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Bjarne Kraushaar

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Was passiert mit den Gießener »Jungs«?

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
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(gae). Gießen war im Basketball schon immer dafür bekannt, »Eigengewächse« zu entwickeln und sie bis hin zu den Profis zu führen. Die jüngsten Beispiele dafür sind Bjarne Kraushaar und Alen Pjanic, die über ihre Jugendmannschaften des VfB 1900 Gießen/BBLZ Mittelhessen und MTV 1846 Gießen erst den Weg in die U16- und U19-Bundesliga-Teams gingen, dann zu den Rackelos und letztlich bei den großen Gießen 46ers landeten.

Ähnliches steht nun für Tim Uhlemann und Tim Köpple an, auch wenn Letztgenannter vor drei Jahren erst als 17-Jähriger aus Ulm nach Gießen kam (siehe Fotos oben).

Beim 24-jährigen Pjanic und dem 21-jährigen Kraushaar, beide vertragslos, würde der Abschied aus der Stadt an der Lahn nahen, wenn die 46ers in der 2. Basketball-Liga Pro A an den Start gehen würden - das ist für beide indiskutabel.

Kraushaar hat sich in den letzten drei Jahren in den Fokus der Nationalmannschaft gespielt. In den Abschlusskader hat er es bisher noch nicht geschafft, aber Kraushaar durchlief alle Jugend-Nationalmannschaften. Seinen bisher größten Erfolg feierte der 1,90 m große Guard 2019 bei der U20-EM, als das Team in Tel Aviv Bronze holte. In der vergangenen Saison schwand seine Einsatzzeit von zuvor 15 auf 13 Minuten. Durchschnittlich legte er pro Spiel 4,2 Punkte und 2,4 Assists auf. Wie Kraushaar gegenüber dieser Zeitung bestätigte, hat er Angebote aus der Bundesliga vorliegen. Er wird in Verbindung mit dem Aufsteiger aus Heidelberg gebracht. Die Gießen 46ers werden ihr »Eigengewächs« sicherlich nicht kampflos ziehen lassen und alles in die Waagschale werfen, um Kraushaar in Gießen zu halten.

Für Pjanic ist die Pro A ebenfalls kein Thema. Daraus macht er keinen Hehl. »Das kommt für mich nicht infrage. Das wäre in meiner Entwicklung ein Schritt zurück«, kons-tatiert der 24-Jährige. Den sprunggewaltigen Smallforward, der auch die Vier spielen kann, haben einige Bundesliga-Klubs im Visier. Denkbar, dass er sich den Braunschweiger Löwen anschließen wird. Dort ist auch sein Freund Benedikt Turudic unter Vertrag. Zudem ist der Rechtsanwalt Filip Piljanovic bei den Löwen aktiv, der Pjanic vertritt und im Hintergrund für den deutschen NBA-Star Dennis Schröder arbeitet. »Mein Herz hängt an Gießen«, sagt Pjanic. Das letzte Wort scheint über seine Zukunft noch nicht gesprochen zu sein. Eine Zukunft in seiner Geburtsstadt hätte er aber nur, wenn es für die 46ers in der BBL weitergeht.

Anders verhält es sich bei einem weiteren gebürtigen Gießener: Tim Uhlemann. Der 22-Jährige kann sich sehr gut vorstellen, bei den Gießen 46ers in der Pro A zu spielen. Der 2,03-Mann hat noch einen gültigen Vertrag über eine Saison, der aber eine Auflösung von beiden Seiten beinhaltet. »Timbo«, wie der Powerforward in Basketball-Kreisen genannt wird, sorgte in der vergangenen Spielzeit beim Farmteam der Rackelos in der Pro B für Aufsehen. Mit im Schnitt 21,1 Punkten pro Spiel zählte er dort zu den Top-Performern. Im Bundesliga-Team kam er nur sporadisch zum Einsatz. Dem variabel agierenden Vierer, der ein gefährlicher Dreierschütze ist, liegen Angebote aus der Pro A vor. Uhlemann dürfte bei den 46ers aber zweifellos auch ein Thema für die BBL sein.

Für Tim Köpple gilt dies sicherlich auch. Seine Vertragssituation ist wie die von Uhlemann. Der 20-jährige Aufbauspieler, der 2018 nach seiner fünfjährigen Basketball-Ausbildung aus der Ulmer Akademie an die Lahn wechselte, nahm bei den Gießen Rackelos eine Hauptrolle ein und dürfte in einem Gießener Pro A-Team gesetzt sein.

Alen Pjanic
Tim Köpple
Tim Uhlemann

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