HSG Wetzlar

Alle Mann an Bord

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Am Ostersonntag bestreitet die HSG Wetzlar nach dreiwöchiger Pause ihr nächstes Heimspiel in der Handball-Bundesliga. Zu Gast ist um 16 Uhr der TBV Lemgo Lippe.

HSG-Geschäftsführer Björn Seipp rechnet trotz des guten Wetters mit rund 4000 Zuschauern in der heimischen Rittal-Arena zu Wetzlar.

Die Pause: Nach dem 25:23-Sieg bei der TSV Hannover-Burgdorf hätten die Grün-Weißen gerne weitergemacht und den Schwung des Erfolges mitgenommen. Erst am Sonntag wird sich zeigen, ob die Länderspielpause eher geschadet oder doch neue Kräfte freigesetzt hat. Mit den verblieben Spielern hat Trainer Kai Wandschneider im individuellen Bereich gearbeitet. "Das finde ich auch gut. Da kann man sich mehr um einzelne Spieler kümmern." Vor dem Testspiel gegen Melsungen war allerdings kein Einspielen möglich, da zu wenige Spieler im Training waren. Wandschneider lobt jedoch die Einstellung seiner Akteure: "Das haben wir richtig seriös gemacht."

Das Personal: Alle Spieler der HSG sind unverletzt und gesund von ihren Nationalmannschaftseinsätzen zurückgekehrt. Die letzten Spieler stiegen am Mittwoch ins Training ein. Till Klimpke blieb indes trotz Anforderung des Deutschen Handball-Bundes zu Hause und nutzte die Zeit, um sich vier Weisheitszähne entfernen zu lassen. "Wir waren am Mittwoch das erste Mal seit, ich glaube Anfang September, als komplette Mannschaft im Training. Das habe ich noch nie erlebt. Das war ein schönes Gefühl, mit der kompletten Mannschaft trainieren zu können", gewährt Wandschneider Einblick in sein Innenleben.

Hermann hat vier Monate kein Handball mit der Mannschaft gespielt, seine Sache gegen Melsungen aber gut gemacht. Ein wirklicher Gradmesser kann diese Partie allerdings kaum sein. Doch Wandschneider sagt auch: "Da müssen wir noch ein bisschen Geduld haben." Erfreulich ist, dass Joao Ferraz im Testspiel einen deutlich besseren Eindruck hinterlassen hat, als in den letzten Monaten. Es wäre wünschenswert, dass er es endlich wieder schafft, eine deutliche Unterstützung für Stefan Cavor zu sein, der die Saison im rechten Rückraum bisher fast allein bestreiten muss.

Das Restprogramm: "Wir haben noch acht Spiele, den Klassenerhalt haben wir geschafft – und wir wollen noch so viel Punkte wie möglich draufpacken", gibt Wandschneider die Marschroute vor. Dafür wollen die Wetzlarer gegen Lemgo gewinnen, um gut in die letzten acht Saisonspiele zu starten. Nächste Woche Donnerstag geht es nach Bietigheim, ehe dann exakt eine Woche später der VfL Gummersbach zu Gast ist. Das sind wieder einmal drei Spiele in zehn Tagen und Wandschneider hofft, dass alle Spieler gesund und unverletzt bleiben.

Der Gegner: Lemgo rangiert mit 23 Punkten auf Rang neun. Das Hinrundenspiel hatten die Grün-Weißen nur sehr unglücklich verloren. Der letzte Treffer von Fabian van Olphen, der per Freiwurf zum 25:24 einnetzte, war nicht korrekt ausgeführt und deshalb doppelt bitter für die Wetzlarer. Der TBV hat sich nach einer guten Saison 2017/2018 auch in dieser Runde im Mittelfeld der Tabelle etabliert.

Lemgo bevorzugt Tempo-Handball. Mit schneller Mitte und nach Ballgewinn über die Außenbahnflitzer Patrick Zieker und Tim Hornke kommen die Männer von Coach Florian Kehrmann zu einfachen Toren. Van Olphen hält in der 6:0-Deckung den Laden dicht, dahinter wirken mit Peter Johannesson und Piotr Wyszomirski zwei starke Torhüter. Im Angriff hat sich Mittelmann Tim Suton mit seinen guten Leistungen in die Nationalmannschaft gespielt und versteht es prächtig, seine Nebenleute einzusetzen, ist aber auch selbst torgefährlich. Lemgo spielt sehr diszipliniert, daher ist bei der HSG vor allem Geduld gefragt.

Verzichten muss der TBV auf Donat Bartok, der einen Knorpelschaden im Knie im März operativ behandeln lassen musste. Rückraumspieler Andrej Kogut musste die Saison Anfang April aufgrund einer Schulterverletzung vorzeitig beenden. Der 30 Jahre alte TBV-Kapitän muss operiert werden, außerdem ist die Bizepssehne angerissen. Bereits seit November letzten Jahres fehlt Jari Lemke, der sich einen Kreuzbandriss zugezogen hat.

Sponsoren und Fans der HSG Wetzlar dürfen sich auf die 22. Saison in Folge im Handball-Oberhaus freuen. Grund zur vorösterlichen Freude der Grün-Weißen: Den Mittelhessen ist die Lizenz zur Teilnahme an der Erstliga-Saison 2019/2020 erteilt worden.

"Nachdem wir sportlich die Grundlage für die 22. Spielzeit der HSG Wetzlar im Handball-Oberhaus gelegt haben sollten, freut es uns natürlich, dass wir heute auch grünes Licht von der Lizenzierungskommission erhalten haben", so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp, der auch im Namen des Aufsichtsrats einen Dank an alle Unterstützer richtet.

"Wir erfahren einen tollen Support aus der Region, von Seiten unserer Sponsoren, den Fans und der Stadt Wetzlar. Für uns wird in den kommenden Monaten und Jahren jedoch darum gehen, gemeinsam die Weichen zu stellen, dass die HSG Wetzlar langfristig unternehmerisch so aufgestellt ist, auch in Zukunft in der stärksten Liga der Welt mithalten zu können. Deshalb arbeiten wir aktuell transparent und intensiv an der weiteren Verbesserung der Einnahmensituation, unter anderem durch attraktive Angebote an die Unternehmen der Region."

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