+
Andy Schmid und die Rhein-Neckar Löwen können bei nur 12:10 Auswärtspunkten mit dem bisherigen Saisonverlauf nicht zufrieden sein. Heute muss die Mannheimer Startruppe bei der HSG Wetzlar Farbe bekennen. FOTO: DPA

Handball

Stürmische HSG Wetzlar

  • schließen

Sturm- und kampferprobt ist die HSG Wetzlar in dieser Saison zu Hause auch gegen viele Topteams. Gegen die Rhein-Neckar Löwen soll das erneut unter Beweis gestellt werden.

Gegen den SC Magdeburg gewonnen, der SG Flensburg/Handewitt und der TSV Hannover-Burgdorf einen Punkt abgeknöpft. Handball-Bundesligist HSG Wetzlar will heute Abend um 19 Uhr im Heimspiel in der Rittal-Arena gegen die vor der Saison als Titelanwärter gehandelten Rhein-Neckar Löwen einen ähnlichen Sturm entfachen wie Orkan "Sabine". Mit dem hatte der Busfahrer vergangenen Sonntag auf der Rückfahrt aus Nordhorn derart zu kämpfen, das er zeitweilig sogar die windempfindliche Sauerlandlinie verlassen musste. Vom Parkett fegen wird die Wandschneider-Truppe die Mannheimer zwar bestimmt nicht, aber die HSG will den Favoriten richtig kämpfen lassen.

Die Ausgangslage: Der Druck liegt eindeutig bei den Rhein-Neckar Löwen, die im Titelkampf mit dem Heim-30:33 gegen MT Melsungen vor Wochenfrist noch einmal Federn haben lassen und sich absolut nichts mehr erlauben können, wenn sie bei der Vergabe der Meisterschaft noch ein kleines Wörtchen mitreden wollen.

Nur vier (Plus-) Pünktchen trennen den Rangachten HSG Wetzlar (24:20) vom Sechsten Rhein-Neckar Löwen (28:14). Da muss man gleich zweimal auf die Tabelle schauen. Da die Grün-Weißen mit zwei Siegen gegen den Bergischen HC und bei der HSG Nordhorn-Lingen ins Jahr 2020 gestartet sind, können sie die Uwe Gensheimer und Co. mit breiter Brust empfangen.

Die Personalien: Bis auf Stefan Kneer, der auf sein Comeback hinarbeitet, kann die HSG Wetzlar personell aus dem Vollen schöpfen. "Alle sind fit und gesund", hat Trainer Kai Wandschneider in der Vergangenheit nicht allzu oft vermelden können und hofft, dass dies auch so bleibt.

Die weiter titelambitionierten Badener hoffen, dass Neuzugang Ymir Örn Gislason spielberechtigt sein wird. Der isländische Kreisläufer soll gegen Wetzlar sein Debüt geben. Fehlen werden verletzungsbedingt auf jeden Fall weiter der Ex-Wetzlarer Steffen Fäth im Rückraum sowie Jesper Nielsen.

Die Leistungsträger: Dreh- und Angelpunkt bei der HSG Wetzlar ist weiterhin Filip Mirkulowski, der wohl unauffällig-wirkungsvollste Spielmacher der Liga. Dabei können an guten Tagen Stefan Cavor im rechten Rückraum, Torhüter-Youngster Till Klimpke oder wie vergangenen Sonntag bei der HSG Nordhorn-Lingen Allrounder Olle Forsell-Schefvert zu den entscheidenden Faktoren werden.

Dass die Mannheimer in Linksaußen und Siebenmeterspezialist Uwe Gensheimer sowie Kreisläufer Jannik Kohlbacher ihre besten Torschützen haben verwundert in Anbetracht der hochkarätigen Rückraumbesetzung. Spielmacher Andy Schmid definiert sich zwar stark über das Zusammenspiel mit Jannik Kohlbacher am Kreis, von den Halbpositionen kommt bei der Qualität eines Romain Lagarde, Mads Mensah Larsen oder Alexander Petersson aber zu wenig. Und den Umbruch auf der Trainerbank - Kristjan Andresson für Nikolaj Jacobsen - hat das hochgehandelte Team auch noch nicht bewältigt.

Das sagen die Trainer: Für Kai Wandschneider, den Wetzlarer Coach, ist die Rollenverteilung unverändert: "Die Löwen sind gegen uns immer Favorit. Egal, was die Tabelle gerade sagt. Sie haben ein reichhaltiges individuelles und spieltaktische Repertoire, welches den Gegner permanent vor unterschiedliche Aufgaben stellt."

Löwen-Trainer Kristjan Andresson warnt unterdessen: "Bei Wetzlar kann jeder Spieler Verantwortung übernehmen, das ist eine Mannschaft mit einer strukturierten Spielweise in Abwehr und Angriff. Es muss uns gelingen, mit dem Ball weniger Fehler zu machen als zuletzt."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare