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Ausverkauftes Haus beim letzten Heimspiel 2018 von Handball-Bundesligist HSG Wetzlar. Gegen den SC DHfK Leipzig beschenken am Sonntag die Akteure die Fans mit einem 23:22-Sieg.

Das erste Weihnachtsgeschenk hatten die HSG-Verantwortlichen den Fans bereits am Freitag auf den Gabentisch gelegt. Mit der Vertragsverlängerung von Trainer Kai Wandschneider (bis 2021) und "Co" Jasmin Camdzic wurde ein Herzenswunsch der Wetzlarer Anhängerschaft erfüllt. Aber es war auch etwas Wehmut angesagt, denn am Sonntag absolvierte Torhüter Nikola Marinovic sein letztes Heimspiel für die HSG Wetzlar. Der 42-Jährige war nach dem Ausfall von Tibor Ivanisevic für etwas mehr als drei Monate vom Schweizer Erstligisten GC Amicitia Zürich ausgeliehen worden – nun endete der Kontrakt.

Auf dem Feld zeigten die Spieler der HSG, dass sie alles versuchen wollten, dem Publikum das nächste Geschenk in Form von zwei Punkten zu präsentieren. Von Beginn an gaben beide Teams vor allem in der Abwehr ordentlich Gas und zwangen den Gegner in den einen oder anderen technischen Fehler. Aber auch beide Torhüter hatten ihren Anteil daran, dass es eine torarme erste Halbzeit geben sollte. Milos Putera aufseiten der Gäste nahm den Wetzlarern zwei, drei frei Würfe weg, die seine Vorderleute per Gegenstoß zum 6:4 nutzten. HSG-Youngster Till Klimpke glänzte unter anderem mit zwei Paraden zum Ende der ersten Hälfte, nahm Philipp Weber an alter Wirkungsstätte in der 27. Minute gar einen Siebenmeter weg. Leipzigs Coach Andre Haber war dementsprechend bedient. "Ich bin schwer enttäuscht", erklärte er hinterher. "Wir haben im Angriff keine Quote gespielt, die reicht, um hier für zwei Punkte infrage zu kommen." Es waren vor allem seine erfahrenen Nationalspieler, die aus dem System ausbrachen, sich zu frühe Würfe nahmen und die Pässe nicht an den Mann brachten.

Aber auch die Gastgeber machten sich durch etliche Ballverluste das Leben schwer. Zu viel Gewürge in der Mitte, zu wenig Spiel über die Außenpositionen – und dennoch erarbeiteten sich die Wetzlarer nach der 12:10-Pausenführung das 14:10 und 20:16. Zwischendurch musste Maximilian Holst nach einem vergebenen Siebenmeter per roter Karte den Platz verlassen. Nach Ansicht der Unparteiischen hatte er Putera den Ball an den Kopf geworfen, obwohl dieser sich eindeutig in Richtung Wurfarm bewegt hatte. Es war nicht die einzige unglückliche Entscheidung der Referees, die die Gemüter auf beiden Seiten erhitzte. Leipzig kam immer wieder auf ein, zwei Tore heran – die HSG verteidigte den Vorsprung leidenschaftlich. Die letzten drei Minuten waren turbulent – und teilweise unübersichtlich. So flog Kristian Björnsen mit einer Zeitstrafe vom Platz, Leipzig versuchte mit sieben gegen fünf den Ausgleich zu erzwingen. Aber auch diese Phase überstanden die Grün-Weißen, ließen nur noch den 22:23-Anschlusstreffer zu, ehe sich Mirkulovski in Manndeckung ins Punkte-Glück dribbelte. "Das waren zwei ganz wichtige Punkte", freute sich Wandschneider über die Zähler 13 und 14, die Platz zwölf in der Tabelle bedeuten. Damit kann man auch etwas beruhiger in das Hessen-Derby am Donnerstag (19 Uhr) bei der MT Melsungen gehen.

HSG Wetzlar: Klimpke, Marinovic; Hermann, Björnsen, Ferraz, Mirkulovski (1), Schreiber, Torbrügge (1), Frend Öfors (3), Holst (4/4), Waldgenbach, Forsell Schefvert (1), Rubin (5), Lux (1), Lindskog (3), Cavor (4).

SC DHfK Leipzig: Villadsen, Putera; Semper (2), Wiesmach (5/2), Rojewski, Jurdzs (3), Krzikalla (1), Binder (3), Janke (2), Pieczkowski, Roschek, Weber (2/1), Remke (1), Gebala, Milosevic (3), Santos.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Thiyagarajah/Thiyagarajah (Gummersbach). – Zuschauer: 4421. – Zeitstrafen: 6:8 Minuten. – Siebenmeter: 7/4 – 4/3.

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