1. Gießener Allgemeine
  2. Sport
  3. Gießen 46ers

Pointers-Cup macht Lust auf mehr

Erstellt:

Von: Wolfgang Gärtner

Kommentare

IMG_1176_2_Fundic_Nyama__4c_1
Ihm entgeht nichts - Gießens Trainer »Frenki« Ignjatovic beobachtet seine Spieler Roland Nyama (mit Ball) und Stefan Fundic (l.) beim gewonnenen Pointers-Cup, rechts wartet Justin Martin auf seinen Einsatz. © Harald Friedrich

Es hat Spaß gemacht, das neuformierte Team der Gießen 46ers beim Pointers-Cup arbeiten zu sehen. Der Pro-A-Ligist präsentierte den neugierigen Fans eine intensive wie engagierte Defense - und vergaß dabei nicht, auch das eine oder andere Mal, etwas für das Auge einzustreuen.

Mehr Resonanz hätte der Pointers-Cup schon verdient gehabt. Am Samstagabend zum Stadtderby zwischen dem Gastgeber und dem abgestiegenen Basketball-Bundesligisten Gießen 46ers kamen rund 400 Zuschauer in die Osthalle - bei der Brisanz und der eigentlichen Neugier in der Pre-Season, wie sich die Mannschaften vorstellen - viel zu wenig. Und auch am Sonntag fanden sich zu den »Finalspielen« nur 300 ein.

Die meisten davon waren aber von der Darbietung der Gießen 46ers beeindruckt. Cheftrainer »Frenki« Ignjatovic hat eine Mannschaft zusammengestellt, die sich in erster Linie über die Abwehr definiert. Oder wie es Guard Luis Figge ausdrückte: »Wir reißen uns hier echt den Arsch auf.«

Kahl nimmt keine Rücksicht auf körperliche Verluste

Dass dies nicht nur ein Dahergerede ist, wurde im ersten Halbfinale gegen den gastgebenden Neu-Pro-B-Ligisten Gießen Pointers offensichtlich. Beim 69:39 in der 30. Minute - bei einem 30-Punkte-Vorsprung wohlgemerkt! - hechtete sich Finn Kahl ohne Rücksicht auf körperliche Verluste in eine locker aufgestellte Bande, um den Ball noch irgendwie zu erwischen. Das Aufstehen danach fiel ihm schwer. Aber jeder in der Osthalle sah, dass das Team für den Erfolg alles aus sich herausholen wird. Übrigens verletzte sich der in der Defense überzeugende Gießener Guard am Sonntag beim 95:81-Finalsieg gegen den Ligakonkurrenten Baskets Münster bei einem Sprungwurf - ohne gegnerische Einwirkung. Bislang ist aber nichts bekannt, dass es etwas Schlimmeres ist, so aus den 46ers-Kreisen.

Gießens Headcoach Ignjatovic war insgesamt zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. »Ich habe das gesehen, was ich sehen wollte«, erklärte der 55-jährige Serbe. Er meinte damit sicherlich den Willen, die Einstellung, die Kampfbereitschaft, aber auch die Homogenität, die funktionierende Mannschaft und den Teamspirit.

Es war wahrlich auffällig, welches Spektakel die »Bank« veranstaltete, wenn es eine gute Aktion auf dem Court zu feiern gab. Und davon gab es reichlich. Vor allem die beherzte Abwehrarbeit stach heraus. Keiner war sich zu schade, die sogenannte Drecksarbeit zu verrichten. Beim deutlichen 92:48 gegen die Pointers ließen die 46ers im dritten Viertel dem Gegner nur magere fünf Pünktchen zu. Unter dem Korb räumte Stefan Fundic auf. Ihm fehlen zwar einige Zentimeter an Körpergröße, um der klassische Center zu sein. Die gleicht der 2,00-m-Mann aber durch seine Athletik und

Pointers mit vielversprechenden Ansätzen

physische Art, Basketball zu spielen, aus. Sein Gegenspieler in der Pointers-Partie war kein Geringerer als der ehemalige Bundesliga-Akteur Benjamin Lischka, der mit den 46ers 2015 in die BBL aufstieg. Alleine das auf Biegen und Brechen geführte Duell unter den Brettern zwischen den beiden »Alphatieren« war am Samstagabend das Eintrittsgeld wert, wobei der Serbe als knapper Punktsieger hervorging.

Zwar waren die Pointers gegen hochkonzentrierte und in der Intensität nicht nachlassende 46ers auf verlorenem Posten. Doch die gezeigten Ansätze waren vielversprechend, dass es mit dem anvisierten Klassenerhalt in der neuen Liga klappt. Pointers-Importspieler Jelen Gibbs fiel positiv auf, im Angriff wie in der Abwehr. Lischka ist eh eine Bank. Spielmacher Niklas Bilski gefiel ebenfalls - wie David Amaize. Pointers-Coach Dejan Kostic lobte die Defensive seines Teams. Ignjatovic war sich ebenfalls nicht bange, dass die Pointers ihr Saisonziel erreichen werden.

Dagegen scheinen die Tage von Importspieler Steffon Mitchell bei den Gießen 46ers gezählt zu sein. Der Smallforward hat nicht überzeugt. Er fiel so gut wie überhaupt nicht auf. Gegen die Pointers warf er einmal auf den Korb - und traf nicht. Insgesamt erzielte der unauffällige 2,03-m-Mann ein Pünktchen (Freiwurf). Im Finale gegen Münster kam er nur auf knapp fünf Minuten Einsatzzeit - und verzeichnete dabei keine einzige Aktion. Mitchell ist einfach viel zu schwach. Und da im Kader der 46ers noch ein »Langer« fehlt, müssen sie Ausschau nach einem geeigneten Center halten.

Die Zeit drängt aber so langsam. Am 1. Oktober startet die Saison für sie mit dem schweren Auswärtsspiel in Bremerhaven.

Ebenfalls am 1. Oktober geht es für die Pointers los, die zur Heimpremiere in der Osthalle Lok Bernau erwarten. Sie sind auch noch auf der Suche nach einem Importspieler - ob der getestete Mihajlo Benic (Slowene) die Kriterien erfüllt, wird sich bald zeigen.

Auch interessant

Kommentare