HSG Wetzlar

Derby-Niederlage mit Verspätung für HSG Wetzlar

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Der Mannschaftsbus steckt wegen einer Vollsperrung auf der A7 fest, die Leistung der HSG Wetzlar kann sich dann aber sehen lassen. Trotzdem gibt’s in Melsungen am Donnerstagabend ein 24:26.

Trotz der Derbyniederlage zum Jahresabschluss geht die HSG Wetzlar zufrieden in die zweimonatige Pause der Handball-Bundesliga. Die Grün-Weißen lieferten unter kuriosen Umständen eine grundsolide Leistung und können sich nach dem 24:26 (10:13) bei der MT Melsungen am Donnerstagabend nur wenig vorwerfen. "Wir haben sensationell gespielt, uns nie aufgegeben", meinte HSG-Trainer Kai Wandschneider. Der 59-Jährige kann mit der Gesamtentwicklung seines Teams, das mit 14 Zählern in den Winter geht, zufrieden sein.

Trainer Wandschneider nimmt Verspätung mit Humor

Gegenüber den beiden Niederlagen mit acht Gegentreffern in den Vormonaten gegen Melsungen sei das Donnerstags-Spiel eine "Riesensteigerung" gewesen. Zudem steckten die Wetzlarer vor der Partie lange auf der A7 fest – diese war wegen eines Unfalls vollgesperrt, die Partie wurde 45 Minuten später angepfiffen. "Draußen war’s kalt, deshalb sind alle im Bus geblieben und haben weiter ihr Ding gemacht", erzählte Wetzlars Keeper Till Klimpke, mit 15 Paraden erneut ein starker Rückhalt. Sein Coach ergänzte: "Es war trotzdem eine gute Stimmung im Bus, die Jungs haben Humor." Wandschneider auch: "Wir haben beschlossen, die Auswärtsspiele in der Liga jetzt immer mit einer Stunde Verspätung anzufangen."

Till Klimpke hadert mit "ein, zwei unglücklichen Szenen"

Die Stimmung war fast schon ungewöhnlich gut angesichts der Tatsache, dass die Wetzlarer letzten Endes doch verloren – und mit etwas mehr Glück sogar einen Auswärtscoup hinlegen hätten können. "Es gab ein, zwei unglückliche Szenen, dann kann das Spiel auch anders laufen", wusste Klimpke. Die gute Mannschaftsleistung stand über allem, ein paar Prozentpunkte aber fehlten zum Punktgewinn.

Dazu zählte der am gestrigen Abend in der Kasseler Rothenbach-Halle mäßige Wetzlarer rechte Rückraum um Stefan Cavor und Joao Ferraz. Dazu zählte die unglückliche Zwei-Minuten-Strafe für Olle Forsell Schefvert in der 53. Minute, als die HSG beim 20:23 in Überzahl noch einmal heranrücken hätte können. Und dazu zählte Melsungens Schlussmann Nebojsa Simic, der satte 16 Paraden hinlegte und eine Wetzlarer Überraschung so unmöglich machte.

HSG kämpft sich in der zweiten Halbzeit immer wieder heran

Der HSG Wetzlar war die verlängerte Busfahrt nicht anzumerken. Die Grün-Weißen kamen gut in die Partie, führten bis zum 6:5 in schöner Regelmäßigkeit. Vor allem Torhüter Klimpke glänzte erneut, parierte in der ersten Hälfte neun Würfe und kam so auf eine Quote von 40,91 Prozent. Das Blatt wendete sich Mitte der ersten Hälfte, als Melsungen beim 7:6 nach 17 Minuten erstmals in Führung ging. So zog die MT peu a peu davon und wurde ihrer Favoritenrolle durch den 13:10-Halbzeitstand doch gerecht.

Direkt nach der Pause folgten drei Wetzlarer Fehlwürfe, sodass beim 10:15 schon vieles gelaufen schien. Doch die HSG kämpfte im Hessen-Derby, war nach Frend Öfors abgefälschten Wurf in der 41. Minute bis auf ein Tor heran (15:16). Melsungens Trainer Heiko Grimm redete seine Mannschaft in der folgenden Ansprache 20 Minuten vor Schluss stark: "Wir decken geil, dafür werden wir belohnt. Wir gewinnen das Spiel mit unseren Emotionen!" Es wirkte, in den Folgeminuten erarbeitete sich das routinierte Melsungen jenen Vorsprung, von dem die Hausherren bis zum Schluss zehrten. Beim 16:20 (46.) und 20:23 (53.) herrschte im HSG-Lager noch Hoffnung, beim Vier-Tore-Rückstand vier Minuten vor Spielende war dann allmählich klar, dass es nichts wird mit dem Auswärtscoup zum Jahresabschluss.

Nikola Marinovic darf in den letzten Minuten zum Abschluss ins Tor

Altmeister Nikola Marinovic konnte sich in seinem letzten Spiel mit einem gehaltenen Siebenmeter noch einmal auszeichnen, der 42-jährige HSG-Keeper durfte in den letzten Minuten im Kasten stehen. Die insgesamt solide Leistung bildete einen zufriedenstellenden Abschluss für die Wetzlarer, die sich in den letzten Wochen durch zuletzt drei Heimsiege stabilisierte – und dem anvisierten Klassenerhalt mit acht Zählern Vorsprung auf einen Abstiegsplatz bereits nahe ist. Vor allem deshalb war die Stimmung trotz der Niederlage gut.

MT Melsungen Tore:Mikkelsen (7/2), Kunkel (5), Lemke (4), Reichmann (3/1), Sidorowicz (2), Müller (2), Birkefeldt (2), Danner (1).

Wetzlar Tore: Hermann (4), Björnsen (4), Lindskog (4), Frend Öfors (4), Runin (2), Forsell Schefvert (2), Cavor (1), Ferraz (1), Mirkulovski (1), Holst (1/1).

Zuschauer: 4300.

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