Gießen 46ers

Trainer Freyer von den Gießen 46ers fordert Aggressivität gegen Jena

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Saisonendspurt für die Gießen 46ers! Noch fünf Spiele stehen aus. Und in diesen will die Mannschaft von Trainer Ingo Freyer ihr wahres Potenzial abrufen, damit die Spielzeit 2018/19 in guter Erinnerung bleibt.

Der Sieg am Ostersonntag in Göttingen war Balsam auf den Wunden der Gießen 46ers, die damit ihre nicht enden wollende Negativserie in der Basketball-Bundesliga abschlossen. Sieben Niederlagen am Stück – das war für alle Beteiligten keine angenehme Zeit und hat Spuren bei den Trainern, Spielern, Verantwortlichen und Fans hinterlassen. Am Samstag soll es weiter bergauf mit den 46ers gehen, die um 18 Uhr den Rangletzten Science City Jena in der Osthalle erwarten und ihn mit einer Niederlage im Gepäck wieder nach Thüringen schicken wollen.

Status quo: Das Team von Freyer ist im Soll – trotz der durchlebten Höhen und Tiefen. Platz zwölf mit 24:34 Punkten ist mit Blick auf die Mannschaften, die besser platziert sind und einen höheren Etat haben, okay. Aber der gute Start in die Saison und die Hoffnung, mal wieder in die Playoffs zu ziehen, hat Begehrlichkeiten in der Öffentlichkeit und bei den Anhängen geweckt. Viele Mitstreiter hatten einfach das Gefühl, dass in dieser Saison mehr drin war. Die Spieler formulierten immer wieder, dass ihr Ziel die Playoffs seien. In den entscheidenden Partien konnten sie wiederholt ihr volles Leistungsvermögen nicht ganz abrufen. Es fehlte auch das eine oder andere Mal das Match-Glück, wie am Anfang der Saison. Aber Spiele wie zu Hause gegen Crailsheim oder in Weißenfels darf man nicht verlieren, wenn am Ende eine Playoff-Platzierung herausspringen soll.

Der Gegner: Jena dagegen hat ganz andere Sorgen. Die Thüringer kämpfen um das nackte Überleben in der BBL. Zu Beginn der Spielzeit sah es überhaupt nicht so aus, als ob die Jenaer in sportliche Schwierigkeiten geraten könnten. Doch in den letzten zehn Partien setzte es ausschließlich Niederlagen für sie. Auch der Trainerwechsel von Björn Harmsen zu Marius Linartas hat keine Erfolge gebracht. Der Gast aus Jena hat vier Punkte Rückstand auf Rang 16, den aktuell Aufsteiger Crailsheim einnimmt, der bekanntlich in Gießen aufgrund eines Dreiers von Turner in der letzten Sekunde gewann. Unterschätzen sollte man die erfahrene Truppe auf keinen Fall. Immerhin gab es innerhalb der Niederlagenserie knappe Ergebnisse wie das 80:83 gegen Oldenburg, das 78:82 gegen Würzburg und das 72:78 gegen Frankfurt. So einfach im Vorübergehen sind die nicht zu schlagen.

Schlüsselspieler: Eigentlich hat Jena genügend davon, aber die Oldies Julius Jenkins (Shootingguard, 11,8 PpS), Derrick Allen (Center, 9,3) oder Dru Joyce (Spielmacher 10,2) konnten den Negativtrend bislang auch nicht stoppen. Herausragend im Team von Neu-Coach Linartas ist der nachverpflichtete Reggie Williams. Der NBA-erfahrene Allrounder, der in 206 Begegnungen in der besten Liga der Welt für die Golden State Warriors, Charlotte Bobcats, Oklahoma City Thunder, San Antonio Spurs und New Orleans Pelicans mitwirkte, legt pro Spiel 16,8 Punkte auf und ist damit der korbgefährlichste Akteur der Gäste. Zwei Punkte im Schnitt weniger erzielt Neuzugang Ronald Roberts. Der athletische Powerforward gibt den Thüringern Stabilität unter den Körben. Zuletzt heuerte noch Mauricio Marin an. Der ehemalige Spieler der Gießen 46ers soll ebenfalls helfen, dass der Gang in die Zweitklassigkeit abgewendet werden kann.

Personelles: Max Landis musste sich frühzeitig von den Gießen 46ers verabschieden. Der Amerikaner bat in dieser Woche um eine vorzeitige Vertragsauflösung, weil seine beiden zweijährigen Söhne in seiner Heimat in Indianapolis im Krankenhaus behandelt werden müssen. Er möchte natürlich vor Ort bei seinen Jungs und seiner Frau Stefanie sein. Über Twitter bedankte er sich bei den Gießen 46ers und den Fans für die letzten zwei Jahre. Zudem steht noch ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Benjamin Lischka. Der Powerforward trainierte erstmals am Donnerstag mit dem Team. Ihn plagen Achillessehnenprobleme.

Das sagt Coach Freyer: Mit Williams und Roberts hat Jena noch einmal zwei richtige Kaliber an Land gezogen. Wir müssen gegen diese Mannschaft von Beginn an aggressiv auftreten – in der Offensive und in der Defensive. Das ist wichtig. Wenn du sie spielen lässt, sie sind sehr erfahren, können Spieler wie Jenkins heißlaufen und auch mal 30 Punkte machen. Wir müssen 40 Minuten lang fokussiert sein.

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