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Stefan Cavor wird von seinem Gegenspieler der HSG Nordhorn-Lingen bedrängt, findet aber den freien Wetzlarer Akteur. Die Mittelhessen fahren einen Pflichterfolg in Niedersachsen ein. FOTO: IMAGO/EUREGIUM

HSG Wetzlar

HSG Wetzlar lässt in Nordhorn nichts anbrennen

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Pflichtaufgabe gelöst. Die Kür kann kommen. Die HSG Wetzlar gewinnt beim Bundesliga-Schlusslicht Nordhorn-Lingen und kann mit breiter Brust in die Partie gegen die Rhein Neckar Löwen gehen.

Seriöser und souveräner Auftritt der HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga. Bei Schlusslicht HSG Nordhorn-Lingen setzte sich die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider mit 31:25 (16:12) durch. "Grundsätzlich bin ich zufrieden, dass wir hier gewonnen haben. Wir waren klarer Favorit, das sind wir nicht so oft." Und doch gab es etwas, womit die Gastgeber die Grün-Weißen nervten.

Nordhorns Trainer Geir Sveinsson sah sich nach dem frühen 2:6-Rückstand - Maximilian Holst hatte gerade den einzigen Siebenmeter für Wetzlar verwandelt - gezwungen, der Partie mit Einsatz des siebten Feldspielers über die restlichen 50 Minuten seine eigene Würze zu verleihen. Immer wieder schafften es, die Kreisläufer der Niedersachsen, auf der rechten Seite Lücken zu reißen, die entweder Julian Possehl oder Rechtsaußen Robert Weber ins Spiel brachte. Zudem glänzte Possehl mit Durchsetzungsvermögen im Eins-gegen-eins gegen Lenny Rubin. So blieb die rechte Seite beliebtes Ziel der Nordhorner Angreifer. "Da waren wir ein bisschen unter Druck", musste Wandschneider zugeben.

Auch in der Deckung packten die Gastgeber nun beherzter im 5:1-System zu und kamen durch Weber auf 6:9 (18.) heran. Dennoch zeigte sich immer wieder, dass die Wetzlarer individuell stärker waren. Olle Forsell Schefvert und Stefan Cavor tankten sich in Einzelaktionen durch, und Kristian Björnsen lieferte im Gegenstoß meist sicher ab. Obwohl die Gastgeber sich mit einem weiteren Akteur einen Vorteil verschafften, standen sie sich auch immer wieder selbst im Weg. 14 technische Fehler erlaubten es den Grün-Weißen, fünf Gegenstoßtreffer zu erzielen und einige Male den Ball im leeren Tor zu versenken.

So sah sich Sveinsson bereits in der 21. Minute genötigt, seine zweite Auszeit zu nehmen, um von seiner Mannschaft Disziplin im Angriff und mehr Aggressivität in der Abwehr einzufordern. Dem 16:10 von Forsell Schefvert folgten zwei Treffer von Nordhorn, die wiederum Wandschneider zum Handeln verleiteten. Der Übungsleiter der Gäste forderte mehr Konzentration ein.

Beim 13:16 von Lasse Seidel gelang es Nordhorn letztmalig, bis auf drei Tore heranzurücken. Die Gastgeber variierten, wie von Wandschneider vorhergesagt, ihre Abwehrsysteme, doch offensiv gab es für den 60-Jährigen nichts zu Meckern. "Mit dem Angriff bin ich sehr zufrieden. Egal welche Deckung Nordhorn gespielt hat, haben wir gute Lösungen gefunden." In der Abwehr profitierte Wetzlar davon, dass die gegnerischen Angreifer oftmals die Lücken übersahen. So war spätestens beim 25:18 von Björnsen klar, dass die Punkte an diesem Sonntag nach Wetzlar gehen.

Rote Karte gegen Anton Lindskog

Die Mittelhessen spielten ihre Angriffe geduldig und ruhig aus, hinterliefen immer wieder die offensiv gestaffelten Nordhorner und belohnten sich mit dem 31:25 und einem perfekten Start ins neue Jahr.

Daran änderte auch die etwas übertrieben anmutende Rote Karte gegen Anton Lindskog nichts, der bereits fünf Minuten vor dem Schlusspfiff vom Parkett musste. "Ich bin froh, dass wir diese Aufgabe vor dem Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen gut gelöst haben und weiter im Rennen um einen einstelligen Tabellenplatz sind", sagte Wandschneider. "Das war nach dem Auftakterfolg gegen den Bergischen HC unser Ziel."

Nordhorn-Lingen: Ravensbergen, Buhrmester; Verjans, Heiny (2), Leenders, Weber (10/4), Mickal (2), Miedema (2), Terwolbeck, De Boer (1), Zare, Vorlicek, Seidel (2), Possehl (4), Pöhle (1), Kalafut (1).

Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld (1), Björnsen (6), Weber, Mirkulovski (1), Torbrügge (1), Weissgerber, Frend Öfors (4), Holst (1/1), Forsell Schefvert (5), Rubin (1), Lindskog (6), Kristjansson (1), Cavor (4).

Stenogramm: SR: Kern/Kuschel (Bellheim/Karlsruhe). - Zu.: 2324. - Zeitstrafen: 4:4 Min. - Rote Karte: Lindskog (55.). - Siebenmeter: 4/4:1/1.

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