_210505OVHSGLEM0191_0605_4c_1
+
Ein gebrauchter Tag: Lenny Rubin (44) und Philipp Henningsson (M.) verlieren mit ihrer ersatzgeschwächten HSG Wetzlar) 21:27 gegen TBV Lemgo-Lippe. Kreisläufer Marcel Timm lauert auf das eventuelle Anspiel seines aber wurfbereiten Halblinken Jonathan Carlsbogard.

HSG Wetzlar

Der HSG Wetzlar fehlt die mentale Power

  • Ralf Waldschmidt
    VonRalf Waldschmidt
    schließen

Dem Verletzungsschock vom Dienstag folgt ein gebrauchter Mittwoch. Die HSG Wetzlar unterliegt im Bundesliga-Heimspiel dem TBV Lemgo-Lippe mit 21:27 (11:16).

Die HSG Wetzlar hat ihrer Verletztenmisere nicht trotzen können. Gegen den TBV Lemgo-Lippe setzte es am Mittwochabend die aufgrund der schwerwiegenden Ausfälle von Stefan Cavor (Handbruch), Alexander Feld (Riss der Adduktorensehne) und Olle Forsell-Schefvert (Knie-OP) zu befürchtende Niederlage. Beim 21;27 (11:16) führten die Ostwestfalen die Vorentscheidung bereits zwischen der 18, und 27. Minute herbei, als sie aus dem 8:9-Rückstand (Lindskog) eine 15:10-Führung (Cederholm) machten und hernach in der Rittal-Arena deutlich den Ton angaben.

Das Team von Trainer Kai Wandschneider mühte sich, spielte in der ersten Viertelstunde Pass auf Pass bis der letzte Pass passte. Beispielhaft das Kreis-7:7 vom starken Anton Lindskog (17.) auf Fredriksen-Anspiel. Als diese Geduld im Positionsangriff aber verloren ging und die ersten technischen Fehler unterliefen, schlugen die Gäste gnadenlos zu. In Person von Jonathan Carlsbogard, dem Lemgoer Halblinken, der das Blatt zum TBV-10:9 wendete, sowie von Andreas Cederholm, dem Lemgoer Rückraumrechten, der beim TBV-15:10 den Bundesliga-Standard auf dieser Position deutlich machte.

Die Wetzlarer Treffer resultierten überwiegend aus Gegenstößen, Kreistoren und Holst-Siebenmetern. Im Rückraum fehlte verständlicherweise die Durchschlagskraft, Lenny Rubin wirkte nach seinen erfolglosen Länderspiel-Auftritten mit der Schweiz müde und Ivan Srsen, Magnus Fredriksen sowie Philip Henningsson waren mit Ausnahme der Anfangsviertelstunde zu oft unentschlossen.

Die Partie entwickelte sich für die HSG Wetzlar zu einem Kampf gegen Windmühlen. Filip Mirkulovski versuchte direkt nach der Pause das Spiel anstelle von Magnus Fredriksen zu ordnen, Lenny Rubin stemmte sich mit drei Treffern in Serie zum 14:19 (37.) gegen die sich abzeichnende Niederlage - aber die Mannschaft von 2007er-Weltmeister Florian Kehrmann ließ nicht nach. Das Elisson-21:14 war für HSG-Coach Kai Wandschneider nach 40 Minuten Anlass für seine zweite Auszeit.

Die Zuversicht wuchs aber nicht. Im Gegenteil, als Patrick Gempp, Emil Mellegard, Ivan Srsen, Lars Weissgerber, Magnus Fredriksen und Kristian Björnsen - obwohl freigespielt (!) - nacheinander 100-prozentige Chancen gleich im halben Dutzend liegen ließen, war die Messe beim 15:23 (45.) gegen die Grün-Weißen endgültig gelesen.

Nur gut, dass die Gäste aus dem Lipperland ab der 45. Minute begannen, ebenfalls schlampig mit ihren gut herausgespielten Chancen umzugehen und TBV-Trainer Kehrmann ordentlich durchwechselte. Sonst wäre die Wetzlarer Niederlage noch deutlicher als mit dem 21:27 ausgefallen.

»Wir haben die Wetzlarer Abwehr in Bewegung gebracht und sind gut in die Tiefe gekommen«, lobte Lemgos Trainer Florian Kehrmann sein Team. TBV-Keeper Peter Johannesson, der 42 Prozent aller Würfe parierte, führte den Sieg auf »eine super Deckung und eine vor der Pause überragende erste und zweite Welle« zurück.

Wetzlars Kapitän Kristian Björnsen versprach für die Zukunft, »trotz der Verletztenmisere wieder bessere Lösungen zu finden als heute«. In den Augen von HSG-Trainer Kai Wandschneider fehlte seinem personell und dadurch auch mental angeschlagenen Team Frische, Power und Energie.

HSG Wetzlar: Till Klimpke, Ivanisevic; Srsen (2), Henningsson, Björnsen (3), Ole Klimpke, Mirkulovski, Weissgerber (1), Holst (3/3), Fredriksen (1), Gempp (1), Mellegard, Rubin (4), Lindskog (6).

TBV Lemgo Lippe: Zecher, Johannesson; Elisson (5), Kogut (1), Isaias Guardiola (2), Simak (1), Carlsbogard (3) Schagen (2), Timm (3), Hangstein (1), Zerbe (3), Gedon Guardiola, Cederholm (3), Geis, Reimann, Baijens (3).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Kern/Kuschel (Karlsruhe). - Zeitstrafen: Björnsen (13.), Lindskog (45., 54., beide Wetzlar); Kogut (18.), Timm (42.) - Torfilm: 2:2 (3.), 5:5 (10.), 8:8 (17.), 10:15 (27.), 11:16 (Halbzeit); 14:21 (40.), 17:25 (52.), 20:26 (55.), 21:27 (Endstand).

Enttäuscht: Wetzlars (v. l.) Emil Mellegard, Anton Lindskog und Kristian Björnsen mussten die Überlegenheit der Lemgoer anerkennen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare