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Unbequemer Empfang: Die HSG ringt dem Ex-Wetzlarer Jannik Kohlbacher (am Ball) und seinen Rhein Neckar Löwen bei der Rückkehr ein Remis ab. 

HSG Wetzlar

HSG Wetzlar trotzt Rhein Neckar Löwen Remis ab

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Die ausverkaufte Rittal Arena sieht das nächste Handballfest: Bundesligist HSG Wetzlar reitet beim 27:27-Remis gegen die Rhein-Neckar Löwen weiter auf der Euphoriewelle.

Ich bin überglücklich", strahlte Kapitän Filip Mirkulovski nach dem Heim-Unentschieden der HSG Wetzlar gegen die Rhein Neckar Löwen am gestrigen Abend. "Wir haben schon viele Krimis gespielt hier in der Arena. Der Punkt ist mehr als verdient."

Die Löwen traten ohne Uwe Gensheimer, Steffen Fäth und Romain Lagarde an. So schwach, das konnte man im Nachgang sagen, hatten sich die Löwen in Wetzlar ganz selten präsentiert.

Das muntere Torewerfen der ersten Halbzeit begann von der ersten Minute an. Viele Durchbrüche auf beiden Seiten sorgten zudem dafür, dass in den ersten zehn Minuten bereits fünf Siebenmeter gepfiffen wurden. Beide Teams machten mit schneller Mitte und viel Bewegung im Rückraum Dampf, setzten sich so oft im Alleingang durch.

"Wir haben es gegen einen starken Gegner wie die Löwen geschafft, über 60 Minuten hinweg Druck aufzubauen. Das war fantastisch," freute sich Olle Forsell Schefvert.

Im Positionsspiel funktionierte die Achse Filip Mirkulovski/Anton Lindskog in der ersten Viertelstunde wesentlich besser als Andy Schmid/Jannik Kohlbacher auf Seiten der Löwen, die erst später ins Rollen kamen. Im zweiten Durchgang war damit allerdings auch Schluss, weil sich die Wetzlarer Deckung auf das Zusammenspiel gut eingestellt hatte.

Mirkulovski setzte seinen Rückraum vortrefflich in Szene und sorgte mit seinen Anspielen an den Kreis dafür, dass Lindskog im ersten Durchgang zu fünf Toren aus der Nahdistanz kam. Nach 20 Minuten hatte Löwen-Coach Kristjan Andresson genug gesehen: Er versuchte es mit dem Spiel Sieben-gegen-Sechs, revidierte das nach zwei Angriffen aber wieder, da die Taktik zu zwei Ballverlusten führte. Mit einem 17:18 ging die HSG in die Pause.

In der zweiten Halbzeit prägte vor allem Klimpke das Geschehen. Gleich zu Beginn nahm er den Löwen vier Bälle weg und sorgte so dafür, dass die HSG in der 38. Minute durch Mirkulovski mit 21:18 in Führung ging. Die Mannheimer taten sich zudem gegen die 5:1-Abwehr der HSG schwer, profitierten in der Folge allerdings von technischen Fehlern der Gastgeber. Wetzlars Trainer Kai Wandschneider verschaffte seiner angestammten Rückraumreihe eine Verschnaufpause und wechselte damit auch einen kleinen Bruch ins Spiel ein. Beim 23:22 hatten die Gäste das Spiel wieder gedreht und legten sogar auf 25:23 vor. Doch die HSG kämpfte um jeden Ball, trotzte selbst den merkwürdigsten Schiedsrichterentscheidungen und erarbeiteten sich den verdienten Punkt. "Wir wussten, dass es hier schwer wird und wenn man dann so viele freie Torchancen nicht reinmacht, kommt man über ein Unentschieden nicht hinaus", meinte der enttäuschte Ex-Wetzlarer Kohlbacher. "Das Unentschieden", sagte Wandschneider, "ist für uns ein gefühlter Sieg. Till Klimpke hat sich in der zweiten Halbzeit in einen Flow gespielt. Ich bin mehr als zufrieden."

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld (1), Björnsen (2), Mirkulovski (1), Torbrügge, Weissgerber, Frend Öfors (2), Holst (4/4), Waldgenbach, Forsell Schefvert (5), Rubin, Lindskog (8), Kristjansson, Cavor (4).

Rhein-Neckar Löwen: Appelgren, Palicka, Gierse; Schmid (7/2), Kirkelokke (2), Tollbring (1), Abutovic, Mensah (5/2), Groetzki (3), Schneibel, Guardiola (2), Petersson (2), Gislason (1), Ganz, Kohlbacher (4), Kessler.

SR: Thiyagarajah/Thiyagarajah (Gummersbach). - Z: 4421. - Zeitstrafen: 4:6 Min. - Siebenmeter: 5/4:5/4.

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