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Verabschiedet: Alexander Hermann (links) und "Aushilfe" Maximilian Lux.

Handball

HSG Wetzlar: Phänomen Alexander Hermann geht

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Zwei Jahre hat Alexander Hermann das Trikot der HSG Wetzlar getragen. Im letzten Saison-Heimspiel gegen den TVB Stuttgart hat er noch einmal gezeigt, was er zu leisten im Stande ist.

Als der eingewechselte Torhüter Tibor Ivanisevic mit zwei, drei guten Aktionen das Spiel der HSG Wetzlar stabilisiert und so maßgeblich zur 12:9-Führung (24.) gegen die Schwaben beigetragen hatte, beorderte Trainer Kai Wandschneider Alexander Hermann für Lenny Rubin auf die linke Rückraum-Position. Der Österreicher, der 2017 auf der Königsposition in die riesengroßen Fußstapfen eines Steffen Fäth oder Philipp Weber getreten war, war von Jetzt auf Gleich zur Stelle. Der 27-Jährige trug mit zwei herrlich öffnenden Diagonalpässen auf Rechtsaußen Kristian Björnsen sowie zwei extrem wichtigen, unwiderstehlichen Treffern zum 20:17 (42.) und 22:19 (45.) maßgeblich zum abschließenden 26:23-Heimerfolg und den Sprung auf Tabellenplatz zehn bei.

"Alexander ist ein Phänomen", fand auch Trainer Kai Wandschneider lobende Worte für den nach dieser Saison zum stark abstiegsbedrohten VfL Gummersbach wechselnden österreichischen Nationalspieler, "er hat in den letzten 14 Partien gerade einmal 40 Minuten spielen können und ist dann in der Lage, direkt abzuliefern."

Der Gelobte selbst betrachtet die zwei Jahre bei der HSG Wetzlar als wichtige Erfahrung, "und ich denke, dass ich mich auch - wie erhofft - weiterentwickelt habe". Allerdings spricht Hermann auch von verpassten Gelegenheiten: "Sicher hätte es besser laufen können. Die beiden schweren Verletzungen haben mich schon stark beeinträchtigt."

Die beiden monatelangen Zwangspausen nach der Europameisterschaft 2018 und der Weltmeisterschaft 2019 waren es auch, die zwischen dem gebürtigen Linzer und den Grün-Weißen nie die ganz große Handball-Liebe entstehen ließen. Dem 75-fachen Nationalspieler schien das Nationaltrikot näher als das des heimischen Bundesligisten. Obwohl angeschlagen und zuvor bereits im Punktspielalltag eingeschränkt, wagte der Rückraumspieler entgegen vieler Ratschläge die EM- und WM-Wagnisse und kehrte zum Leidwesen der HSG Wetzlar mit schweren Knie- und Fußverletzungen zurück.

Nach dem 26:23 über Stuttgart am Mittwoch hatten dennoch Professionalität und Emotionalität hinreichend Platz, um dem 27-Jährigen neben Nachverpflichtung Maximilian Lux einen würdigen Abschied zu geben.

So ganz relaxed konnte Hermann allerdings nicht sein, denn soeben hatte sein künftiger Verein VfL Gummersbach gegen Frisch Auf Göppingen mit 22:26 verloren und schwebt so vor dem Abstiegsendspiel an Pfingsten bei der SG BBM Bietigheim in akuter Gefahr. "Ich schaue die ganze Zeit schon auf die Gummersbacher Resultate", klärt Hermann über seine Gefühlslage auf, "und ganz ehrlich, ich habe eigentlich keinen Bock auf zweite Liga." Wenn es aber runter gehen sollte, will er mit dem VfL "alles unternehmen, um gleich wieder aufzusteigen. Dann sehen wir uns hier schnell wieder."

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