Kollektives Versagen

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"In der Höhe hast du keine Chance mehr", schaute Thomas Weber, Trainer der U 19 der HSG Wetzlar, mit seiner ganzen Erfahrung konsterniert voraus auf das Viertelfinal-Rückspiel zur deutschen Meisterschaft am nächsten Wochenende. Mit 24:35 (10:13) waren seine Jungs bei der TSV Hannover-Burgdorf am Samstagabend unter den Augen von Spaniens Ex-König Juan Carlos unter die Räder gekommen und haben sich die Aussicht auf das Halbfinale mehr als verbaut.

"In der Höhe hast du keine Chance mehr", schaute Thomas Weber, Trainer der U 19 der HSG Wetzlar, mit seiner ganzen Erfahrung konsterniert voraus auf das Viertelfinal-Rückspiel zur deutschen Meisterschaft am nächsten Wochenende. Mit 24:35 (10:13) waren seine Jungs bei der TSV Hannover-Burgdorf am Samstagabend unter den Augen von Spaniens Ex-König Juan Carlos unter die Räder gekommen und haben sich die Aussicht auf das Halbfinale mehr als verbaut.

"Ich kann gar nicht so viel Bier trinken, wie ich heute bräuchte. Das war ein gelungener Abend für Hannover", grantelte der Coach. Außer Ian Weber erreichte kein Spieler auch nur annähernd seine Normalform. Die Mannschaft bestach mit kollektivem Versagen, schlechte Körpersprache, setzte sich kaum zur Wehr, verweigerte gegenseitige Hilfestellung und hat so, auch in dieser Höhe, verdient verloren.

Mahnende, deutliche Worte in den Auszeiten fruchteten nicht. "Es war desaströs. Alles, was vorher besprochen wurde, verpuffte. So leid und so weh es mir tut, das haben wir hergeschenkt", so Weber. Fünf oder sechs Tore Rückstand wären in eigener Halle noch im Rahmen des Machbaren gewesen. "Ich hoffe, dass sich die Mannschaft noch einmal gut verkauft", erklärte Weber, der schon vor Wochen davor gewarnt hatte, sich mit einem einzigen Spiel alles kaputt zu machen.

Nach zehn Minuten lag man bereits mit 2:7 zurück, Veit Mävers hatte hier vier Mal und Petar Juric drei Mal zugeschlagen. Weber rückte seinen Jungs in einer Auszeit die Köpfe zurecht und die Ansprache fruchtete. Lennart Grosskopf besorgte in der 27. Minute den 9:10-Anschlusstreffer und auch beim 17:20 von Jan Waldgenbach (44.) waren die Grün-Weißen nach zwischenzeitlichem Sieben-Tore-Rückstand wieder auf Kurs.

Drei einfache Ballverluste der HSG nutzten die Hausherren, um wieder auf 23:17 davon zu ziehen. Wetzlar leistete sich verheerende Abspielfehler, ging kaum richtig in die Tiefe oder übernahm kaum Verantwortung für den Ball. In der Abwehr bekam man Mävers nie in den Griff, der, größtenteils unbedrängt, immer wieder von acht Metern per Schlagwurf zum Erfolg kam. Hannover blieb bis zum Ende konzentriert und verschaffte sich mit dem Elf-Tore-Vorsprung eine hervorragende Ausgangssituation für das Rückspiel am kommenden Sonntag

"Ich kann das heute kaum in Worte fassen", war Weber auch Stunden später noch fassungslos. "Ich kann heute leider kein gutes Haar an der Mannschaft lassen. In diesen Spielen kommt es sehr auf die Tagesform an – heute war bei uns überhaupt keine Form da."

TSV Hannover-Burgdorf: Mecke, Buschhorn; Mävers (16/1), Juric (7), Becher (4), Hanne, Urdangarin, Ayar, Holletzek (1), Fischer (1), Krüger, Ahrens (2), Wolf (2), Wunsch (2).

HSG Wetzlar U 19: Rinn, Fischer; Klotz (1), Patt (4), Kleemann (1), Klimpke (1), Weber (6), Grosskopf (2), Kunzendorf (1), Funk (2), Becker, Hadzic (4), Jan Waldgenbach (2), Scheibel.

Im Stenogramm / SR: Immel/Klein (Erkelenz/Mettmann). – Z: 350. – Zeitstrafen: 6:6 Min. – Siebenmeter: 2/1:0/0.

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