Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar steht vor erneutem Umbruch

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Jährlich grüßt das Murmeltier. Unter diesem Motto wird die HSG Wetzlar erneut in die neue Saison gehen. Wie schon in den Vorjahren muss Trainer Kai Wandschneider einen Umbruch verarbeiten.

Der Start in die Saison 2018/2019 ist den Bundesliga-Handballern der HSG Wetzlar geglückt. Beim DHB-Pokalturnier in Lößnitz setzte sich die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider gegen die Zweitligisten TV Großwallstadt und EHV Aue durch und hat sich für das Achtelfinale qualifiziert. Der erste Schritt ist also getan, doch wie sieht es für die Liga in einer Saison des neuerlichen Umbruchs aus?

Kommen und Gehen: Wie in fast jedem Jahr hat das Trainerteam Wandschneider/Jasmin Camdzic zuallererst die Aufgabe, neue Spieler in das bestehende Team zu integrieren. Sieben Akteure haben den Verein verlassen, darunter Europameister Jannik Kohlbacher und Torwart-Teufelskerl Benjamin Buric. Diese beiden Schlüsselpositionen adäquat zu ersetzen, war schwierig und vor allem am Kreis kaum zu bewerkstelligen. Hier tritt Nils Torbrügge in die riesigen Fußstapfen von Kohlbacher und bildet nun das Duo mit Anton Lindskog. Neben Buric hat auch HSG-Urgestein Nikolai Weber den Verein verlassen, somit wurde mit Tibor Ivanisevic und Youngster Till Klimpke ein neues Torhütergespann gebildet. Um im Ernstfall hier abgesichert zu sein, haben die Verantwortlichen auf dieser Position noch einmal aufgestockt und im August Jane Cvetkovski als Backup nachverpflichtet. Der Mazedonier war vereinslos und soll im Krankheits- oder Verletzungsfall einspringen. Dafür ist allerdings noch intensives Bundesligatraining vonnöten, zudem soll er in der U23 zum Einsatz kommen.

Mit Lenny Rubin haben die Grün-Weißen ein Talent verpflichtet, das für mehr Torgefahr im linken Rückraum sorgen soll. Olle Forsell Schefvert (für Philipp Pöter) rückt dafür in die Mitte und soll mit Filip Mirkulovski das Spiel ordnen. Emil Frend Öfors (für Kasper Kvist) bildet mit Maximilian Holst das Gespann auf der linken Außenbahn, während Lars Weissgerber (für Miroslav Volentics) auf der rechten Seite von Kristian Björnsen lernen soll. Torben Waldgenbach (TV Hochdorf) und Ian Weber (eigene Jugend) sollen vor allem im Training an die Bundesliga herangeführt werden, aber überwiegend in der U23 zum Einsatz kommen. Mit Evars Klesniks (Karriereende) hat der langjährige Abwehrchef den Verein verlassen. Seine Lücke sollen, wie schon in der vorangegangenen Saison, Forsell Schefvert und Lindskog schließen.

Stärken und Schwächen: Wie so oft ist die drängendste Frage, wie schnell es die Mannschaft schafft, zu einer Einheit zu werden. Prunkstück der vergangenen Jahre war die Abwehr, hinter der Torhüter wie Wolff und Buric sich auszeichnen konnten. Bereits in der letzten Saison haben Forsell Schefvert und Lindskog bewiesen, dass sie diese Tradition im Mittelblock fortsetzen können. Auf der anderen Seite gilt es, das Angriffsspiel zu verbessern, mehr Treffsicherheit und Konstanz auf die Platte zu bringen.

Trainer und Umfeld: Kai Wandschneider ist seit März 2012 bei der HSG und wurde seitdem zweimal als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Immer wieder schafft es der gebürtige Hamburger, große Umbrüche zu bewältigen, die Mannschaft innerhalb kürzester Zeit zu formen und in die Lage zu versetzen, Höchstleistungen abzurufen. Ihm zur Seite steht mit Co- und Torwarttrainer Jasmin Camdzic ein erfahrener Coach, mit dem er im Dauer-Dialog steht und der für die großartigen Leistungen von Andreas Wolff und Benjamin Buric mitverantwortlich zeichnet. Im Hintergrund stehen die Geschäftsstellen-Mitarbeiter um Geschäftsführer Björn Seipp mit Rat und Tat zur Seite – ein Faktor, der vor allem auch von den Spielern hoch geschätzt wird. Mit der Rittal-Arena hat Wetzlar eine Spielstätte zur Verfügung, die von den Fans zur Festung gemacht wird und in den letzten Jahren oft ausverkauft war.

Prognose: Als Saisonziel wurde von den Grün-Weißen der frühzeitige Klassenerhalt ausgegeben. Aufgrund der bereits jetzt erkennbaren Qualität der Truppe sollte dieses Ziel zu bewerkstelligen sein. Wandschneider sieht eine gute Spielanlage in seiner Mannschaft, die sich allerdings noch stabilisieren muss. Auch in den Pokalspielen gab es kleine Leistungslöcher, die es zu stopfen gilt. Bleibt man weitgehend von Verletzungen verschont, ist ein Platz im gesicherten Mittelfeld der 1. Bundesliga drin.

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