Bundesliga-Heimspiel

Für HSG heißt es: "Aufstehen und weitermachen"

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Nach Hamburg ist vor Berlin. Die Enttäuschung sitzt Verein und Fans noch im Nacken, trotzdem müssen sich die Handballer der HSG Wetzlar wieder auf den Bundesliga-Alltag konzentrieren.

Am Donnerstag (19 Uhr) sind die Füchse Berlin zu Gast in der Wetzlarer Rittal-Arena. "Über 4000 Karten sind bereits verkauft. Somit wird es an der Abendkasse noch Stehplatzkarten geben", erklärte HSG-Geschäftsführer Björn Seipp.

Wie geht man bei der HSG mit dem Debakel Hamburg um? Am Montag hatten die Spieler frei und Zeit, die 19:24-Niederlage von Samstag zu verarbeiten. In der ersten Einheit am Dienstag hat sich Trainer Kai Wandschneider mit der Mannschaft zusammengesetzt und gefragt, wie die Spieler die Tage in Hamburg erlebt haben. "Da müssen wir drüber sprechen und das, was von uns erwartet wird und was wir auch von uns selbst erwarten, machen – nachdem wir gefallen sind, wieder aufstehen und weitermachen", sagt der Coach. Wandschneider warnte von Beginn der Saison an, auf welchem schmalen Grat die HSG wandert. Die Mannschaft spielt an der oberen Grenze, hat, egal welche Ausfälle zu verkraften waren, immer weitergemacht. "4:15 zur Pause, was willst du dazu sagen? Die Jungs haben alle das Herz am rechten Fleck. Es gab keinen Anker, an dem wir uns festhalten konnten." Keine Siebenmeter reingemacht, zu viele Fehlwürfe und technische Fehler. "Wir sind zusätzlich unter Druck geraten durch die beiden frühen Überzahlspiele, das verstärkt immer den mentalen Druck. Weil jeder sagt, wenn ihr in Überzahl seid, müsst ihr doch auch gegen Kiel ein Tor machen." Man merkt: Der Stachel sitzt tief, nicht nur beim Trainer, auch in der Mannschaft. "Normalerweise würde ich mir das Spiel nie wieder ansehen oder nur mit drei Jahren Abstand", erklärte Wandschneider lachend. "Jetzt werde ich das auseinandernehmen. Wir haben eine tolle Mannschaft, spielen eine klasse Saison. Es ist schade, dass man eigentlich dafür bestraft wird, oder sich selber dafür bestraft, dass man im Pokal so weit gekommen ist. Das war die Grenze. Ich bin total dankbar dafür, dass wir nicht noch vier Spiele haben, in denen es um alles geht. Wir haben es durch Überraschungen schon früh geschafft, diesen Dampf vom Kessel zu nehmen."

Wie haben die Fans Hamburg erlebt? Am Samstagabend war die Enttäuschung über die desaströse Leistung gegen die TSV Hannover-Burgdorf groß. In den sozialen Netzwerken tobten sich viele aus, mussten aber auch hier schon Gegenwind hinnehmen. Die Meckerer wurden daran erinnert, welch großer Erfolg allein schon die Teilnahme am Final Four für die Grün-Weißen war. Bereits am Sonntagmorgen war der Ärger halbwegs verraucht und der Stolz auf das Erreichte zurückgekehrt. "Auf der Rückfahrt war die ganze Gimmler-Flotte unterwegs und wir haben auf einer Raststätte mit unseren Fans geredet", berichtete Wandschneider. "Die hatten großes Verständnis, das fand ich klasse. Ich fand es einfach großartig, wie die Fans sich verhalten haben. Sie waren traurig und ich denke, nach der ersten Halbzeit auch geschockt. Sie waren nach der zweiten Halbzeit aber wohl so halbwegs versöhnt. Die Unterstützung brauchen wir."

Mit welchem Kader geht es weiter? Fehlen werden Evars Klesniks (Bandscheibenprobleme) und Jannik Kohlbacher (Ellbogen-OP), für beide ist die Saison beendet. Bei Kristian Björnsen (vereiterter Daumen) besteht die Möglichkeit, dass er spielt, er wird bis dahin aber nicht trainieren.

Mit welchen Ambitionen gehen die Füchse Berlin ins Spiel? Berlin ist noch voll im Kampf um die Champions-League-Plätze. Trainer Velimir Petkovic hatte im Laufe der Runde viele verletzte Akteure und hat mit Petar Nenadic den spielbestimmenden Rückraumspieler abgegeben. "Aber Petko lässt sich immer wieder etwas einfallen. Er zieht im taktischen Bereich alle Register, aber auch, wie er versucht, bestehende Lücken zu füllen", warnt Wandschneider. "Über die Favoritenrolle müssen wir uns nicht unterhalten. Ich hoffe, dass wir an die zweite Halbzeit in Hamburg anknüpfen können, das war eine gute Leistung."

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