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Allen Grund zum Jubeln hat Wetzlars Torwart Till Klimpke, der stolz auf eine tolle Bundesliga-Saison und auf seine zwei Einsätze in der deutschen Handball-Nationalmannschaft zurückblicken kann.

Handball

HSG Wetzlar: Torhüter Till Klimpke lebt seinen Traum

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Was für eine Saison für Till Klimpke! Stammtorwart bei der HSG Wetzlar und zuletzt zwei Spiele als Keeper im deutschen Handball-Nationalteam. Für den 21-Jährigen läuft es.

Aktuell muss sich Till Klimpke wie in einem Traum vorkommen. Das i-Tüpfelchen auf seine herausragende Saison als Bundesliga-Torwart der HSG Wetzlar war die Nominierung für die deutsche A-Nationalmannschaft. Der gebürtige Gießener feierte vor sechs Tagen in Israel beim 40:25-Sieg im EM-Qualifikationsspiel sein Debüt im Team von Bundestrainer Christian Prokop, am Sonntag durfte er in Halbzeit zwei in Nürnberg beim 28:17 gegen den Kosovo ran. Bereits gestern flog er mit Freundin Lisa für eine Woche nach Portugal zum Ausspannen. Danach geht es für Till Klimpke Schlag auf Schlag weiter, wie er es uns im Interview verrät.

Wann und wie haben Sie erfahren, dass Sie bei den Qualifikationsspielen in Israel und gegen den Kosovo mit im Kader sind?

Till Klimpke:Unser Bundestrainer Christian Prokop hat mir vorher schon mal telefonisch mitgeteilt, dass ich mir die Tage frei lassen und keinen Urlaub buchen soll. Und dann hat er sich noch einmal gemeldet und mir gesagt, du bist dabei.

Was haben Sie spontan gedacht, als der Bundestrainer Ihnen diese Nachricht zukommen ließ?

Klimpke:Das war natürlich ein tolles Gefühl - einfach nur geil.

Gab es eine Einkleidung?

Klimpke:Nein, nicht in der normalen Form. Die Sachen wurden mir zugeschickt. Von Trainingsanzügen bis zu Schuhen war alles dabei.

Wie haben die anderen Spieler Sie im Kreise der Nationalmannschaft aufgenommen?

Klimpke:Sehr gut. Man kennt sich ja schon aus der Bundesliga-Saison. Charakterlich sind die alle sehr cool drauf. Da wird man sehr schnell und gut aufgenommen.

Haben Sie sich ein Zimmer geteilt?

Klimpke:In Israel hatte ich ein Einzelzimmer, in Nürnberg war ich dann mit Andy Wolff in einem Zimmer. Das hat ganz gut funktioniert.

In Israel standen Sie lange im Tor und waren der große Rückhalt. Gab es Lob?

Klimpke:Alle haben sich mit mir gefreut, dass es so gut lief. Es gab natürlich den einen oder anderen Schulterklopfer. Und unser Bundestrainer hat mich auch sehr gelobt?

Wie war es am Sonntag in Nürnberg gegen den Kosovo?

Klimpke:In Nürnberg habe ich in der zweiten Halbzeit gespielt. Es war okay. Andy hat die erste Hälfte gespielt - und das war sehr gut. Das haben wir alles eigentlich souverän gemeistert.

Wie fiel das Feedback vom Bundestrainer nach Ihren beiden Einsätzen aus?

Klimpke:Er hat mir nur gesagt, dass ich einen guten Eindruck hinterlassen habe. Ich denke, er wird mich später noch kontaktieren und mit mir darüber sprechen oder bei den Junioren-Maßnahmen vorbeischauen.

Haben Sie für sich schon mal die letzte Saison - für Sie wahrlich eine außerordentlich erfolgreiche - reflektiert?

Klimpke:Nein. Das konnte ich bis jetzt noch nicht. Ich war ja nur unterwegs. Ich kann mich aber nicht beschweren, wie alles für mich gelaufen ist. Damals, als sich Tibor Ivaniševic verletzt hat, rief mich unser Torwarttrainer Jasmin Camdzic gleich an und sagte mir: Du bist jetzt die Nummer eins. Ich habe anfangs versucht, alles so locker wie möglich zu nehmen. Die ersten Spiele waren nicht so gut. Aber dann konnte ich mich fangen.

Wie lange läuft Ihr Vertrag noch bei der HSG Wetzlar?

Klimpke:Bis 2024.

Was steht für Sie nach Ihrem einwöchigen Urlaub alles noch an?

Klimpke:Nach meinem Portugal-Urlaub geht es am 26. Juni zur Junioren-Nationalmannschaft in die Sportschule Steinbach in Südbaden. Dort bereiten wir uns für das internationales Turnier in Zürich vor. Da spielen wir gegen den Gastgeber Schweiz, Spanien und Frankreich. Danach geht es für zwei Tage nach Hause. Es folgt der Lehrgang in Warendorf, dann geht es wieder in die Heimat, anschließend absolvieren wir den letzten Lehrgang in Frankfurt, ehe wir von dort aus am 14. Juli ins spanische Vigo fliegen, um bei den U 21-Weltmeisterschaften (Anm. d. Red. / 16. bis 28. Juli) zu starten.

In der U 21-Nationalmannschaft sind Sie als Nummer eins gesetzt?

Klimpke:Ja. Eigentlich schon, aber schauen wir mal.

Wie kam es eigentlich dazu, dass Sie sich ins Tor gestellt haben - Ihr Vater war doch ein gefürchteter Kreisläufer?

Klimpke:Damals, in der E-Jugend, war ich schon einer der längsten Spieler. Ich wollte einfach ins Tor. Auf dem Feld habe ich als Spieler nie gestanden. Solange ich Leistungen im Tor gebracht habe, war alles gut.

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