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Sensations-Spitzenreiter TSV Hannover-Burgdorf mit seinen Tempohandballern Christian Ugalde (23) und Timo Kastening (73) füllt am Sonntag als Bundesliga-Gast der HSG Wetzlar die Rittal-Arena.

Handball

HSG Wetzlar: Spitzenreiter Hannover kommt

Die HSG Wetzlar liefert ihren Handball-Anhängern nach drei Wochen Bundesliga-Pause am Sonntag einen echten Heimspiel-Kracher. Sensations-Spitzenreiter TSV Hannover-Burgdorf kommt.

Partien gegen die Niedersachsen waren in der Vergangenheit immer ein Wechselbad der Gefühle. Dem Pokal-Desaster von Hamburg 2018 folgten in der vergangenen Saison sowohl in Hannover (25:23) als auch in Wetzlar (29:28) Bundesliga-Erfolge. In das Spiel am Sonntag um 16 Uhr geht die gastgebende HSG als Gastgeber, aber nicht als Favorit. Diese Rolle nimmt der Bundesliga-Tabellenführer ein.

Sind die drei Wochen Punktspielpause für die HSG Wetzlar ein Vor- oder Nachteil?Betrachtet man den Aspekt Regeneration, haben die Wetzlarer Nicht-Nationalspieler nach der Anhäufung von Schlagerspielen ihren Akku wieder etwas aufladen können. Trainer Kai Wandschneider hat zudem seinen Nationalspielern Lenny Rubin, Kristian Björnsen und Stefan Cavor nach ihren Länderspiel-Einsätzen ein paar Tage frei gegeben und das Team somit erst seit Montag wieder komplett im Training beisammen. Orientiert man sich am Spielrhythmus, hat sich TSV Hannover-Burgdorf mit dem Heim-30:29 gegen Schlusslicht HSG Nordhorn-Lingen schon wieder hineingefunden.

Wie ist die Personalsituation?Bei der HSG Wetzlar ist der Portugiese Joao Ferraz mittlerweile zum Schweizer Erstligisten HSC Suhr verliehen worden, sodass die Grün-Weißen vorerst noch ohne zweiten Linkshänder im rechten Rückraum auskommen müssen. Geschäftsführer Björn Seipp versichert, dass die Verantwortlichen fieberhaft auf der Suche nach einem Ersatz für den Rest der Spielzeit sind. Trainer Kai Wandschneider kündigt für den Sonntag das Comeback von Torhüter Tibor Ivanisevic an, der nach seinem Mittelhandbruch und sechswöchiger Zwangspause in den Kader zurückkehrt.

Bei den "Recken" aus der niedersächsischen Landeshauptstadt fehlten zuletzt Spielmacher Morten Olsen erkrankt und Kreisläufer Evgeni Pevnov verletzt. Ob beide in den Kader zurückkehren und der Überraschungsspitzenreiter somit komplett antreten kann, wird sich frühestens am Samstag entscheiden.

Die Gründe für den Burgdorfer Höhenflug:Das TSV-Team trägt in der Defensive mit permanent variierenden Abwehrsystemen deutlich die Handschrift des spanischen Trainergespannes Carlos Ortega/Iker Romero. In den vergangenen beiden Spielzeiten wechselten sich stets Höhen und Tiefen ab, in dieser Saison ist weit mehr Stabilität eingekehrt. Obwohl mit Torhüter Martin Ziemer, Linkshänder Kai Häfner, Mittelmann Pavel Atman, Defensivbank Domagoj Srsen sowie den Außen Lars Lehnhoff und Torge Johannsen gleich ein halbes Dutzend Leistungsträger abgegeben wurden, sind die Niedersachsen auf allen Positionen extrem gut besetzt. Gerade im rechten Rückraum hat sich durch Nejy Cehte und den Ex-Gummersbacher Ivan Martinovic die Durchschlagskraft erhöht, am Kreis wirbeln Evgeni Pevnov und Ilja Brozovic, die Flügelzange Timo Kastening/Christian Ugalde ist Ligaspitze - und über die Qualitäten eines Fabian Böhm im linken Rückraum sowie Morten Olsen auf der Mitte muss man keine Worte mehr verlieren. 19:3 Punkte nach elf Spieltagen sind kein Zufall.

Positive Wetzlarer Bilanz:Im Vorverkauf sind bereits 3800 Karten abgesetzt worden, sodass die Grün-Weißen mit über 4000 Zuschauern zur Unterstützung rechnen können. Die Bundesliga-Bilanz der Mittelhessen gegen die Burgdorfer ist bei elf Siegen, einem Unentschieden und sechs Niederlagen positiv. In der Vorsaison, als die Niedersachsen in der Tabelle hinter der HSG landeten, wurde das Heimspiel mit 29:28 gewonnen.

Das sagt Trainer Kai Wandschneider:"Das ist eine echte Herausforderung. Wir müssen - im Gegensatz zu Hannover - nach drei Wochen Pause direkt von 0 auf 100. Im Rückraum müssen wir eben variieren und haben dafür zuletzt viel in der Kleingruppe gearbeitet. Ich rechne fest damit, dass Morten Olsen bei Hannover wieder spielen kann. Er holt in seiner letzten Bundesliga-Saison noch einmal alles aus sich heraus."

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