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Olle Forsell Schefvert und seine HSG Wetzlar ziehen in Balingen ins Pokal-Achtelfinale ein. Hier hat es der HSG-Akteur mit Benjamin Meschke und Rene Zobel (l., beide HBW Balingen-Weilstetten) zu tun.

Handball

HSG Wetzlar im Pokal-Achtelfinale - aber mit Höhen und Tiefen

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Die HSG Wetzlar müht sich im DHB-Pokal gegen Großwallstadt ins Achtelfinale. In Runde eins beim 36:28 über Balingen-Weilstetten weiß tags zuvor immerhin die Offensive zu überzeugen.

(pie). Nach einem anstrengenden Wochenende freut sich Handball-Bundesligist HSG Wetzlar über den Einzug ins Achtelfinale des DHB-Pokals. Die Mittelhessen setzten sich am Samstag gegen Gastgeber HBW Balingen-Weilstetten durch (36:28) und hatten auch am Sonntag gegen den TV Großwallstadt die Nase vorn (30:27).

HBW Balingen-Weilstetten - HSG Wetzlar 28:36 (14:19):HSG-Trainer Kai Wandschneider zeigte mit seiner Anfangsaufstellung, wie wichtig ihm ein guter Start ins Pokalturnier war. Mit Maximilian Holst, Olle Forsell Schefvert, Filip Mirkulovski, Stefan Cavor, Kristian Björnsen, Anton Lindskog und Till Klimpke im Tor schickte er seine erste Sieben aufs Parkett, die von Beginn an ordentlich Dampf machte. 5:2 hieß es bereits nach sechs Minuten, Björnsen hatte den Drei-Tore-Vorsprung erzielt. Der gut aufgelegte Cavor markierte nach einer Viertelstunde das 12:6. In der Folge gelang es den Gastgebern, sich besser in Szene zu setzen und in der 24. Minute bis auf 13:15 heranzukommen. Dabei profitierte HBW aber auch von der etwas vernachlässigten Abwehrarbeit der Grün-Weißen. "Hinten waren wir leider nicht ganz so da, wie wir es in diesem Jahr schon geschafft haben in der Vorbereitung", musste auch Kreisläufer Nils Torbrügge eingestehen. "Das hat vielleicht auch daran gelegen, dass wir vorne gar keine Probleme hatten, Tore zu erzielen, sodass da der letzte Kick gefehlt hat", versuchte Wandschneider eine erste Analyse. Dem 19:14 zur Pause ließ seine Mannschaft nach Wiederanpfiff schnell zwei Tore von Mirkulovski und Lindskog zum 21:14 folgen. Auffällig dabei, dass vor allem das Spiel mit und zum Kreis bei den Wetzlarern vorzüglich gelang und die Würfe aus der Distanz oft den Weg ins Netz fanden. Auch der in der zweiten Halbzeit eingesetzte Keeper Tibor Ivanisevic trug sich beim 27:19 in der 45. Minute in die Torschützenliste ein. Alles in allem zeigte die HSG eine konzentrierte Leistung im Angriff und sicherte sich den Einzug ins Finale des Turniers.

"Wir freuen uns, dass wir das erste Pflichtspiel gewonnen haben. Im Angriff haben wir eine gute Quote hingelegt und viele Chancen herausgearbeitet", meinte Torbrügge. "Großartig", legte Wandschneider nach. "Wir hatten mit Abstand das schwerste Los in Runde eins. Unsere Mannschaft hat einen großartigen Charakter gezeigt. Wir haben sehr gut im Angriff gespielt, aber wir müssen uns in der Abwehr steigern, wenn wir am Donnerstag gegen Lemgo spielen. Ich will das aber auch am Sonntag schon sehen."

HBW Balingen-Weilstetten: Jensen, Bozic; Zobel (1), Biemeyer (2), Lipovina (2), Kirveliavicius (2), Hausmann, Thomann (2), Nothdurft (3), Meschke (1), Gretarsson (9/5), De la Pena (4), Oliviera, Saueressig (2), Roller, Strosack.

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic (1); Feld (2), Kneer (1), Björnsen (3), Ferraz (3), Mirkulovski (2), Torbrügge, Weissgerber, Frend Öfors, Holst (7/2), Forsell Schefvert (3), Rubin (2), Lindskog (5), Cavor (7).

Stenogramm: SR: Köppl/Regner (Darmstadt/Nieder-Olm). - Zu.: 771. - Zeitstrafen: 0:4 Minuten. - Siebenmeter: 5/5:5/2.

TV Großwallstadt - HSG Wetzlar 27:30 (13:15):Gegen den Drittligisten taten sich die Männer von Trainer Wandschneider schwerer als am Tag zuvor. Die Leichtfüßigkeit der ersten Partie war dahin, die offensive Abwehr des TVG bereitete den Wetzlarern erhebliche Schwierigkeiten. Bis auf zehn, 15 Meter kamen die Großwallstädter heraus und störten so den Spielaufbau der HSG. Wandschneider wollte Kräfte sparen und schickte, außer Klimpke, eine neue Anfangsformation auf die Platte. Lars Weissgerber, Joao Ferraz, Alexander Feld, Lenny Rubin und Torbrügge bekamen ihre Chance und mühten sich gegen den personell gebeutelten Drittligisten. TVG-Trainer Ralf Bader hatte lediglich acht Feldspieler plus Torhüter Jan-Steffen Redwitz zur Verfügung und verlor in der achten Minute auch noch Marcel Engels, der sich eine Rote Karte einfing. "Es war ein schwieriges Spiel für die Köpfe, weil es ungewöhnlich ist, dass nach dem vermeintlichen Finale noch ein Halbfinale stattfindet", erklärte Wandschneider hinterher. "Das ist ein unzumutbarer Pokalmodus, der Gott sei dank abgeschafft worden ist."

Wetzlar musste sich in einem zähen Spiel jeden Treffer hart erarbeiten und stand oft lange in der Abwehr. "Sicherlich keine Glanzleistung heute von uns", gab Feld zu. "Großwallstadt hat unheimlich lange Angriffe gespielt, aber auch unglaublich clever. Dafür, dass sie nur mit acht Feldspielern angetreten sind, haben sie uns das Leben sehr schwer gemacht." So lag der TVG bis zur Hinausstellung von Engels sogar in Führung, ehe sich Wetzlar mal mit zwei Toren absetzen konnte und sich zur 15:13-Führung zur Pause mühte. Auch in der zweiten Hälfte ließ der TVG nie locker, sorgte für ein offenes Spiel, aber mit leichten Vorteilen für den Bundesligisten. Wetzlar legte immer wieder auf vier Tore vor und brachte den 30:27-Sieg letztlich sicher über die Ziellinie. "Nichtsdestotrotz darf das nicht unser Anspruch sein, aber für uns ist wichtig, das wir eine Runde weiter sind", so Feld. "Gestern ein gutes Spiel gemacht, heute ein schlechtes, aber insgesamt zähle ich das noch mit zur Vorbereitung. Wir sind weiter ungeschlagen, jetzt kann die Liga losgehen." Wandschneider sah es pragmatisch: "Wir sind in die dritte Pokalrunde eingezogen. Alles richtig gemacht an diesem Wochenende und Kraft gespart für Donnerstag. Ich bin froh, dass alle gesund geblieben sind. Heute hat sich bemerkbar gemacht, dass diese Magen-Darm-Grippe-Geschichten uns geschwächt haben. Die Mannschaft hat sich durchgebissen, es war kein schönes Spiel, aber wir haben gewonnen."

TV Großwallstadt: Redwitz; Spatz (8/4), Engels, Eisenträger (5), Matijasevic (5), Bergau (1), Stark (3), Keck (2), Spiess (3).

HSG Wetzlar:Klimpke, Ivanisevic; Feld (2), Kneer, Björnsen (2), Ferraz (1), Mirkulovski, Torbrügge (3), Weissgerber (5), Frend Öfors (2), Holst (3/3), Forsell Schefvert (5), Rubin (1), Lindskog (4), Cavor (2).

Stenogramm. SR: Köppl/Regner (Darmstadt/Nieder-Olm). - Zu.: 268. - Zeitstrafen: 2:6 Min. - Siebenmeter: 5/4:3/3. - Rote Karte: Engels (Foulspiel).

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