Till Klimpke droht der HSG Wetzlar wegen seiner Corona-Quarantäne gegen den HSC Coburg zu fehlen. FOTO: IMAGO
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Till Klimpke droht der HSG Wetzlar wegen seiner Corona-Quarantäne gegen den HSC Coburg zu fehlen. FOTO: IMAGO

Handball

HSG Wetzlar: Till Klimpke in Quarantäne

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Der positive Corona-Test von Handball-Nationaltorwart Johannes Bitter hat auch Einfluss auf den Bundesligisten HSG Wetzlar. Keeper Till Klimpke ist in Quarantäne.

(dpa/pie). Ein positiver Corona-Test von Nationaltorhüter Johannes Bitter vergrößert die Sorgen im deutschen Handball und wirkt sich möglicherweise auf den Bundesliga-Spielplan aus. Rund 48 Stunden nach dem EM-Qualifikationsspiel in Tallinn gegen Estland fiel auch der zweite Test beim 38-Jährigen positiv aus, wie sein Club TVB Stuttgart sowie der Deutsche Handballbund (DHB) am Dienstagabend mitteilten. Der Weltmeister von 2007 ist frei von Symptomen und befindet sich bereits seit Montag in häuslicher Isolation. Vor der Bundesliga-Partie der HSG Wetzlar am Donnerstag in der Rittal-Arena gegen Neuling HSC Coburg (19 Uhr) ist in diesem Zusammenhang auch Torhüter Till Klimpke vorsorglich in häuslicher Quarantäne.

Klimpke - am Wochenende mit der Nationalmannschaft im Einsatz - konnte am Dienstagvormittag kein Training im athletischen Bereich absolvieren und war am frühen Nachmittag allein, abgesondert von der Mannschaft, beim vereinsinternen PCR-Test, dessen Ergebnis am Mittwoch erwartet wird. "Wir hoffen, dass der Test negativ ausfällt und dass wir es in Absprache mit dem DHB, den Ärzten und dem Gesundheitsamt hinbekommen, dass er am Donnerstag spielen darf", erklärte HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. "Er ist gesund. Er hat keine Symptome. Aber so ist nun einmal heutzutage die Situation."

Doch selbst wenn der Test am Mittwoch ein negatives Ergebnis aufweist, heißt das noch nicht, dass Klimpke am Donnerstag gegen Coburg auflaufen darf. "Es ist zurzeit extrem schwierig, mit den Gesundheitsämtern zu sprechen", so Seipp. "Deshalb hoffen wir, dass das alles über den DHB läuft und ordentlich für uns alle endet. Es wäre natürlich das Schlimmste, wenn die DHB-Nationalspieler in der Bundesliga fehlen würden."

Die Handball-Bundesliga (HBL) wird nach Bitters positivem Test eventuell das für diesen Donnerstag geplante Spiel zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und Frisch Auf Göppingen verlegen, wie HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann der Deutschen Presse-Agentur sagte. Nach dpa-Informationen waren zwei Göppinger Nationalspieler nach der Rückkehr aus Estland gemeinsam mit Bitter im Auto nach Baden-Württemberg zurückgekehrt.

Die beiden Spieler befinden sich ebenfalls in Quarantäne, ihre Testergebnisse lagen zunächst nicht vor. Auch ob vielleicht sogar mehrere Partien verlegt werden, stand noch nicht fest. "Das weitere Vorgehen wird von den Gesundheitsämtern abhängen", sagte Bohmann.

Damit bestätigen sich schon jetzt die Sorgen, welche die Liga und einige Vereine schon vor der Länderspielpause geäußert hatten. "Das Zusammenkommen mit Spielern aus anderen Vereinen und die Spiele gegen andere Nationalmannschaften, bei denen es genauso ist" würden ein erhöhtes Ansteckungsrisiko bedeuten, erklärte Bohmann am Dienstag. Der ohnehin extrem eng getaktete Handball-Kalender könnte durch weitere positive Fälle durcheinandergewirbelt werden.

Wo und wie Bitter sich mit dem Virus angesteckt haben könnte, wusste der Routinier selbst nicht. "Für mich ist unerklärlich, was Ursache der Infektion ist", sagte er. "Wir Nationalspieler haben uns während des gesamten Lehrgangs sehr sicher gefühlt. Die Abläufe waren sehr gut und professionell."

Der DHB teilte am Dienstagabend mit, dass während des gesamten Lehrgangs mit den Spielen gegen Bosnien-Herzegowina am vergangenen Donnerstag sowie anschließend in Estland insgesamt fünf PCR-Tests für die gesamte Nationalmannschaft durchgeführt worden seien. Alle abschließenden Tests am frühen Sonntagabend seien - bis auf den von Bitter - negativ ausgefallen.

Der DHB bekräftigte dennoch seine Empfehlung, dass die unmittelbaren Kontaktpersonen des Torhüters zunächst nicht am Training in ihren Vereinen teilnehmen sollten. Die meisten Bundesliga-Clubs nahmen die Vorbereitung auf die nächsten Spiele am Mittwoch und Donnerstag bereits wieder auf. Manche Vereine befanden sich zudem schon auf der Anreise zu ihren Auswärtsspielen.

Fünf Partien sollen allein am Mittwoch stattfinden, vier weitere sind für Donnerstag angesetzt. Am Mittwoch will die HBL darüber beraten, wie es nun weitergeht. Und auch wenn in diesem Jahr keine Länderspielpause mehr ansteht, ist für Bohmann schon jetzt klar: "Wir werden künftig bei jeder Maßnahme, jede Abstellung von Nationalspielern sorgfältig überprüfen. Das tun wir nicht, um jemanden zu drangsalieren, sondern wir ziehen lediglich unsere Lehren aus den aktuellen Vorfällen", sagte der 55-Jährige.

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