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Olle Forsell Schefvert (hinten) war einer der wenigen Lichtblicke im Team der HSG Wetzlar. Attackiert wird der Schwede hier von BHC-Kreisläufer Max Darj (5).

Handball

HSG Wetzlar: Den Kopf nicht klar

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Die HSG Wetzlar lässt mit dem 30:33 beide Punkte beim Bergischen HC liegen.

(ra). Die HSG Wetzlar hat nicht an die starke Leistung vom Sensations-27:27 unter der Woche gegen Meister SG Flensburg/Handewitt angeknüpft. Im Bundesliga-Auswärtsspiel bei Angstgegner Bergischer HC gab es am Sonntag eine 30:33 (15:16)-Niederlage. Die drei Tore Differenz sagten am Ende sogar viel zu wenig über die Leistungsunterschiede in den 60 Minuten aus. Wetzlars ob des Auftritts seiner Mannschaft sichtlich enttäuschter Trainer Kai Wandschneider wurde da deutlicher: "Wir haben wenigstens gekämpft, sonst wären wir hier mit sechs, sieben Toren untergegangen."

In den ersten 30 Minuten hatten die Filip Mirkulowski und Co. die Konzentration noch einigermaßen hoch halten und die Abläufe einhalten können. Die sicher verwandelten Siebenmeter von Maximilian Holst (insgesamt sieben), die Zweikampfstärke in Angriff und Abwehr sowie die Treffer über die zweite Welle u. a. von Filip Mirkulowski zum 4:4 (9.) oder von Maximilian Holst zum 6:6 (14.) hielten die Wetzlarer im Spiel. Beim 12:10 von Alexander Feld in Unterzahl (21.) hatten die Mittelhessen das Momentum sogar auf ihrer Seite. Dennoch ging die Bergischen Löwen bereits mit einer 16:15-Führung in die Kabine.

Konzentration und Geduld hatten die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar dafür in der Kabine gelassen. Die ersten vier Würfe nach der Pause waren unvorbereitet und ohne Not und landeten entweder neben dem Tor oder in den Fängen des sich immens steigernden HBC-Keepers Tomas Mrkva, den nacheinander Alexander Feld, Lenny Rubin und Joao Ferraz zum neuem Ruhm verhalfen. In der Folge schloss sich u. a. auch Außen Lars Weissgerber an, der vom tschechischen BHC-Keeper ausgepokert wurde.

Die zweite Halbzeit war von Wetzlarer seit aus eine Einladung an die Gastgeber zum Sieg. Trotz zweier gehaltener Siebenmeter von Tibor Ivanisevic und einer zudem vereitelten freien Wurfchance gegen Max Darj (48.) hatten die Gastgeber deutliche Vorteile zwischen den Pfosten. Beim 22:18 in der 40. Minute, als die HSG Wetzlar Ruhe und Ordnung längst verloren hatte, mahnte Trainer Kai Wandschneider in seiner Auszeit zwar "Bleibt klar im Kopf", aber auch die angeordnete 4:2-Deckung verhalft zu keiner Wende mehr. Im Gegenteil: Bis zum vorentscheidenden 30:24 in der 52. Minute gesellten sich noch Pass- und Abspielfehler hinzu, statt klar im Kopf zu bleiben hatten die Grün-Weißen diesen verloren.

Wie gesagt, das 30:33 schmeichelte den Wetzlarern noch. Das Team von BHC-Coach Sebastian Hinze machte es den Wetzlarern mit einer Deckung und einem Keeper, die sehr gut zusammenarbeiteten und sich die Wetzlarer Schützen förmlich zurechtstellten, schwer, im zweiten Abschnitt zu Toren zu kommen. Auf den Halbpositionen sorgten Fabian Gutbrod und Kristian Nippes für Dampf und zusammen elf Treffer (!). Der Spielfluss, der die Hinze-Truppe im gebundenen Angriffs auszeichnete, fehlte den Grün-Weißen. Da war vieles Stückwerk, gab es zu viele Einzelaktionen und Außenspieler, die selten gut in Szene gesetzt wurden. Das Wetzlarer Flensburg-Hoch war so schnell verschwunden wie es gekommen war.

Da war die Aussage von Trainer Kai Wandschneider schon etwas entlarvend, wenn er davon sprach, Demut zu lernen. "Wir waren ungeduldig, bewegen die Deckung nicht, nehmen uns zu früh die Würfe und spielen nicht weiter." Da war bei einigen Akteuren wohl die Euphorie von Flensburg nicht verflogen.

Bergischer HC: Rudek, Mrkva; Darj (4), Gunnarsson (5/3), Nippes (4), Baena, Fraatz, Babak (1), Szücs, Damm, Gutbrod (7), Petrovsky (1), Arnesson (6), Johannsson, Boumhouwer (5), Stutzke.

HSG Wetzlar: Ivanisevic, Klimpke; Feld (1), Kneer (2), Björnsen, Ferraz (2), Mirkulowski (1), Torbrügge (1), Weissgerber (2), Frend Öfors, Holst (9/7), Forsell-Schefvert (2), Rubin, Lindskog (5), Cavor (3).

Im Stenogramm / SR: Jamelle/Piper. - Zuschauer: 2450. - Zeitstrafen: Darj, Petrovsky, Stutzke (alle Bergischer HC); Kneer (2), Forsell-Schefvert, Lindskog (alle Wetzlar). - Siebenmeter: 5/3:7/7. - Spielfilm: 4:4 (8.), 10:12 (22.), 16:15 (Halbzeit); 18:15 (33.), 22:18 (40.), 27:22 (48.), 30:24 (52.), 33:30 (Endstand).

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