Gießen 46ers

Viele Neuigkeiten beim Test der Gießen 46ers in Wölfersheim

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Bryants Hoffnung auf seinen deutschen Pass, Hoetzel heißt nun offiziell Montana – und spielfreudige Gießen 46ers. Der Testspiel-Auftritt in Wölfersheim gegen Zwolle hatte einiges zu bieten.

Ein lächelnder Trainer Ingo Freyer und ein freudestrahlender Geschäftsführer Heiko Schelberg. Das spricht Bände. War der Coach der Gießen 46ers über das Gebotene seiner Basketball-Bundesliga-Mannschaft eine Woche vor dem Saisonauftakt beim Test-110:76 (58:38) gegen Landstede Basketball aus Zwolle "außer ein paar Kleinigkeiten" zufrieden, gefiel dem 46ers-Boss auch das Drumherum in der Wölfersheimer Singbergschule. Dorthin mussten die 46ers ausweichen, da in der heimischen Osthalle eine Theater-Aufführung ausgetragen wurde.

"Wenn ich das hier sehe, geht mir das Herz auf", sprudelte es aus Schelberg heraus. Und ein Blick in die von Kindern gesäumte Halle verriet warum. Nach dem starken Auftritt der 46ers, der mit vielen Highlights wie Buzzerbeater-Dreier von Jeril Taylor, Fastbreak-Dunkings von Brandon Thomas oder Larry Gordon sowie Monsterblocks von John Bryant oder Mahir Agva gespickt war, standen die Protagonisten ganz den Kiddies zur Verfügung. Entweder auf dem Boden oder ein bisschen seriöser an Tischen – ausgerüstet mit ihren Autogrammkarten – schrieben sich Benjamin Lischka und Co. fast die Finger blutig. Oder standen für Selfies ihren Mann.

Da ging einem wirklich das Herz auf, wenn man das bunte Treiben beobachtete und sah, dass sich die Profibasketballer in der familiären Atmosphäre wohl fühlten und sich publikumsnah präsentierten. "Das werden wir in der nächsten Preseason wiederholen und weitere solcher Aktionen ins Programm nehmen", sagte Schelberg mit Blick auf die Zukunft. Die Veranstaltung in der Halle der Singbergschule wurde vom Förderverein Wölfersheimer Schulen im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums ausgerichtet.

Doch nicht nur die Art und Weise, wie sich die 46ers vor und nach dem Spiel präsentierten, war begeisternd – der letzte Test vor dem Bundesliga-Auftakt am Sonntag um 15 Uhr gegen den MBC machte ebenfalls Appetit auf mehr.

Die Verantwortlichen um Cheftrainer Freyer haben bei der Zusammenstellung des neuen Kaders gute Arbeit geleistet. Der junge Spielmacher Siyani Chambers ist schnell, ideenreich und klug im Anspiel. Dazu mit einem guten Distanz-Wurf aus vollem Lauf ausgestattet. Max Montana, der auch in seinem Pass Hoetzel stehen hat, sich aber nun mit der BBL auf Montana geeinigt hat und beim Start in der Osthalle auch mit Montana auf dem Trikot auflaufen wird, ist athletisch und hat einen sicheren Schuss von der Dreierlinie. Bei den bundesligaerprobten Gordon und Thomas weiß man, was man bekommt – viel Qualität hinten wie vorne. Und die gebliebenen Lischka, Bryant, Agva, Landis und Taylor haben ebenfalls im Sommer ihre Hausaufgaben erledigt – und sind im Zusammenspiel noch homogener geworden.

Einzig Bjarne Kraushaar musste passen. Eine Knöchelverletzung zwang ihn dazu. "Bis zum Sonntag werde ich es nicht schaffen, aber beim Auswärtsspiel in Crailsheim (3. Oktober) bin ich wieder dabei", so der 19-Jährige. Der Langzeitverletzte David Bell (Brustmuskel) agierte – wie bei allen Tests – von der Bank aus als Motivator und Ratgeber.

Guter Dinge sind die 46ers in der Sache deutscher Pass für Bryant. Ob er ihn schon bis zum Sonntag bekommen wird, ist offen. Er soll ihn aber zeitnah erhalten. Dann könnte sogar Thomas gehalten werden, da Bryant das Ausländerkontingent nicht belasten würde. "Ich kümmere mich darum", war die Ansage von Schelberg. Und Freyer sprach am Samstag abschließend das Wort zum Sonntag: "Jetzt müssen wir noch eine Woche gut trainieren und dann die ganze Euphorie ins Spiel gegen den MBC mitnehmen – und gewinnen!" Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Gießen 46ers: Chambers (3 Punkte, 7 Assists), Taylor (13), Agva (10, 6 Rebounds), Montana (14), Landis (17), Lischka (13, 6 Assists), Gordon (6), Thomas (19), Bryant (15, 10 Rebounds, 7 Assists) / Viertelergebnisse: 38:13, 20:25, 28:17, 24:21 / Zuschauer: 323.

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