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Olle Forsell Schefvert (Mitte) und die HSG Wetzlar machten dem SC Magdeburg das Leben ordentlich schwer.

HSG Wetzlar

Der Lohn bleibt aus

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Mit dem SC Magdeburg liegt die HSG Wetzlar beim Auswärts-25:30 in der Handball-Bundesliga über weite Strecken auf Augenhöhe.

(ra). Die HSG Wetzlar hat am Sonntag nachmittag in der Handball-Bundesliga der Männer zwar eine 25:30 (13:18)-Niederlage beim heimstarken SC Magdeburg hinnehmen müssen, drei Tage nach dem Heim-23:27 gegen den THW Kiel aber eine spielerisch stärkere Leistung gezeigt. Vor über 6500 Zuschauern in der Getec-Arena gerieten die über lange Zeit gleichwertigen Mittelhessen aufgrund einer kurzen Schwächephase gegen Ende der ersten Halbzeit auf die Verliererstraße. In der 25. Minute hatte Linksaußen Maximilian Holst mit einem Wurf über das ganze Feld ins verwaiste SCM-Tor noch auf 12:13 verkürzen können, vier Minuten später hatte der alles überragende 13-fache Magdeburger Torschütze Matthias Musche die Gastgeber dann aber vorentscheidend auf 17:12 wegziehen lassen.

"Wir haben gegen Kiel und Magdeburg jetzt zweimal nacheinander eine ordentliche Leistung geboten", resümierte Maximilian Holst nach Spielschluss, "dafür können wir uns aber nichts kaufen, den beide Male haben wir dafür keine Punkte bekommen." Auch für den HSG-Linksaußen war die Phase kurz vor dem Seitenwechsel ausschlaggebend dafür, dass die Punkte beim heimstarken Rangvierten blieben. "Wir waren über weite Strecken nicht schlechter als Magdeburg. In der zweiten Welle haben wir dann aber wieder ein paar Bälle weggeworfen und sind entscheidend in Rückstand geraten. Das waren wieder einige kleine Fehler zuviel."

Trotz des deutlichen Fünf-Tore-Rückstandes zur Pause hielt die Mannschaft von Trainer Kia Wandschneider weiter dagegen. Nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch mit dem gelungenen Kempa-Trick zum 24:26 in der 52. Minute von Emil Frend Öfors und Stefan Cavor. Überhaupt war der Wetzlarer Linkshänder am Sonntag neben Linksaußen Maximilian Holst einer der Aktivposten im Team der Grün-Weißen, nicht nur seiner insgesamt acht Tore wegen, auch weil er in der Abwehr im Verbund mit dem Innenblock und Stefan Kneer auf der gegenüberliegenden Seite immer wieder das Passspiel im Magdeburger Positionsangriff zu unterbrechen verstand.

In Anbetracht der Wetzlarer Moral und Charakterstärke, gepaart mit spieltaktischer Disziplin, für die weitgehend der auffällige Olle Forsell Schefvert für den blass gebliebenen Filip Mirkulovski im Aufbau verantwortlich zeichnete, verwunderte es somit nicht, dass die Gastgeber über das 20:15 (35. Musche-Siebenmeter) und 24:18 (40. Musche-Gegenstoß) die Partie nicht vorzeitig für sich entscheiden konnten.

Im Gegenteil, als der HSG Wetzlar knapp zehn Minuten vor Schluss das erwähnte 24:26 gelang, mussten die Bezjak und Co. noch einmal all ihr Können in die Waagschale werfen, um die Punkte in Magdeburg zu behalten. Matthias Musche - wer sonst ? - machte mit seinem 13. Treffer per Siebenmeter zum 29:25 (58.) alles klar, nachdem Alexander Hermann in der 55. Minute noch auf 25:27 verkürzt hatte.

"Jährlich grüßt das Murmeltier", leitete Musche sein Statement ein, "es ist jedes Jahr gegen Wetzlar das gleiche. Du kannst gegen die mit 15 Toren führen, die bleiben immer hartnäckig dran, geben nie auf. Es war ein hartes Stück Arbeit, bis wir die zwei Punkte eingetütet hatten."

Auf Magdeburger Seite verdiente das sich M&M-Duo Matthias Musche/Zeljko Musa Bestnoten, das von der Wetzlarer Abwehr bei 18/5 Treffern kaum zu verteidigen war. Dafür hatte sich die bewegliche 6:0-Deckung der HSG gut auf Spielmacher Marko Bezjak und den Halblinken Michael Damgaard eingestellt.

Nach dem 10:10-Ausgleich von Rechtsaußen Kristian Björnsen im Gegenstoß (22.) haderten die Wandschneider-Schützlinge bei deutlich Wurfhand-Aktionen gegen Filip Mirkulovski und Lenny Rubin gegen allerdings einmal mehr auch mit zwei, drei Schiedsrichterentscheidungen, die für Aufregung sorgten und die Konzentration schwächten. "Lasst euch von der Pfeiferei nicht anstecken", hatte Wandschneider seinen Mannen in einer Auszeit noch gewarnt, doch da war es bereits zu spät und die Hausherren auf den Weg gebracht.

Erfreulich war, dass durch die Einwechslungen von Emil Frend Öfors, Alexander Hermann uns Lars Weissgerber nach dem Wechsel das Wetzlarer Spiel nicht an Qualität verlor. Unter dem Strich fehlte das ein oder andere Tor eines Jannik Kohlbacher aus den Vorjahren, dann wäre der SC Magdeburg vielleicht noch mehr in Verlegenheit gebracht worden.

Vielleicht gelingt dies ja schon an diesem Donnerstagabend, wenn die englische Woche für die HSG Wetzlar mit dem Auswärtsspiel bei Frisch Auf Göppingen (19 Uhr) beendet wird.

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