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Die allerletzte Aktion: Der Wetzlarer Maximilian Holst verwandelt den Siebenmeter zum 27:27-Endstand.

HSG Wetzlar

HSG Wetzlar: Maximilian Holst nervenstark

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Was für ein Spiel! In der Handball-Bundesliga hat die HSG Wetzlar am Dienstagabend Meister SG Flensburg/Handewitt ein Remis abgetrotzt. Per Siebenmeter trifft Maximilian Holst zum 27:27.

Den Augenblick danach beschrieb Holst strahlend mit den Worten: "Das ist geil." Doch dieses Spiel auf diese letzten Sekunden zu reduzieren, wäre ein Fehler, da die Grün-Weißen den großen Favoriten lange am Rand einer Niederlage hatten. Der erste Angriff war zwar den Flensburgern vorbehalten, doch der Spaß an dieser Partie sollte den Männern von der Förde schnell vergehen. HSG-Torhüter Till Klimpke nahm Magnus Jondal gleich den ersten Wurf weg - und so gingen die Wetzlarer nach zwei Steals in der sechsten Minute durch Maximilian Holst per Gegenstoß mit 5:2 in Führung. Die Wetzlarer Abwehr stand gut und schaffte es immer wieder, den Flensburger Angriff in Verlegenheit zu bringen. Auch der Rückzug funktionierte, und Klimpke sorgte mit einigen frei gehaltenen Bällen für den nötigen Rückhalt.

Im Angriff fanden die Männer von Trainer Kai Wandschneider gute Lösungen gegen die Flensburger 5:1-Abwehr, die SG-Coach Maik Machulla auch bald wieder auflöste und in die 6:0-Formation überging. Der Ex-Wetzlarer Benjamin Buric im Kasten der Gäste tobte stellenweise wie Rumpelstilzchen in seinem Gehäuse, wenn er wieder einmal den Ball aus dem Netz fischen durfte. Jondal gelang in der 20. Minute zwar der 8:8-Ausgleich, doch die Gastgeber blieben am Drücker. Das 14:11 zur Pause wollten die Wetzlarer zwar mit einem Kempa abschließen, doch Lenny Rubin flog mit Magnus Rod im Schlepptau am Ball vorbei. Der Ball trudelte zu Holst, der für das umjubelte 14:11 mit dem Pausenpfiff sorgte.

Alexander Feld eröffnete den Torreigen im zweiten Durchgang schnell mit dem 15:11. In der Folge kamen die Gäste jedoch wieder besser in die Spur. Dennoch hatten sie große Mühe, den Wetzlarer Abwehrriegel zu knacken. Blöcke gegen Rod, gehaltene Bälle von Klimpke gegen Jim Gottfridsson, aber auch wieder vergebene Chancen im Wetzlarer Angriff prägten das Bild der zweiten Halbzeit. Simon Jeppsson sorgte in der 45. Minute mit dem 20:19 für die erste Flensburger Führung und Ruhe in der Arena. "Wir haben in der zweiten Halbzeit gut verteidigt, das war mir sehr wichtig", erklärte Machulla. "Am Ende müssen wir das Spiel bei einer Zwei-Tore-Führung nach Hause bringen. In dem Moment, wo ich die Auszeit nehmen will, passiert der technische Fehler. Das müssen wir einfach cleverer machen."

Die HSG ließ sich vom Rückstand und den eigenen Fehlern nicht aus der Ruhe bringen, glaubte bis zur letzten Sekunde an die Chance, den Meister ins Straucheln zu bringen. Beim 25:26 verdaddelte Stefan Cavor den Ball an den Kreis, anstatt ihn selbst in die Maschen zu hämmern. Jondal bestrafte den Fehlpass per Gegenstoß mit dem 27:25 für die SG. Aber zum Glück hatte die HSG in der letzten Minute einen eiskalt agierenden Maxi Holst, der mit zwei sicheren Würfen vom Punkt den Grün-Weißen Freudentaumel einläutete. "Wir haben immer die Nerven behalten", lobte Wandschneider. "Unsere Abwehr war in der zweiten Hälfte nicht mehr so aggressiv und beweglich und wir hatten mit zunehmender Spieldauer im Positionsangriff Probleme, Tore zu erzielen. Am Ende haben wir Glück gehabt, dass der letzte Ball von Flensburg im Aus gelandet ist."

"Es fühlt sich scheiße an, den Punkt am Ende liegen zu lassen", sagte Machulla nach dem Spiel bei Sky: "Den Siebenmeter gegen uns in der Schlusssekunde darf der Schiedsrichter niemals pfeifen", ärgerte er sich über die Entscheidung der Referees - und Holsts Nervenstärke.

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld (3), Kneer (2), Björnsen (5), Ferraz (1), Weber, Mirkulovski, Torbrügge, Weissgerber, Frend Öfors, Holst (5/2), Forsell Schefvert (4), Rubin (3), Lindskog, Cavor (4).

SG Flensburg/Handewitt: Buric, Bergerud; Golla (2), Hald (3), Svan (1), Wanne (2/2), Jeppsson (3), Jondal (3), Steinhauser, Zachariassen, Johannessen (5), Gottfridsson (4), Persson, Jurecki, Rød (4).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Immel/Klein (Erkelenz/Mettmann). - Zuschauer: 3904. - Zeitstrafen: 8:8 Minuten. - Siebenmeter: 3/2 - 4/2.

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