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Die ersten Bundesliga-Punkte sind eingefahren von Anton Lindskog (Mitte) und der HSG Wetzlar mit dem 31:25-Erfolg bei den Eulen Ludwigshafen. Der HSG-Kreisläufer tankt sich hier gegen Frederic Stüber (2) und Maximilian Haider (14) durch.

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HSG Wetzlar siegt bei Eulen Ludwigshafen

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Der erste Saisonerfolg ist unter Dach und Fach. Die HSG Wetzlar feiert ein 31:25 bei den Eulen Ludwigshafen.

(pie). Der erste Sieg der neuen Saison ist eingefahren, die Erleichterung groß. "Kompliment an die Mannschaft", erklärte Trainer Kai Wandschneider nach dem 31:25 (17:10)-Sieg der HSG Wetzlar bei den Eulen Ludwigshafen. "Das war schon hoher Druck. Aber wir wollten uns nicht erdrücken lassen, sondern Druck ausüben", sagte der Coach nach dem erfolgreichen Bundesliga-Auftritt am Donnerstagabend.

Kai Wandschneider hatte nach der Partie gegen Lemgo Lippe eine Leistungssteigerung gefordert und bekam sie von seiner Mannschaft geliefert. Bis zum 5:5 von Jerome Müller (8.) hielten die gastgebenden Eulen noch mit und brachten die Abwehr der Grün-Weißen mit Eins-gegen-Eins-Aktionen in Verlegenheit. In der Folge hatten die Hausherren aber mehr und mehr Probleme, im Angriff aussichtsreiche Chancen zu kreieren. Nach dem 7:5 für die Gäste von Stefan Cavor sah sich Eulen-Coach Benjamin Matschke genötigt, seine Männer zum ersten Gespräch zu bitten.

In der Abwehr zu weit weg und im Angriff zu nah dran, so könnte man seine Ansprache kurz zusammenfassen. Die 5:1-Formation von Ludwigshafen stellte die HSG nur in den ersten paar Minuten, auf der anderen Seite fanden sich die Eulen viel zu schnell in den Armen der Wetzlarer Abwehrrecken wieder. Mit Jerome Müller, Dominik Mappes und Pascal Bührer hatten die Hausherren zwar einen quirligen, aber körperlich unterlegenen Rückraum zur Verfügung, der gegen die HSG-"Buffalos" kaum etwas ausrichten konnte. Wetzlar holte sich Selbstbewusstsein in der Defensive - und auch Keeper Till Klimpke lieferte eine deutlich verbesserte Vorstellung ab, wartete in der ersten Halbzeit sogar mit einer Fangquote von 50 Prozent auf.

Aus der stabilen Abwehr heraus liefen die Grün-Weißen schnell in die erste und zweite Welle und zeigten ein konzentriertes Abschlussverhalten. So markierte Rechtsaußen Kristian Björnsen in der 18. Minute beim 12:8 für die HSG bereits sein fünftes (!) Tor. Auch er schien von der schlechten Leistung gegen Lemgo an der Ehre gepackt. Selbst wenn es im Angriff mal einen Fehler gab, zeigten die Wetzlarer ein gutes Umschaltverhalten und bremsten die Eulen - auch im Gegenstoß - gut aus.

Eulen-Trainer Matschke versuchte mit einer Abwehrumstellung auf 6:0 die Sturm- und Drang-Phase der Grün-Weißen zu stoppen, doch davon ließen sich die Gäste nicht beirren. Alles entscheidend war aber die Zeit zwischen der 22. und 30. Minute. Die HSG ließ in diesen acht Minuten kein Tor zu und marschierte mit einer 17:10-Führung in die Kabine. "Das war von uns eine katastrophale erste Halbzeit", musste Eulen-Kreisläufer Kai Dippe hinterher zugeben.

Im zweiten Durchgang zeigten die Eulen dann, was sie in den letzten Jahren ausgezeichnet, sie in der ersten Hälfte aber nicht auf dass Parkett gebracht hatten: Mentalität, Kampf und Leidenschaft. Wetzlar machte durch Björnsens Doppelpack zwar noch das 20:12 (35.), schaltete in der Folge aber einen Gang zurück. In der Abwehr bekam man nur noch schwer Zugriff auf die schnellen Friesenheimer, die zweite Welle stellten die Wetzlarer gänzlich ein. Im Angriff scheiterte man einige Male am eingewechselten Eulen-Keeper Martin Tomovski oder rannte sich in der griffiger und aggressiver agierenden Deckung der Gastgeber fest. Trainer Wandschneider wechselte munter durch und so war Friesenheim in der 50. Minute wieder auf 21:24 dran. In der darauf folgenden Auszeit forderte der Sportwissenschaftler seine Truppe auf: "Bringt es zu Ende". Und das tat die HSG. Klimpke zeigte drei wichtige Paraden, seine Vorderleute spielten die Positionsangriffe souverän aus und so war spätestens nach dem 30:25 von Maximilian Holst (58.) der Deckel drauf.

"Wir haben in den letzten Minuten die richtigen Lösungen gefunden, der eine oder andere Spieler hat Verantwortung übernommen und konnte sie Gott sei Dank auch tragen", lobte Wandschneider. Sein Gegenüber war weniger begeistert von der Leistung seiner Mannschaft. "In der ersten Halbzeit war mir das in allem zu wenig."

Schema

Eulen Ludwigshafen: Tomovski, Hanemann; Stüber (1), Dietrich (1), Scholz (3), Haider (1), Remmlinger, Falk (1), Hofmann, Durak (3/1), Bührer (2), Mappes (3), Müller (5), Neuhaus, Dippe (5/2), Klein.

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld (3), Kneer, Björnsen (7), Ferraz, Mirkulovski (1), Torbrügge (2), Weissgerber (1), Frend Öfors, Holst (5/2), Forsell Schefvert (3), Rubin (4), Lindskog (2), Cavor (3).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Brodbeck/Reich (Reutlingen/Metzingen). - Z: 1822. - Zeitstrafen: 10:12 Minuten - Rot: Dietrich (37., 3 x 2). - Siebenmeter: 6/3:2/2.

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