Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar unterhält ihre Anhänger bestens

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Starker Auftritt der HSG Wetzlar: Beim 30:23 (15:9)-Erfolg gegen den abstiegsbedrohten VfL Gummersbach spielen die Grün-Weißen am Donnerstagabend phasenweise wie aus einem Guss.

Mit einem in dieser Höhe kaum erwarteten 30:23 (15:9)-Sieg gegen den VfL Gummersbach holte sich Handball-Bundesligist HSG Wetzlar nach zwei schmerzlichen Niederlagen in eigener Halle endlich wieder einen Heimsieg. "Wir wollten heute unbedingt gewinnen, weil wir ein geiles Publikum haben", freute sich HSG-Trainer Kai Wandschneider hinterher: "Wir sind einfach unseren tollen Zuschauern gegenüber verpflichtet, die Saison voll durchzuziehen."

Nachdem sich zunächst die Torhüter Carsten Lichtlein (VfL) und Till Klimpke auszeichnen konnten, eröffnete Maximilian Holst mit einem frechen Heber über Lichtlein den Torreigen zum 1:0. Wetzlars Abwehr agierte in den ersten Minuten griffiger, was allerdings bereits nach fünf Minuten zulasten einer Zeitstrafe für Anton Lindskog ging, der in der 19. Minute das zweite Mal das Feld räumen musste.

Lichtlein tobte hinter seiner löcherigen Abwehr schon nach sieben Minuten, als Filip Mirkulovski sich zum 3:0 für die HSG durchsetzte. Und es sollte noch schlimmer für den ehemaligen Nationaltorhüter kommen. Nach Stefan Kneers Treffer zum 6:2 in der elften Minute zog VfL-Coach Torge Greve mittels Auszeit die Notbremse. Matthias Puhle kam nun ins Tor, und die Gummersbacher Abwehr agierte fortan konzentrierter und aggressiver. Zwei Minuten später hatte Moritz Preuss zum 4:6 verkürzt – der Faden der Grün-Weißen schien gerissen. Spielmacher Mirkulovski ließ sich aber weder davon noch von einem Gesichtstreffer aufhalten. Immer wieder holte er mit seinen Kreuzungen seine Nebenleute in Position. Doch auch Puhle im Kasten des VfL fand seinen Rhythmus und nahm den Wetzlarern kurz hintereinander drei Bälle weg, sodass Gummersbach bis zum 8:10 von Pouya Norouzinezhad (23.) dran blieb. In den letzten Minuten vor der Pause spielte die HSG wie aus einem Guss. Bei Tor oder Ballverlust der Gäste wurde das Spielgerät schnell nach vorne getragen und so der 15:9-Vorsprung zur Pause erarbeitet. Wobei das Tor von Björnsen zum 15:9 ein besonderes Schmankerl war, weil er aus unmöglichem Winkel den Kempa-Pass von Mirkulovski im kurzen Eck versenkte.

Beide Mannschaften kamen früh wieder aus der Kabine – Wetzlar war hellwach. Die Abwehr war sehr beweglich, ging aggressiv auf den Ballführenden. Und der Angriff schien in der Kabine nicht nur am Zielwasser geschnüffelt zu haben. Der Siebenmeter von Holst zum 20:11 in der 37. Minute veranlasste Greve früh, seine nächste Auszeit zu nehmen, um den Lauf der Hausherren zu unterbrechen. Diese Maßnahme griff aber erst mit Verzögerung. Puhle parierte einige Bälle, und so verkürzte Marvin Sommer zum 18:23 (46.). Wandschneider brachte in einer Auszeit Tibor Ivanisevic für Klimpke und Lenny Rubin, der Olle Forsell Schefvert eine Pause verschaffte. Nach dem 26:21 von Forsell Schefvert sechs Minuten vor Schluss war der Widerstand der Gummersbacher endgültig gebrochen. Ivanisevic führte sich mit fünf Paraden und 50 Prozent gehaltener Bälle gut ein, und so hämmerte Cavor nach Kempa-Pass von Holst zum 30. Mal die Kugel ins VfL-Gehäuse.

"Wir haben uns in diesem Spiel sicherlich mehr vorgenommen", erklärte Greve konsterniert. "In den entscheidenden Situationen fehlt uns einfach die Drecksack-Mentalität. Erst wenn nichts mehr geht, entwickeln die Spieler gewisse Freiheiten, wenn man auch sagen muss, dass die HSG dann einen Tick nachlässt. Mich ärgert, dass wir heute von beiden Rückraumpositionen keine Durchschlagskraft hatten."

Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Hermann, (n. e.), Kneer (1), Björnsen (2), Ferraz (n. e.), Mirkulovski (1), Schreiber (n. e.), Torbrügge (1), Weissgerber (1), Frend Öfors (n. e.), Holst (9/5), Forsell Schefvert (3), Rubin (3), Lindskog (1), Cavor (8).

Gummersbach: Lichtlein, Puhle; Schröter (3), Dayan (n. e.), Martinovic (4), Baumgärtner, Sommer (5/2), Köpp, Zhukov (2), Herzig (2), Kiesler (n. e.), Bialowas, Becker, Preuss (3), Norouzinezhad (4), Busch (n. e.).

Im Stenogramm: SR: Geipel/Helbig (Leipzig/Landsberg). – Zu.: 4112. – Zeitstrafen: 10:6 Min. – Siebenmeter: 5/5:3/2.

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