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Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar: Das Schlusslicht ernst nehmen

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Auf den ersten Blick sieht diese Aufgabe leicht aus: Die HSG Wetzlar ist am Sonntag beim Schlusslicht der Handball-Bundesliga zu Gast, das erst einen Sieg eingefahren hat.

Das Jahr 2020 hat für Handball-Bundesligist HSG Wetzlar mit dem Sieg gegen den Bergischen HC gut begonnen. Im zweiten Spiel nach der EM-Pause wartet nun am Sonntag Aufsteiger HSG Nordhorn-Lingen auf die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider. Das Spiel wurde von 16 Uhr auf 13.30 Uhr vorverlegt (live auf Sky), daher reist der HSG-Tross bereits am Samstag ins Emsland, anstatt den Spieltag an einem Tag abzuwickeln.

Große Erleichterung - Natürlich war sie groß, die Erleichterung bei der HSG Wetzlar nach dem 27:24-Sieg am Samstag gegen den Bergischen HC. "Es ist immer schwierig, weil du nie weißt, woran du bist. Aber das geht ja allen so. Dann ist es natürlich toll, dass man direkt gegen so einen starken Gegner gewinnen kann", zeigte sich Wandschneider erleichtert. Der Rückenwind ist nicht zu unterschätzen und sollte Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben. Selbst als die Wetzlarer gegen den Bergischen HC kurzzeitig in Rückstand gerieten, blieb die Mannschaft ruhig, fing sich wieder und machte einfach weiter, wo sie kurz zuvor aufgehört hatte.

Leichte Aufgabe? - Mitnichten! "Wir wollen da weitermachen, wo wir gegen den BHC aufgehört haben", lautet die Marschroute der Grün-Weißen. Um in Nordhorn zu gewinnen, muss die Wandschneider-Truppe trotz des vermeintlich leichten Gegners von der ersten Sekunde an hellwach, fokussiert und konzentriert sein. Die Gastgeber haben bisher erst ein Spiel gewonnen, viele Partien aber auch nur knapp abgegeben. Leipzig hat dort verloren, einige andere Mannschaften hatten Probleme. Oftmals waren es die eigenen Unzulänglichkeiten und Fehler, die die Nordhorner ins Verderben stürzten. Gegen Friesenheim stand die HSG unter enormen Druck, da ein Sieg ein winziges Fünkchen Hoffnung im Abstiegskampf hätte glimmen lassen. "Da haben sie auf mich verkrampft gewirkt, gegen uns können sie jetzt natürlich locker aufspielen. Ich finde, dass Nordhorn eine gute Mannschaft hat, die taktisch immer sehr variabel spielt und gut auf den Gegner eingestellt ist", sagt Wandschneider. Hier wird wieder einmal Kapitän Filip Mirkulovski gefragt sein, das Spiel der Wetzlarer in geordnete Bahnen zu lenken und zu bestimmen. "Letzten Endes müssen wir unsere höhere individuelle Qualität in die Waagschale werfen und ausspielen." Zudem kann man die gute Auswärtsbilanz weiter aufpolieren - in der Auswärtstabelle liegt Wetzlar gemeinsam mit den Füchsen Berlin auf dem starken fünften Platz (10:10 Punkte).

Wer sind Nordhorns Stützen? - Da sind zunächst einmal die zwei starken Keeper Bart Ravensbergen, der mit der niederländischen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft war, und Björn Buhrmester. Dazu kommen etliche weitere Spieler mit internationaler Erfahrung wie Robert Weber und Pavel Mickal, die die brandgefährliche Flügelzange bilden. "Wir hatten im Hinspiel große Probleme mit Kreisläufer Dominik Kalafut, der hat sich gegen uns im Eins-gegen-Eins immer wieder durchsetzen können. Da müssen wir in Nordhorn besser verteidigen als zu Hause im Hinspiel", erinnert sich Wandschneider. Mit Georg Pöhle ist ein wurfstarker, torgefährlicher Rückraumspieler in Reihen der Nordhorner. Patrick Miedema zieht in der Mitte die Fäden und ist kaum weniger torgefährlich als Pöhle auf der linken Seite. Im rechten Rückraum wechseln sich Julian Possehl und der einige Zeit verletzte Philipp Vorlicek ab. Nordhorn variiert gern in den Deckungssystemen, agiert in der 6:0-Variante mit zwei offensiven Halbverteidigern und spielt auch sehr gerne in der 5:1 und 3:2:1-Formation. "Taktisch haben sie immer sehr viel zu bieten, deswegen müssen wir sehr konzentriert sein, wissen, was wir wann zu spielen haben", warnt Wandschneider.

So sieht es personell aus: Es geht ohne den Langzeitverletzten Stefan Kneer ins Emsland, alle anderen Spieler der HSG Wetzlar sind mit an Bord. "Wir sind komplett, daher bietet es sich eher nicht an, Nachwuchstalente mitzunehmen", erklärte Wandschneider.

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