Gießen 46ers

Wucherer-Team kommt in die Osthalle zu den Gießen 46ers

  • schließen

Massenauflauf ehemaliger 46ers-Spieler am Sonntag (18 Uhr) in der Osthalle. Dazu Ex-Trainer Denis Wucherer. Welch ein Spektakel! Der BBL-Knaller Gießen 46ers gegen Würzburg verspricht Brisanz.

Cameron Wells, Skyler Bowlin und Gabriel Olaseni – alles Spieler, die während ihrer glanzvollen Zeiten bei den Gießen 46ers für ein Stückchen mehr Basketball-Geschichte in der Lahnstadt sorgten. Wie ihr aktueller Trainer Denis Wucherer. Er übernahm 2013 den damaligen Bundesliga-Absteiger als Chefcoach, feierte zwei Jahre später mit den 46ers die Rückkehr ins Oberhaus und etablierte in weiteren 24 Monaten den Club in der BBL. Wucherer hat seit dem Sommer 2018 das Traineramt bei den ambitionierten Würzburgern übernommen und die oben genannten Akteure um sich geschart – und seinen ehemaligen Gießener "Co" Steven Key, der ihm assistiert. Das gibt am Sonntag (18 Uhr, live auf MagentaSport) in Gießens "Gudd Stubb" sicher eine große Wiedersehensfeier.

Status quo: Die Gießen 46ers (Lesen Sie auch: Max Montana verlässt überraschend die Gießen 46ers) kehrten am vergangenen Samstag mit einem großen Sieg in der Tasche aus Bonn zurück. Sie nahmen mit dem 105:97 erfolgreich Revanche aus dem Hinspiel, das sie mit 92:99 verloren hatten. Den direkten Vergleich sackten die 46ers auch gleich noch mit ein. Und sie meldeten sich damit zurück im Kampf um die Playoff-Plätze – wenn das mal keine Punktlandung ist. Der Auftritt vor 6000 erwartungsfreudigen Zuschauern im ausverkauften Hexenkessel Telekom-Dome erinnerte an den Saisonanfang, als das Team von Ingo Freyer mit variantenreichem Angriffsspiel die meisten Gegner vor nicht zu lösende Rätsel stellte. 20 getroffene Dreier sind ein Indiz dafür, dass vieles für den Tabellenzehnten (18:18 Punkte) an diesem Abend passte. Herausragend dabei die Treffsicherheit von Guard Max Landis, der acht Dreier traf – und nur einen danebensetzte. Indes lieferte Larry Gordon sogar 100 Prozent von der 6,75-m-Linie ab: Der flexible Flügelspieler traf fünf von fünf – und davon einen ganz wichtigen in der Crunch-Time. Da Brandon Thomas und John Bryant ebenfalls zweistellig punkteten, hatten die Bonner massive Probleme, einen Zugriff auf das Spiel zu bekommen.

Gegner: Nach einem holprigen Start haben sich die Würzburger in der BBL gefangen. Zuletzt gab es drei Erfolge in Serie. Insgesamt belegen sie mit acht Siegen und neun Niederlagen den zwölften Rang. Das ist aber nicht der Anspruch der Mainfranken, für die eine Playoff-Teilnahme in der BBL Pflicht scheint. International lief es besser: Würzburg ist seit dem Auswärtssieg beim kosovarischen Meister aus Pristina bereits für das Achtelfinale im FIBA Europe Cup qualifiziert. Am Mittwochabend gab es ein 104:91 gegen den türkischen Club Pinar Karsiyaka. Coach Wucherer, der den nach China abgewanderten Dirk Bauermann ablöste, hat sich einen hochkarätigen Kader zusammengestellt. Doch im Laufe der Zeit musste aussortiert und nachverpflichtet werden – vor allem auf den großen Positionen. Erst vor wenigen Tagen trennten sich die Würzburger von Perry Ellis und verpflichteten dafür am Mittwoch Devin Oliver. Der Powerforward wechselte vom türkischen Club Banvit zu den Franken und unterschrieb einen Vertrag bis zum Saisonende. Oliver ist Linkshänder, athletisch und 2,03 m groß. Er soll für noch mehr Stabilität sorgen und wird voraussichtlich gegen Gießen sein Debüt in der BBL geben. Ende des Jahres stieß bereits der Ex-Skyliner Mike Morrison zu den Würzburgern. Der 2,06-m-Mann legte bisher im Schnitt pro Spiel knapp über sieben Punkte auf und fischte sich 4,25 Rebounds. Der Amerikaner sorgte dafür, dass die Würzburger am Brett sowohl in der Verteidigung als auch im Angriff mehr Durchschlagskraft erhielten.

Schlüsselspieler: Der Kopf der Mannschaft ist eindeutig Cameron Wells, der den wurffreudigen und exzellent besetzten Backcourt mit Skyler Bowlin, Jordan Hulls und Brad Loesing anführt. Wells agiert knapp unter 30 Minuten auf dem Feld – am längsten von allen im Team. Der Amerikaner ist wie in den Zeiten von Gießen Wucherers verlängerter Arm. Wells muss man einengen, damit er nicht die Schützen wie Hulls findet. 6,9 Assists im Schnitt sprechen für sein Auge. Aufpassen muss man auf den großen Flügelspieler Xavier Cooks (2,03 m), dass er nicht heißläuft, zudem ist er wie Olaseni ein guter Rebounder. Die Wundertüte wird Powerforward Oliver sein. In der Türkei kam der Amerikaner in zehn Spielen auf knapp 33 Minuten Einsatzzeit, 13,3 Punkte, 7,6 Rebounds, 1,9 Assists und 1,2 Ballgewinne im Schnitt und hatte außerdem eine gute Dreierquote von 48,5 Prozent.

Das sagt 46ers-Trainer Freyer: Die Würzburger sind momentan gut drauf. Sie sind abhängig von ihren Guards Wells, Hulls und Bowlin. Unter dem Korb haben sie aber mit Olaseni, Morrison starke Spieler. Wir müssen gut vorbereitet sein und den kleinen Spielern ihre Stärken wegnehmen. Wenn wir das schaffen, sind wir einen großen Schritt weiter. Ich habe ein gutes Gefühl.

Das sagt Würzburgs Trainer Wucherer: John Bryant kann zu jeder Zeit ein Spiel an sich reißen. Zudem sind es die gefährlichen Schützen von außen, die heißlaufen können. Brandon Thomas liefert immer ab, und Larry Gordon wird ständig stärker. Wenn du den Gießenern erlaubst, dass sie bei den Dreiern eine 50- bis 60-prozentige Trefferquote werfen, dann ist die Chance kleiner, dass du gewinnst.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare