), Holst (3), Fredriksen (4), Gempp (1), Rubin (7), Lindskog (5).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Kinzel/Grobe (Bochum). - Zuschauer: 250. - Zeitstrafen: Beciri, Schoch (2), Saueressig (alle Balingen); Srsen, Weissgerber, Rubin (alle Wetzlar). - Siebenmeter: 3/2:2/0.

Jubelnder Balinger Gregor Thomann nach dem 30:28 über Wetzlar und dem Fast-Klassenerhalt.

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