Gießen 46ers

Worten müssen gegen Crailsheim Taten folgen – Gießen 46ers wollen Negativtrend stoppen

  • Wolfgang Gärtner
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Die Gießen 46ers wollen die Negativserie beenden. Vor allem die zuletzt erlittene Pleite beim MBC schmerzt. Wenn es noch klappen soll mit den Playoffs, dürfen solche Ausrutscher nicht passieren.

Von den Playoffs nur zu reden, wie das die meisten Spieler der 46ers in Interviews tun, reicht nicht. Da müssen Taten auf dem Platz her – Siege. Und die fehlten zuletzt bei den Gießen 46ers, die gegen die Mitkonkurrenten Bamberg, Bayreuth und Berlin sowie beim um den Klassenerhalt kämpfenden Mitteldeutschen BC verloren. Das hat wertvollen Boden im Rennen um die Plätze sechs bis acht der Basketball-Bundesliga gekostet. Dennoch: Bis Rang sechs, den Bonn einnimmt, und der aktuellen Platzierung der 46ers sind es nur vier Punkte Abstand, wobei Bonn noch zwei Nachholspiele aufweist. Den Rückstand kann die Truppe von Trainer Ingo Freyer also mit einem Heimsieg am Samstag um 18 Uhr (live auf MagentaSport) in der Osthalle gegen die abstiegsbedrohten Crailsheim Merlins verringern.

Status quo: Intensives Training stand für den Tabellenzwölften in den letzten Tagen an – John Bryant und Co. wollen bereit sein für den Saisonendspurt. Noch sind für die Gießener neun Spiele zu absolvieren, bis der Hauptrunden-Schlussstrich gezogen wird und die acht Teilnehmer für die K.-o.-Runde um die Meisterschaft feststehen (ab 12. Mai). 46ers-Spielmacher Jared Jordan machte kürzlich im Gespräch mit dieser Zeitung eine Rechnung auf, dass man mindestens 18 Siege benötige, um in den Playoffs dabei zu sein – die Gießener haben elf. Dann käme es aber bei der Dichte des Feldes, die um die Plätze sechs bis acht streiten, auf die direkten Vergleiche an. Da sich die Frankfurt Skyliners auch noch Hoffnung machen können, ist das Feld der Mitbewerber nun auf acht Teams angewachsen

Gegner: Der Aufsteiger hat sich gemausert. Setzte es zu Beginn der Spielzeit ausschließlich Niederlagen, haben die Merlins in den letzten fünf Partien immerhin drei Siege eingefahren. Rang 15 (12:36 Punkte) ist der Lohn dafür – kein Abstiegsplatz für die Mannschaft von Trainer Tuomas Iisalo, die dennoch jeden Erfolg dringend benötigt, um nicht wieder zweitklassig zu werden. Dabei ringen die Baden-Württemberger mit vier anderen Mannschaften um den Klassenerhalt. Zuletzt behielten die »Zauberer« die Nerven im Kellerduell gegen die Eisbären Bremerhaven. Dass mit den Crailsheimern überhaupt nicht zu spaßen ist, verdeutlichte das überraschende 91:77 Anfang des Jahres in Frankfurt.

Schlüsselspieler: Der finnische Cheftrainer Iisalo spricht die Sprache der Spieler, ist sehr besonnen und lässt ihnen durchaus Freiheiten. Davon profitiert vor allem Ben Madgen. Der Australier ist im Team der Merlins der gefährlichste Spieler: Der Shootingguard erzielt pro Spiel im Schnitt 14,5 Punkte bei einer Spielzeit von 29 Minuten. Die beiden Pointguards Frank Turner (12,0 PpS) und DeWayne Russell (10,3 PpS) sowie Powerforward Joseph Lawson (10,7 PpS) scoren ebenfalls durchweg im zweistelligen Bereich. Ein ganz wichtiger Akteur im Kader der Merlins ist der Gießener Konrad Wysocki, der gestern seinen 37. Geburtstag feierte und nach dieser Saison mit dem Profibasketball aufhören will. Der ehemalige deutsche Nationalspieler bietet das komplette Paket an: Der variable 2,02-m-Mann liegt im internen Effektivitätsranking auf Rang vier.

Das Lazarett: 46ers-Trainer Ingo Freyer freute sich über die rege Trainingsteilnahme seit Beginn der Woche. Nach langer Zeit waren »alle wieder an Bord«, wie er mitteilte. Dennoch steht ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Brandon Thomas. Der Allrounder fehlte bereits bei der Niederlage in Weißenfels – und da an allen Ecken und Enden. Er hatte sich gegen Berlin am Daumengelenk verletzt. »Er ist einer, der auf dem Feld viele gute Entscheidungen trifft«, hofft Freyer, dass es bis Samstag vielleicht geht.

Das sagt Gießens Trainer Freyer: Die Crailsheimer sind auf den kleinen Positionen gut besetzt. Sie haben mit Magden einen sehr guten Scorer und Schützen sowie mit Turner einen wuseligen Aufbauspieler, der sehr dominant im Team ist. Russell kommt von der Bank und kann die Mannschaft ebenfalls gut führen. Beide harmonieren aber auch auf dem Feld. Dazu kommt mit Lawson ein Spieler, der uns im Hinspiel mit sechs getroffenen Dreiern wehgetan hat. Und nicht zu vergessen Wysocki, der ihnen als erfahrener Nationalspieler viel Stabilität gibt. Wir müssen aus dem letzten Spiel lernen: die Turnover abstellen, bessere Entscheidungen in der Offense treffen und im Eins-gegen-Eins robuster und stärker auftreten.

Info

Restprogramm

Gießen 46ers: Rang 12 (22:28 Punkte)

30. März (18 Uhr): gegen Crailsheim

05. April (20.30 Uhr): in Braunschweig

14. April (18 Uhr): gegen Ludwigsburg

21. April (15 Uhr): in Göttingen

27. April (18 Uhr): gegen Jena

30. April (20.30 Uhr): in Oldenburg

05. Mai (15 Uhr): gegen München

10. Mai (19 Uhr): in Vechta

12. Mai (18 Uhr): in Frankfurt

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