+
Mit Wille und letzter Kraft: Stefan Cavor (am Ball) steuert drei Tore zum überraschenden Auswärtssieg der HSG Wetzlar bei Sebastian Heymann und Frisch Auf Göppingen bei.

HSG Wetzlar

24:22 - Überraschender Auswärtssieg in Göppingen

  • schließen

Die HSG Wetzlar ist eine Wundertüte. Im dritten Spiel in acht Tagen gewinnt der Handball-Bundesligist nach einer starken Leistung mit 24:22 in Göppingen.

Wie geht das denn? Im dritten Spiel in acht Tagen zaubert Handball-Bundesligist HSG Wetzlar erneut eine starke Leistung auf die Platte und kehrt mit einem 24:22 (9:10)-Sieg bei Frisch Auf Göppingen zurück nach Mittelhessen. Vor der Partie sagte HSG-Trainer Kai Wandschneider noch, er wisse gar nicht, wie das in Göppingen gehen solle. Gegen Kiel und in Magdeburg hatte seine Mannschaft viele Körner gelassen, zudem musste Alexander Hermann wegen Problemen am Fuß passen. Doch mit eisernem Willen belohnte sich die HSG für drei herausragende Spiele am Ende mit zwei Punkten.

Zu Beginn boten beide Teams puren Abnutzungskampf. So gelang es den Abwehrreihen, sich die gegnerischen Angreifer vom Leib zu halten und es ihren Torleuten leichter zu machen, sich auszuzeichnen. Mehrere Blockspiele verzeichnete die HSG in den ersten Minuten gegen die Göppinger, die ihrerseits mit Keeper Daniel Rebmann dagegenhielt. Es dauerte zweieinhalb Minuten, ehe die Gastgeber das erste Mal trafen und ganze neun, bis Stefan Cavor mit dem 1:2 die Wetzlarer Torflaute beendete. "Wir kommen nie gut ins Spiel", sagte Marcel Schiller, mit sieben Toren bester Göppinger Angreifer. "Unser Rückraum wurde oft geblockt, das nimmt Selbstvertrauen."

Beide Angriffsreihen taten sich extrem schwer, die 6:0-Abwehr der anderen Seite zu knacken. Viel zu viele Querläufe, zu wenig Tiefe und die Würfe aus dem Rückraum waren oftmals Beute der Torhüter. Die Außenspieler fristeten auf beiden Seiten zu Beginn ein einsames Dasein. Der Druck aufs Tor fehlte auf beiden Seiten. Bezeichnend war, dass Göppingens Schiller vier seiner fünf Tore in der ersten Halbzeit per Siebenmeter erzielte.

Wetzlar arbeitete sich nach anfänglicher Schüchternheit ins Spiel und nutzte die Fehler von Frisch Auf, um per Gegenstoß zu treffen. Auch durch die zwischenzeitliche Zwei-Tore-Führung der Gastgeber ließen sich die Wetzlarer nicht von ihrer Linie abbringen und gingen mit einem 9:10-Rückstand in die Pause.

Zurück auf dem Feld legte die HSG los wie die Feuerwehr. Ein Kempa-Trick verwertete Lenny Rubin kurz nach dem Beginn der zweiten Hälfte zum 10:10. Nach dem 16:13 (41.) von Mirkulovski nahm FAG-Coach Hartmut Mayerhoffer fuchsteufelswild seine dritte Auszeit. "Wir hatten Anfang der zweiten Hälfte große Probleme im Angriff, kein Tempospiel, kein druckvolles Spiel nach vorne, der Zug zum Tor hat die gesamte Spielzeit gefehlt", sagte Mayerhoffer Doch Wetzlar blieb am Drücker, atmete in der 51. Minute allerdings kollektiv tief durch. Nach Nils Torbrügge handelte sich auch Anton Lindskog im gleichen Göppinger Angriff eine Zeitstrafe ein. Josip Peric verkürzte schnell auf 17:19 für FAG.

Nun schlug die Stunde des Wetzlarer Spielmachers, der die Verantwortung übernahm und zum 20:17 und 21:17 traf. "Durch diese Phase haben uns Filip Mirkulovski und Till Klimpke gerettet", sagte Wandschneider. Doch die Kuh war noch lange nicht vom Eis, denn den Gästen ging langsam die Puste aus. "In den letzten Minuten ging es sehr schnell, da haben wir uns auch unclever verhalten. Bei uns müssen mehr Spieler lernen, in solchen Phasen Verantwortung zu übernehmen", sagte Wandschneider. Göppingen bekam die letzte Luft, verkürzte auf 21:22. Doch Torbrügge vom Kreis, Klimpke mit zwei Paraden und Björnsen per Gegenstoß beförderten die HSG in den kaum für möglich gehaltenen Freudentaumel.

Frisch Auf Göppingen: Rebmann, Prost; Kneule (2), Ritterbach (1), Damgaard, Heymann (2), Bagersted (1), Peric (2), Sliskovic (2), Sörensen, Schiller (7/6), Rentschler (1), Schöngarth, Zelenovic (3), Kozina (1).

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Kneer, Björnsen (4), Mirkulovski (4), Schreiber (n. e.), Torbrügge (2), Weissgerber (n. e.), Frend Öfors (1), Holst (4/4), Forsell Schefvert (1), Rubin (4), Lux (n. e.), Lindskog (1), Cavor (3).

Im Stenogramm / SR: Kern/Kuschel (Bellheim/Karlsruhe). - Z.: 3800. - Zeitstrafen: 6:10 Min. - Siebenmeter: 7/6:4/4.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare