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Neuzugang Alexander Feld (2) beim offiziellen Trainingsauftakt des Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar beim "Aufwärm-Fußball" mit Lars Weisgerber (19) und Ian Weber (im Tor) in Aktion.

HSG Wetzlar

Alexander Feld im Interview: "Es passt wie die Faust aufs Auge"

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Er ist da und hat seine erste Trainingseinheit bei der HSG Wetzlar absolviert: Alexander Feld. Der Zugang aus Ludwigshafen fühlt sich nach verheiltem Achillessehnenriss wieder fit für neue Aufgaben.

Mit Alexander Feld hat man beim Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar im Rückraum nachgebessert. Der gebürtige Krefelder soll zusammen mit Filip Mirkulovski die Fäden im Spiel der Grün-Weißen ziehen. An der Seite von Mitspieler Nils Torbrügge hat der 26-Jährige alle Junioren- und Jugendnationalmannschaften durchlaufen und beim HSV Hamburg sein Bundesliga-Debüt gefeiert. Nach der Insolvenz des HSV und einem Intermezzo beim TSV Bayer Dormagen heuerte der Rechtshänder 2016 bei den Eulen Ludwigshafen an. Mit ihnen schaffte er gleich in der ersten Saison den Aufstieg in die Bundesliga und erlebte zwei spannende Kämpfe um den Klassenerhalt, so wie noch vor ein paar Wochen, als die Entscheidung quasi in allerletzter Sekunde fiel. Letzten Samstag traf Feld erstmals auf seine neuen Kollegen, am Montag stand das erste Training in der Halle an, nach dem er sich Zeit für ein paar Fragen nahm.

Die erste Trainingseinheit in der Sporthalle Dutenhofen ist absolviert. Wie war’s?

Alexander Feld:Viele neue Eindrücke. Als neuer Spieler ist natürlich alles neu und aufregend und man will sich von der bestmöglichen Seite präsentieren. Insgesamt herrscht einfach eine riesige Vorfreude.

Wie kam der Kontakt mit der HSG Wetzlar zustande?

Feld:Über meinen Berater wurde ich angefragt, dann haben wir uns zweimal hier in Wetzlar getroffen und getestet, ob das überhaupt passt. Ich glaube, es hat von meiner Seite aus von der ersten Minute an wie die Faust aufs Auge gepasst. Das ist für mich eine Riesenchance, die ich wahrnehmen wollte. Umso schöner natürlich, wenn man sie nach so einer Verletzung bekommt.

Was macht die Achillessehne, die im Oktober letzten Jahres gerissen ist?

Feld:Die ist super verheilt, da merke ich gar nichts mehr.

Im Vergleich zu Filip Mirkulovski, mit dem Sie in der Mitte das Tandem bilden, wo sehen Sie die Unterschiede im Spielstil?

Feld:Ich habe deutlich weniger an Jahren Erfahrung auf dem Buckel (schmunzelt). Ich glaube, dass ich enorm von seiner Spielintelligenz lernen kann. Er ist mehr der Stratege, der Lenker und Denker. Ich bin dafür dynamischer und ich bin der Meinung, dass sich beide Stile gut ergänzen.

Was sind Ihre Stärken?

Feld:Ich würde sagen meine Schlagwürfe, im Eins-gegen-Eins, ich gehe gern mal dahin, wo es wehtut. So würde ich mich beschreiben.

Und Ihre Schwächen?

Feld:Definitiv die Abwehr (lacht). Davor habe ich mich die letzten Jahre erfolgreich gedrückt. Daran kann man definitiv noch ein bisschen arbeiten.

Sie sind 2014 vom damaligen Zweitligisten SC DhfK Leipzig zum HSV Hamburg gegangen. Aus heutiger Sicht der richtige Schritt oder zu früh so hoch hinaus?

Feld:Im Nachhinein würde ich sagen, war der Schritt perfekt für mich. Ich habe gesehen, woran ich noch arbeiten muss. Um es bei so einem großen Verein zu schaffen, musst du wahrscheinlich schon perfekt sein. Aber allein die Namen, mit denen ich dort spielen durfte und arbeiten konnte, das war perfekt.

Dann der Schritt zurück in die zweite Liga zu den Eulen Ludwigshafen, bei denen Sie drei turbulente Jahre erlebt haben.

Feld:Da wollte ich einfach hin, weil ich eine Mannschaft führen wollte. Wir wollten aufsteigen und die Klasse halten. Im ersten Jahr mussten wir darauf hoffen, dass Rimpar in Schwartau verliert. Da haben wir auch zwei Minuten aufs Handy gestarrt und sind dann aufgestiegen. Im ersten Bundesligajahr mussten wir darauf hoffen, dass Lübbecke in Lemgo verliert, das hat auch geklappt. Und letztes Jahr - ja, Geschichtsbücher.

Im Jugendbereich waren sie je zweimal bei Europa- und Weltmeisterschaften dabei. Warum hat es nie zum Titel gereicht?

Feld:Unser Jahrgang war im Nachhinein wohl einer der talentiertesten, die es in dieser DHB-Reihe jemals gab (lacht). Patrick Zieker, Julius Kühn, Fabian Wiede, im Tor Jonas Maier, Nils am Kreis - das war eigentlich unglaublich. Wir haben es aber nie so richtig auf die Kette bekommen.

Ihr sportliches Highlight der Karriere?

Feld:Mit dem HSV damals im EHF-Cup-Finale zu stehen, das wir leider gegen die Füchse Berlin verloren haben. Und dann natürlich der Aufstieg mit den Eulen und zweimal den Klassenerhalt zu schaffen. Das war für den Rahmen, der in Friesenheim zur Verfügung steht, ein Riesenerfolg.

Ihre persönlichen Ziele und die mit der HSG?

Feld:Persönlich natürlich verletzungsfrei zu bleiben. Das wünsche ich aber nicht nur mir, sondern allen. Wenn man mit der HSG die Leistung von letzter Saison bestätigen kann, kann man schon sehr zufrieden sein. Da spielen aber viele Faktoren eine Rolle. Schnell die Punkte gegen den Abstieg sammeln und früh in ruhige Fahrwasser kommen - damit ist man, glaube ich, gut aufgehoben.

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