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Können nur zusehen, wie die SG Flensburg-Handewitt in der Rittal-Arena davonzieht: Die Wetzlarer (v.l.) Lenny Rubin, Emil Frend Oefors und Anton Lindskog. Zum Wurf kommt SG-Akteur Magnus Roed. (Foto: Vogler)

HSG Wetzlar

HSG Wetzlar bis zur Halbzeit auf Augenhöhe

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Vor 4204 Zuschauern unterliegt die HSG Wetzlar dem Tabellenführer der Handball-Bundesliga, SG Flensburg-Handewitt, mit 23:30. Dabei sah’s bis zur Pause richtig gut aus.

Es sah nach einem klassischen Fehlstart für die Hausherren aus. Fangfehler, Stürmerfoul, Fehlpass und schon lag die HSG in der dritten Minute mit 0:3 hinten. Der erste Treffer von Olle Forsell Schefvert eine Minute später brach den Bann und ließ die Zuschauer in der Arena spürbar durchatmen. Die Rückraumachse Schefvert, Filip Mirkulovski und Stefan Cavor kam immer besser ins Rollen und brachte vor allem Cavor immer wieder gut in Position.

In der Abwehr bekamen die Wetzlarer immer besseren Zugriff auf die mit Weltmeistern gespickten Flensburger und Torhüter Till Klimpke tat sein übriges, um die Seinen im Spiel zu halten. HSG-Trainer Kai Wandschneider wechselte schon in der ersten Halbzeit munter durch, brachte Nils Torbrügge für Anton Lindskog an den Kreis, Lenny Rubin löste Forsell Schefvert ab. Für Mirkulovski kam Youngster Hendrik Schreiber auf die Mittelposition und zog dort ganz unaufgeregt die Fäden.

HSG Wetzlar hätte zur Halbzeit in Führung gehen müssen

Beim 10:10 von Kristian Björnsen hatten die Grün-Weißen den ersten Ausgleich erzielt und waren drauf und dran mit einer Führung in die Pause zu gehen. Doch Rubin ballerte die Kugel Sekunden vor Schluss über das Tor und Johannes Golla netzte mit der Sirene zum 13:12 ein. "Da müssen wir mit einem Tor Vorsprung in die Pause gehen", monierte Wandschneider.

Kurz nach der Pause zieht die SG Flensburg-Handewitt davon

"Wir haben in der ersten Halbzeit schon drei, vier Fehlwürfe zu viel, um vielleicht sogar mit einer Führung in die Pause zu gehen", meinte Schreiber. "In der zweiten kommen noch technische Fehler dazu, die Flensburg natürlich bestraft."

So geschehen gleich zu Wiederanpfiff, als Flensburg besser ins Spiel kommt und mit 15:12 vorlegt. "Wir haben in der Abwehr nicht mehr so den Zugriff auf die einzelnen Spieler der SG bekommen", sagte Schreiber. Die individuelle Klasse der Gäste machte sich nun mehr und mehr bemerkbar. Sie waren schneller, konzentrierter und präziser in den Abschlüssen. Zudem hatte Coach Maik Machulla wesentlich mehr Wechselmöglichkeiten im Rückraum. Ein Scharfschütze folgte dort auf den nächsten, hier sind die Möglichkeiten der HSG mit Cavor begrenzt. Auch Klimpke bekam zusehends weniger die Hand an den Ball, für ihn kam in der 50. Minute der wiedergenesene Tibor Ivanisevic ins Tor.

Wandschneider beklagt "wenig Wechselmöglichkeiten auf gleichem Niveau"

"Leider hatten wir nur sehr wenig Wechselmöglichkeiten auf gleichem Niveau", zog Wandschneider Bilanz. "Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr zufrieden, wir hatten eine gute Deckungsleistung, mit einem sehr guten Till. Im Verlauf der zweiten Hälfte sind die Kräfte geschwunden, auch weil die SG das Tempo hochgehalten hat. Da hatten wir Probleme, die zweite Welle zu stoppen." Und so erhöhten die Flensburger in der 55. Minute durch Simon Jeppsson auf 28:22. Die Köpfe der Wetzlarer waren spätestens jetzt unten, die Messe gelesen.

"Wir haben eine gute Einstellung gefunden und wollten aufs Tempo drücken, das ist uns gut gelungen", erklärte SG-Linkshänder Holger Glandorf. "Die Abwehr hat sehr gut gestanden, mit einem super Torwart, kriegen nur 23 Tore. In der ersten Halbzeit hatten wir vorne etwas Schwierigkeiten, das wurde in der zweiten Hälfte besser."

Holst: "Zu wenig Feuer drin"

HSG-Akteur Max Holst ergänzte: "Mit dem Ausgang minus sieben kann man zu Hause nicht zufrieden sein. Ich glaube, es war für ein Heimspiel über weite Strecken zu emotionslos von uns, zu wenig Feuer drin. Wir haben in der zweiten Halbzeit zu viele Bälle weggeworfen. Wir müssen uns als Team wieder mehr zusammenraufen, damit das nicht mehr so Stückwerk ist."

Wetzlar war letztendlich nicht mehr in der Lage, Lücken in die SG-Abwehr zu reißen und sich ordentliche Wurfchancen zu erarbeiten. Ein Vizeweltmeister in Reihen der Wetzlarer reichte nicht, um den deutschen Meister in Verlegenheit zu bringen. Dennoch fand Wandschneider ein gutes Schlusswort: "Wir können auf viele Dinge aufbauen, die wir heute gezeigt haben."

HSG Wetzlar:Klimpke, Ivanisevic; Björnsen (3), Mirkulovski, Schreiber, Torbrügge (1), Weissgerber, Frend Öfors (1), Holst (4/3), Waldgenbach, Forsell Schefvert (4), Rubin, Lux, Lindskog (2), Cavor (8).

SG Flensburg-Handewitt: Buric, Jepsen; Karlsson, Golla (1), Hald, Glandorf, Svan (2), Wanne (2/2), Jeppsson (3), Jondal (2/1), Steinhauser, Zachariassen (5), Johannessen (3), Lauge (7), Röd (5).

Im Stenogramm: SR: Immel/Klein (Tönisvorst/Ratingen). – Z: 4204. – Zeitstrafen: 6:10 Min. – Rot: Forsell Schefvert, drei Zeitstrafen. – Siebenmeter: 4/3:4/3.

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