+
Filip Mirkulovski - hier gegen BHC-Akteur Linus Arnesson (24) - glänzt beim Wetzlarer Erfolg über den Bergischen HC als Regisseur und Torschütze. FOTO: VOGLER

HSG Wetzlar

27:24-Ergolg gegen Bergischen HC: Mirkulovski gibt keinen Ball her

  • schließen

Mit einem 27:24 über den Bergischen HC startet die HSG Wetzlar ins Jahr. Der Handball-Bundesligist aus Mittelhessen überzeugt vor allem kämpferisch. Mirkulovski zieht dem Gegner den Zahn.

Die HSG Wetzlar knüpfte am Samstag nahtlos an ihre Leistung im Dezember an und setzte sich im ersten Bundesliga-Spiel des Jahres mit 27:24 (15:13) gegen den Bergischen HC durch. Knapp 4300 Besucher in der Rittal-Arena sahen eine kampf- und tempobetonte Begegnung, in der sich die Grün-Weißen - anders als in den letzten drei Ligapartien gegen die Löwen - für ihre Arbeit belohnten. Vor allem Regisseur Filip Mirkulovski und Torwart Till Klimpke führten die Mittelhessen zum Sieg.

Nicht mal eine Woche nach dem Finale der EM startete die deutsche Beletage wieder mit dem Spielbetrieb. Mit dabei war auch EM-Dauerbrenner Kristian Björnsen (7:47 Stunden Einsatzzeit für Norwegen), der vor dem Spiel für die Bronzemedaille bei den kontinentalen Meisterschaften geehrt wurde. Und er zeigte mit zwei Gegenstoßtoren gleich mal seine beeindruckende Physis. "Ich hatte nur eine Trainingseinheit in Wetzlar. Die drei, vier freien Tage habe ich mit meiner Familie verbracht", erklärte der HSG-Rechtsaußen.

Die erste Hälfte stand mit 28 Angriffen auf beiden Seiten im Zeichen des Tempospiels, was vor allem der Mannschaft aus Solingen und Wuppertal entgegenkommt. Dennoch hatten die Gastgeber mit Mirkulovski den Spielertyp in ihren Reihen, der einmal mehr den Unterschied ausmachte. Die 6:0-Deckung des BHC hebelte er immer wieder durch kluge Kreisanspiele auf Anton Lindskog aus. Akzente in der HSG-Offensive setzten außerdem Maximilian Holst und Viggo Kristjansson mit ihren Dreierpacks. Holst drehte dabei die erste BHC-Führung zum 9:7 (14.), während der Isländer mit wuchtigen Würfen für die letzten drei HSG-Treffer vor der Pause verantwortlich zeichnete. Weil Klimpke zweimal gegen Jeffrey Boomhouwer parierte (21./28.) und auch Tibor Ivanisevic einen Siebenmeter des niederländischen Linksaußen entschärfte, ging Wetzlar mit einer verdienten Zwei-Tore-Führung in die Pause.

In Halbzeit zwei steigerte sich Mirkulovski weiter und unterstrich eindrucksvoll, warum der Verein auch über die Saison hinaus nicht auf ihn verzichten will und auf ein Engagement als Co-Trainer und Stand-by-Spieler setzt. Die Übersicht und Cleverness des 135-fachen mazedonischen Nationalspielers nötigte nach der Begegnung sogar dem Gästetrainer ein Sonderlob ab. "Er hat uns einfach keinen Ball mehr gegeben. Wir sind mit unserer Spielweise auf Ballgewinne angewiesen. Wenn Mirkulovski dann trotz Zeitspiels immer noch den letzten Pass werfen kann, dann nervt das natürlich total", sagte Sebastian Hinze.

Tatsächlich entnervte der HSG-Spielmacher die Bergischen Löwen nach dem Wechsel zusehends. Entweder landete der von Hinze erwähnte letzte Pass bei Anton Lindskog am Kreis oder bei Kristian Björnsen auf Außen. Obendrein hämmerte der Mazedonier den Ball dreimal selber ins Netz, obwohl die Gäste auf eine etwas offensivere 5:1-Abwehr - mit dem vorgezogenen Linus Arnesson - umgestellt hatten.

Die Hausherren legten schnell zum 18:14 vor und erspielten sich damit erstmals einen Vier-Tore-Vorsprung (36.). Eine Vorentscheidung verpasste die Truppe von Trainer Kai Wandschneider allerdings und ließ den BHC wieder herankommen. Nach dem vergebenen Gegenstoß von Holst erzielte Arnesson den Anschlusstreffer (19:20/42.). Für den Ausgleich sollte es aber nicht mehr reichen. Die Mittelhessen zogen wieder auf 25:21 davon (50.). In dieser Phase glänzte Klimpke mit weiteren Paraden, unter anderem gegen den sehr weit eingelaufenen Boomhouwer. Als dann Ivanisevic seinen zweiten Siebenmeter (gegen Arnor Gunnarsson) entschärft und Maxi Holst 90 Sekunden vor Schluss zum 27:23 getroffen hatte, klatschte Wandschneider zufrieden das Personal auf der Bank ab.

"Wir sind heute vor allem über den Kampf gekommen. In den entscheidenden Situationen, in denen sie noch mal Tuchfühlung hätten aufnehmen können, hatten wir die richtige Antwort parat", analysierte Torwart Klimpke.

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld, Björnsen (5), Mirkulovski (3), Torbrügge, Weissgerber, Öfors, Holst (5/1), Forsell Schefvert (2), Rubin (3), Lindskog (6), Kristjansson (3), Cavor.

Bergischer HC: Rudeck, Mrkva; Darj (2), Weck, Gunnarsson (6/1), Nippes (2), Gonzalez, Fraatz, Babak (1), Szücs, Damm (1), Gutbrod (1), Arnesson (2), Johannsson, Boomhouwer (6/2), Stutzke (3).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Helbig/Geipel (Landsberg/Teutschenthal). - Zuschauer: 4291. - Zeitstrafen: 4:0 Min. - Siebenmeter: 1/2:3/5.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare