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Rekordsieger beim Heide-Cup: Die HSG Wetzlar gewinnt das Finale gegen den Handball-Bundesliga-Widersacher Füchse Berlin mit 33:30 und sichert sich somit zum dritten Mal den "Pott" in Schneverdingen.

HSG Wetzlar

HSG-Trainer Wandschneider gerät ins Schwärmen

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Drei Spiele, drei Siege. Die HSG Wetzlar präsentierte sich beim traditionellen Heide-Cup in Schneverdingen zehn Tage vor dem Start in die Handball-Bundesliga schon in beachtlich guter Form.

Aus der Redaktion

Die HSG Wetzlar hat in den drei Tagen von Schneverdingen einen starken Eindruck hinterlassen. Das Team von Cheftrainer Wandschneider spielte konstant auf gutem Niveau. Das große Plus war die Eingespieltheit - ein großer Vorteil gegenüber den anderen Teams. Die Grün-Weißen feierten Siege gegen den französischen Erstligisten Saint-Raphael VAR Handball mit 29:26, gegen eine nicht in Bestbesetzung angetretene russische Nationalmannschaft (31:25) und im Endspiel gegen die ambitionierten Hauptstädter mit dem ehemaligen Wetzlarer Trainer Velimir Petkovic. Nun sind die Wetzlarer mit drei Turnier-Erfolgen in Schneverdingen Heide-Cup-Rekordsieger.

Maximilian Holst, HSG-Siebenmeter-Schütze vom Dienst, als bester Torschütze des Turniers (20) mit einem riesigen Heidschnucken-Kuscheltier ausgezeichnet, bilanzierte: "Wir sind in der Vorbereitung ungeschlagen und haben zwei Turniere gewonnen. Das bringt viel Selbstvertrauen in unser Team. Wir sind eingespielt und haben keine Integrationsprobleme. Es wäre super, wenn wir unseren Spielfluss aus der letzten Saison mit in die neue nehmen können."

Und Trainer Wandschneider konnte seinen Stolz nach dem Finalsieg gegen die Füchse nicht verbergen: "Es war großartig, was wir heute, im dritten Spiel hintereinander, gegen den Favoriten aus Berlin gespielt haben. Wir haben wieder eine bärenstarke Abwehr gestellt und sind konzentriert und konsequent Gegenstoß gelaufen." Ihm ist vor der Saison und der am Wochenende anstehenden ersten Pokalrunde, in der die Mittelhessen am Samstag beim Erstligakonkurrenten HBW Balingen-Weilstetten antreten müssen, nicht bange.

Finale / HSG Wetzlar - Füchse Berlin 33:30 (20:14):Die HSG fand gut ins Spiel, führte nach Toren von Stefan Cavor und Holst schnell mit 2:0. Dies lag auch daran, weil Torhüter Till Klimpke gleich die Hände an den Ball bekam und den Berliner Rückraum-Schützen in der Anfangsphase zwei Würfe abkaufte. Bis Mitte der ersten Halbzeit blieb es jedoch eine Partie auf Augenhöhe, auch weil das Team von Füchse-Coach Velimir Petkovic immer wieder den Kreis fand und so zu leichten Treffern aus der Nahdistanz kam. 9:9 hieß es nach 18 Spielminuten.

Doch danach konnten sich die Wetzlarer, die über die gesamte Spielzeit eine hohe Abschlusseffektivität zeigten, absetzen. Immer wieder wurde nach Ballgewinnen schnell umgeschaltet und so der Gegner unter Druck gesetzt. In der Schlussphase des ersten Abschnitts spielten die Grün-Weißen wie im Rausch. Klimpke hielt unter anderem einen Strafwurf von Weltmeister Hans Lindberg und Holst traf mehrfach sicher vom Siebenmeter-Punkt. Zur Pause leuchtete ein 20:14 von der Anzeigetafel.

Wer nun dachte, nach dem Wechsel würden die Mittelhessen nachlassen, der sah sich getäuscht. Die Filip Mirkulovski und Co. ließen sich trotz einer mannbezogenen Deckung für Stefan Cavor nicht aus dem Konzept bringen. Erst in der 48. Minute kamen die Grün-Weißen etwas ins Schlingern, und das trotz Überzahl. Der von einer Magen-Darm-Grippe immer noch geschwächte Schweizer Lenny Rubin begann zwei Fehler, warf am Tor vorbei und spielte dem Berliner Tim Matthes im Angriff den Ball in die Hände. Somit konnten die Hauptstädter nochmals auf 27:31 herankommen. Doch die HSG ließ sich nicht beirren. - HSG Wetzlar: Klimpke (1.-55.), Ivanisevic; Feld 1, Kneer 1, Björnsen 5/1, Ferraz, Mirkulovski, Torbrügge 1, Weissgerber, Frend Öfors 1, Holst 7/4, Forsell Schefvert 3, Rubin 2, Lindskog 6, Cavor 6. / Füchse Berlin: Milosavljev, Heinevetter, Zimmer; Ernst 3, Wiede 2, Struck, Mandalinic 2, Gojun 2, Lindberg 3, Zachrisson 1, Simak 2/2, Müller 1, Matthes 4, Koch 4, Marsenic 4, Drux 2.

HSG Wetzlar - Nationalteam Russland 31:25 (20:10):Im Vergleich zum Spiel am Freitag gegen St. Raphael wechselte Wandschneider seine Startformation munter durch, um Kräfte zu verteilen. Im Tor begann Tibor Ivanisevic, der gleich zwei der ersten drei russischen Würfe entschärfen konnte. Bereits nach zehn Minuten leuchtete eine 6:1-Führung von der Anzeigetafel. Bis zu Pause änderte sich kaum etwas am Spielverlauf. Wetzlar agierte konzentriert und zielstrebig.

Nach dem Wechsel stellte Russlands Trainer Koksharov seine Abwehr um und spielte mit einer 5:1-Deckung. Dies ließ den Wetzlarer Spielfluss etwas stocken. Dazu erlaubten sich die Grün-Weißen im Gefühl des sehr sicheren Sieges einige Unkonzentriertheit, vor allem im Abschluss. Weissgerber und Frend Öfors scheiterten beispielsweise beim Gegenstoß. Dazu Mirkulovski, Cavor und Lindskog frei vom Kreis. Da die Partie mittlerweile einen Trainingsspiel-Charakter hatte, kam kaum noch Spannung auf. Dafür sorgte auch Tibor Ivanisevic, der einige russische Würfe entschärfte und eine starke Leistung zeigte. Auch Alexander Feld sorgte mit drei blitzsauberen Schlagwürfen aus dem Rückraum für Highlights des Spiels. Wandschneider gefiel das Angriffsspiel, wobei sich Alexander Feld mit seinen tollen Schlagwurftoren ein Extralob verdiente.

Wetzlar: Ivanisevic (1.-60.), Klimpke (n.e.); Feld (4), Kneer, Björnsen (n.e.), Ferraz (3), Mirkulovski, Torbrügge (3), Weissgerber (1), Frend Öfors (5), Holst (8/8), Forsell Schefvert (2), Rubin (1), Lindskog, Cavor (4).

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