Bundesliga-Alltag: Trainer Kai Wandschneider wird mit seiner HSG Wetzlar am Sonntag in Flensburg vorstellig. FOTO: VOGLER

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HSG Wetzlar: Zurück im Tagesgeschäft

  • Daniela Pieth
    vonDaniela Pieth
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Am Mittwoch hatte Handball-Bundesligist HSG Wetzlar verkündet, dass für Trainer Kai Wandschneider am 20. Juni 2021 Schluss ist. Nach dieser Entscheidung steht heute das Spiel in Flensburg an.

Die Entscheidung der HSG, den Vertrag von Trainer Kai Wandschneider mit Vertragsende 2021 auslaufen zu lassen, sorgt in der Handball-Welt für Verwunderung und Unverständnis. Im Fan-Lager gar für Wut ob der schwammigen Begründung des Klubs. Nichtsdestotrotz dreht sich das Bundesliga-Karussell weiter - und Wetzlar ist am Sonntag (16 Uhr/live auf Sky) bei der SG Flensburg/Handewitt gefordert.

Wie hat die Mannschaft auf die Nachricht reagiert? Die Spieler wurden eine Stunde vor der Pressekonferenz informiert. Durchgesickert war das Thema aber bereits früher. "Wir wussten im Dezember schon, was Sache ist", erklärt Wandschneider. "Es ist aber immer etwas anderes, wenn es ausgesprochen ist. Diese Klarheit brauchen wir. Gerüchte schwebten im Raum, selbst Spieler sind angesprochen worden. Das ist ein hochsensibles System zwischen Mannschaft und Trainer, das dadurch destabilisiert werden kann. Das war auch die Absicht derjeniger, die Gerüchte in die Welt gesetzt haben. Aber dieser Anschlag ist absolut fehlgeschlagen. Wir spielen eine überragende Saison, das ist ein klares Statement der Mannschaft", so Wandschneider, der sich weiter auf seine Arbeit konzentriert und abwarten muss, welche Auswirkungen dies auf die Mannschaft hat. 25 Punkte sind ein solides Polster, so dass der Verein kaum noch in Abstiegsgefahr geraten wird. In den nächsten beiden Auswärtsspielen hat die Mannschaft Zeit, sich zu sammeln. "Das Heimspiel gegen Göppingen wird wahrscheinlich ein komisches Spiel werden."

Wieso dieser Zeitpunkt? Der Trainer wurde Anfang November unterrichtet und ist mit dieser Situation sehr professionell umgegangen. "Wir haben schon zwei Tage später gegen Hannover gespielt, dann kam dieser hammerharte Dezember mit sieben Spielen. Da kommst du gar nicht zum Luft holen." Im Januar war erst Pause, dann etliche Spieler weg. In diesem Zeitraum das perfekte Timing zu finden, um die Spieler zu informieren, war schwierig. Jetzt war aus Sicht der Verantwortlichen der nächstmögliche Zeitpunkt, die Spekulationen zu beenden, das unausgesprochen im Raum Stehende öffentlich zu machen. "So hat jetzt jeder Klarheit - und bevor das jetzt wieder alles durchgenudelt ist, werden ein paar Wochen ins Land ziehen", sieht Wandschneider die Dinge.

Übermacht Flensburg: Die SG hat sich in der Champions League mit Siegen bei Elverum Handball und gegen Szeged warmgeworfen. "Die Leistung meiner Mannschaft im Spiel gegen Szeged war herausragend, daran möchten wir natürlich anknüpfen und genau das für uns konservieren", erklärt Coach Maik Machulla. Die Rollenverteilung ist klar, das zeigt der Blick auf den Kader. Hampus Wanne ist wieder da, Holger Glandorf fit und in Spiellaune. Goran Johannesson und Simon Jeppson ballern aus dem linken Rückraum, auch Michal Jurecki kommt immer besser zurecht. Johannes Golla und Anders Zachariassen am Kreis, Jim Gottfridsson als Denker und Lenker, die Außen sehr gut besetzt. Und dann ist da noch ein alter Bekannter im Tor - Benjamin Buric. "Wir wollen die Aufgabe sportlich lösen und wissen um die Qualität von Wetzlar", so Machulla. "Kai hat die Mannschaft sehr gut stabilisiert und sie aus jungen, unbekannten Leuten geformt und weiterentwickelt. Sie werden hoch motiviert sein, wollen die zwei Punkte holen. Wir wollen natürlich weiter gewinnen, wir haben aber auch großen Respekt vor Wetzlar."

Wer fehlt? Wandschneider muss weiter auf Stefan Kneer verzichten. Zudem hat Kreisläufer Nils Torbrügge Probleme mit der linken Schulter, sein Einsatz ist fraglich. Bei den Gastgebern fehlen die Langzeitverletzten Simon Hald, Magnus Rod und Lasse Svan.

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