Handball

WM fängt für Schiedsrichter in Dutenhofen an

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Für 19 Schiedsrichtergespanne geht es um viel: Sie wollen bei der Handball-WM im Januar Spiele leiten. Bei ihrem letzten Lehrgang vor der Nominierung pauken und schwitzen sie in Dutenhofen.

Schwitzende Sportler sind in Dutenhofen keine Besonderheit. Doch der Tross, der am Samstagvormittag aus einem Reisebus dort in die Sporthalle strömte, war bemerkenswert. Geballte Schiedsrichterkompetenz auf höchster Ebene war zu Gast in Mittelhessen – das Beste, was die International Handball Federation (IHF) zu bieten hat. In der Vorbereitung auf die Handball-Weltmeisterschaft im Januar 2019 schwitzten, paukten und fachsimpelten sich 19 Schiedsrichtergespanne mit der Hoffnung auf die WM-Teilnahme durch den Tag. Am Wochenende war die Internationale Handball Federation zu Gast in Mittelhessen.

Fitnesscoaches aus Spanien

Die Gespanne sind in der engen Auswahl für die Nominierung zur Weltmeisterschaft, die in Deutschland und Dänemark ausgetragen wird. Von fast allen Kontinenten waren die Schiedsrichter angereist, um den letzten gemeinsamen Lehrgang vor der WM zu absolvieren. Die Gespanne waren von Freitag bis Sonntag in der Sportschule Frankfurt untergebracht und wurden genauestens unter die Lupe genommen. Zwei eigens aus Spanien angeheuerte Fitnesscoaches nahmen die Schiedsrichter in die Mangel, führten umfangreiche Tests mit den Nominierten durch. In Dutenhofen mussten sich die Unparteiischen unter anderem durch einen Shuttle-Run-Test quälen, bei dem eine gute Kondition vonnöten ist. Dazukamen Sprint- und Koordinationstests. Zudem absolvierten sie ein gemeinsames Training mit der Bundesligatruppe der HSG Wetzlar unter der Leitung von Trainer Kai Wandschneider. Es wurden verschiedene Spielsequenzen nachgestellt, die von den Teilnehmern geleitet wurden.

Schwerpunkt: Kreisläuferspiel

"Die Schwerpunkte sind das Spiel am und mit dem Kreisläufer. Insbesondere das Überzahlspiel sieben gegen sechs, da wird während der WM sicher auch mit drei Kreisläufern gearbeitet. Das kennen die meisten Schiedsrichter hier so überhaupt nicht und daher muss es geschult werden", erklärte Dietrich Späthe, der zusammen mit dem Vorsitzenden der Kommission Regelwerk und Schiedsrichter, Ramon Gallego (Spanien), verantwortlich für die Fortbildung der Schiedsrichter zeichnet. Weitere Themen waren das allgemeine Auftreten und die Schwierigkeiten beim passiven Spiel. "Es geht uns hier in Wetzlar auch darum, die Schiedsrichter für bestimmte Spielsituationen zu sensibilisieren und Probleme gezielt anzusprechen und aufzuarbeiten", nannte Späthe die weiteren Schwerpunkte. So wurde für den Nachmittag ein Mentaltrainer engagiert, der die Gespanne auf brenzlige Situationen vorbereiten und Lösungsansätze mit auf den Weg geben sollte.

Hausaufgaben werden kontrolliert

Mit Vitaluhren wird bis zur WM überprüft, ob die Schiedsrichter ihre "Hausaufgaben" absolvieren und die nötige Fitness mit in ein so großes und wichtiges Turnier bringen. "Jeder Schiedsrichter hat einen individuellen Trainingsplan bekommen und hat die Aufgabe, diesen zu Hause zu bearbeiten. Kontrolliert wird dies neben den Tests hier durch eine Tracking-Uhr. Jeder Schiedsrichter ist damit ausgestattet, und die Coaches können über ein Programm auf einem Zentralrechner jederzeit die entsprechenden Werte und Daten der Schiedsrichter abfragen", erklärte Bernd Dugall, der mit der Organisation des Lehrgangs betraut war.

Deutsches Duo macht sich Hoffnungen

Auch ein deutsches Gespann darf sich Hoffnungen auf die WM-Teilnahme machen. Robert Schulze und Tobias Tönnies aus Magdeburg waren bereits dreimal bei den Weltmeisterschaften der Frauen dabei und haben das erste Mal die Chance, bei den Männern zum Einsatz zu kommen.

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