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Aus dem Dribbling heraus im Rückwärtsfallen - der wahrlich nicht einfache Buzzerbeater von Omar Prewitt gegen den Gießener Phillip Fayne II zum 89:87-Sieg der Bamberger.

Gießen 46ers

Wichtige Regenerationszeit für die Gießen 46ers

  • Wolfgang Gärtner
    VonWolfgang Gärtner
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Basketball-Bundesligist Gießen 46ers will die knappe Bamberg-Niederlage schnell vergessen machen. Nach dem Saisonstart macht sich sogar etwas Euphorie breit.

(gae). »Wir haben uns taktisch gut vorbereitet, wir waren kämpferisch da. Es tut unheimlich weh, solch ein Spiel mit einem Buzzerbeater zu verlieren. Normalerweise habe ich viele Worte, heute tut es einfach nur sehr weh - und wir sind sehr enttäuscht!« Die Sätze von Trainer Pete Strobl gingen den Fans der Gießen 46ers sicherlich an die Nieren. Sie beschreiben die Gefühlslage des 43-Jährigen nach einem nervenaufreibenden Basketball-Krimi in der Frankenhölle. Die 87:89-Niederlage ,schmerzte nicht nur den Cheftrainer des mittelhessischen Erstligisten, mit ihm litten zahlreiche Anhänger am TV, im Stream und die, die live in der Brose-Arena anwesend waren.

Omar Prewitt war der Stimmungstöter am Dienstagabend, der den optimalen Saisonstart der Gießener nach dem nicht unbedingt erwarteten Heimsieg am Sonntag gegen Bayreuth vermasselte. Der brandgefährliche US-Amerikaner der Oberfranken war der Matchwinner mit seinem getroffenen Mitteldistanzwurf 0,5 Sekunden vor der Schlusssirene - zuvor hatte er bereits 30 Punkte gesammelt und zeichnete für die Bamberger Aufholjagd nach einem 14-Punkte-Rückstand verantwortlich.

Den Lahnstädtern fehlte in der Phase ab der 33. Minute ein wenig mehr Abgebrühtheit, es unterliefen zu viele leichte Fehler - und das Glück stand den Protagonisten um Topscorer BJ Blake beim Abschluss auch nicht gerade Pate. Als im finalen Quarter noch 2:17 Minuten zu spielen waren, führten die Hessen mit 85:81. 130 Sekunden später fiel erst wieder der nächste Korb der Gießener per Dunk von Phillip Fayne - nach einem ausgeklügelten Schachzug in der Auszeit von Strobl. Zuvor schossen zweimal Blake von der 6,75-m-Linie und der umsichtig agierende Playmaker Kyan Anderson aus der Nahdistanz daneben. Vier Chancen, die ein punktemäßiges Wegziehen und den Druck auf die favorisierten Bamberger deutlich erhöht hätten, wurden vertan. Dann nahm das Schicksal sieben Sekunden vor dem Ende seinen Lauf.

Natürlich ist ein Ende mit einem Buzzerbeater ein ganz bitteres. Aber der couragierte Auftritt der Gießen 46ers macht Mut für die Zukunft. Das innerhalb von drei Tagen zweimal spielende Team hat nach dem stressigen Auftakt nun eine elftägige Wettkampfpause, da die Mannschaft am Wochenende als eigentlicher BBL-Absteiger 2020/21 (die Wildcard machte eine weitere Bundesliga-Saison möglich) nicht am Pokal teilnimmt. Dann gastiert Aufsteiger Academics Heidelberg am 8. Oktober in dann einer hoffentlich besser besetzten Osthalle als bei der Heimpremiere mit nur knapp 1500 Zuschauern.

Nach den beiden gelungenen und begeisternden Auftritten der neuen Gießen 46ers macht sich bei der großen mittelhessischen Basketball-Familie Euphorie breit. »In Gießen wird wieder Basketball gespielt, man sieht das Pete Strobl ein richtig guter Trainer ist und sein Handwerk versteht. Wenn es so weiter geht, haben wir ganz viel Spaß in dieser Saison!!!« Das ist die Meinung vom Top-Fan Thor Sten - und vielen anderen - auf Facebook. Dem ist nur zuzustimmen.

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