HSG Wetzlar

HSG Wetzlar: Trainer Wandschneider ruft den Abstiegskampf aus

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Viel Zeit hat die HSG Wetzlar nicht, um die 22:26-Niederlage beim Bergischen HC zu verarbeiten. Am Donnerstag kommt der TSV GWD Minden. Weitere Black-outs darf sich die HSG nicht erlauben.

Für die Handball-Bundesliga-Partie (Beginn: 19 Uhr/Sky live) sind noch genügend Karten an der Abendkasse verfügbar, und so hofft HSG-Geschäftsführer Björn Seipp, "dass noch ein paar Leute kommen, weil das ein enorm wichtiges Spiel für uns ist".

Die Liga rüstet auf: "Wir sind volles Rohr im Abstiegskampf. 14 Punkte werden nicht reichen", warnt HSG-Trainer Kai Wandschneider. Und gerade jetzt wurde bei den Tabellenschlusslichtern Bietigheim (sechs Punkte) und Ludwigshafen (fünf) nachgebessert. Die SG lockte aus Stuttgart Michael Kraus, Weltmeister 2007, zum Abstiegskampf nach Bietigheim und sortierte Trainer Ralf Bader aus. Für ihn übernahm Anfang Februar der ehemalige isländische Nationalspieler Hannes Jón Jónsson. Die Eulen holten mit Matej Asanin einen ehemaliger kroatischer Junioren-Nationaltorhüter nach Friesenheim. Beide erhoffen sich einen Extra-Schub im Kampf um den Klassenerhalt, und so kann vor allem die Partie in Ludwigshafen am 2. März für die HSG zum Schlüsselspiel werden.

Personal: Die Lage bei der HSG ist alles andere als rosig: Die Wetzlarer müssen auf Hendrik Schreiber (Mittelohr-Entzündung) verzichten. Hinter dem Einsatz des grippekranken Kapitäns Filip Mirkulovski steht zudem noch ein dickes Fragezeichen. Und Alexander Hermann (Fußbruch) fehlt ohnehin. Die physische Anwesenheit ist in Wetzlar ein Thema, die psychische ein ganz anderes. Zu viele Spieler haben Blackouts, zeigen schwankende Leistungen – so wie beim 0:10-Lauf in der ersten Hälfte am Sonntag beim Bergischen HC. "Wir müssen sehen, dass alle an die obere Grenze der Leistungsfähigkeit kommen, um eine Chance zu haben. Wir brauchen von allen Spielern, die uns zur Verfügung stehen, eine absolute Topleistung. Da muss unsere Youngster-Truppe, die weiter Lehrgeld zahlt, eine überragende Leistung bringen, um eine Chance zu haben, da etwas Zählbares mitzunehmen", meint Wandschneider. Bei den Gästen entscheidet sich ein Einsatz von Luka Zvizej, der ebenfalls mit Grippe flachliegt, kurzfristig. Dagegen ist Dalibor Doder nach seinem ebenfalls grippebedingtem Ausfall wieder fit.

Die Stärken der Mindener: GWD-Coach Frank Carstens verfügt über eine eingespielte Mannschaft, die seit Jahren gezielt verstärkt wurde. In einer sehr erfahrenen Truppe ist jede Position doppelt gut besetzt. Am Kreis wirbeln Magnus Gullerud und Anton Månsson die gegnerische Abwehr durcheinander. Torhüter Espen Christensen ist als Vizeweltmeister aus Dänemark zurückgekehrt. Altmeister Dalibor Doder zieht in der Mitte die Strippen und ist sich nicht zu schade, selbst Lücken in die Defensive zu reißen. Ihm zur Seite stehen unter anderem Marian Michalczik, Christoffer Rambo oder Andreas Cederholm, die mit ihrer individuellen Klasse nur schwer zu stoppen sind. Minden stellt eine starke Abwehr mit zwei Systemen auf das Parkett, überzeugt sowohl mit der 6:0-Variante als auch mit der 5:1-Formation. Einige Spieler, wie Savvas Savvas und Aliaksandr Padshyvalau, waren lange Zeit verletzt, sind inzwischen aber wieder fit. "Minden kann ohne Ende aus dem Vollen schöpfen", erklärte Wandschneider. "Das ist eine Mannschaft, die um einen einstelligen Tabellenplatz spielt."

Das sagt der Gegner: "Wir müssen uns darauf einstellen, dass jeder seine Rüstung mitbringt und bereit ist für einen harten Kampf", erklärt Carstens. "Wetzlar ist zu Hause eine andere Mannschaft, vor allem was die Körperlichkeit und Mentalität anbelangt. Sie sind durch ihre Heimstärke ein nie zu unterschätzender Gegner, auch wenn sie in dieser Saison nicht so wahnsinnig über ihren Verhältnissen spielen wie in den letzten Jahren." Carstens erwartet eine anspruchsvolle Aufgabe für sein Team. "Das Hinspiel haben wir über unsere Verteidigung und unser Tempospiel gewonnen, das wird auch die Marschroute für Donnerstag sein. Es wird eine gute Verteidigung nötig sein, die noch größere Herausforderung wird aber in der Angriffsleistung liegen."

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