Gießen 46ers

Playoff-Rückschlag für die Gießen 46ers

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Im Kampf um einen Playoffplatz mussten die Gießen 46ers einen Rückschlag hinnehmen. Gegen Berlin verloren die Hessen mit 96:101. Erst die Nachwuchskräfte verhinderten eine höhere Niederlage.

Gießen darf mit Recht als ein Lieblingsgegner der Albatrosse bezeichnet werden. Aus den letzten 20 Heimspielen gegen Berlin konnten die 46ers nur zwei gewinnen. Ausgerechnet die letzte Begegnung in der Sporthalle Ost ging jedoch an die Mittelhessen. Am Ende der vergangenen Saison glückte der erste Punktgewinn gegen Berlin seit 2003.

Berlin immer mit richtiger Antwort

Gerne hätten die 46ers an diesen Erfolg angeknüpft. Zwei Siege aus den Partien gegen Bayreuth, Bamberg und Berlin hatte Forward Benjamin Lischka als Ziel ausgegeben, um im Playoffkampf nicht den Anschluss zu verlieren. Gingen verletzungsgeplagten 46ers in den zwei Spielen zuvor schlicht die Kräfte zur Neige, spielte Berlin am Sonntagabend seinen Klassenunterschied aus. Zweimal konnten die Gießener das Spiel ausgleichen. Wann immer man sich aber anschickte, die Führung zu übernehmen, fanden die Hauptstädter die richtige Antwort. Davon war bereits das erste Viertel geprägt, in dem die Gäste durch zwei Dreier früh auf 9:3 stellten. Diesem Mini-Rückstand liefen die Lahnstädter konstant hinterher, weshalb es mit 23:26 in den zweiten Abschnitt ging.

In diesen kamen die Hauptstädter zu sechs so schnellen wie einfachen Punkten, denen Max Landis nur einen unter Zeitnot genommenen Halbdistanzwurf entgegenstellte. Kurz darauf handelte sich John Bryant sein drittes persönliches Foul ein: Martin Hermannsson war am Rücken des Centers hängengeblieben, als dieser einen Block abseits des Balls stellte. Zumindest weckte diese Entscheidung die Lebensgeister des Osthallenpublikums, das aus seinem Unmut keinen Hehl machte. Nach vier Punkten in Serie durch Luke Sikma bat 46ers-Coach Ingo Freyer das Team zur Auszeit (30:36, 14.). Aus dieser kamen die 46ers vital heraus und konnten dank Dreiern von Bell und Thomas erstmals seit der Anfangsphase ausgleichen.

Jordan mit unsportlichem Foul

Unsanft hielt Jordan kurz darauf den zum Dreipunktewurf empor gestiegenen Peyton Siva fest. Alba-Coach Alejandro Garcia Reneses forderte mit Nachdruck ein unsportliches Foul. Tatsächlich bemühte das Schiedsrichtergespann den Videobeweis und Siva zu vier Freiwürfen. Unter dem tosenden Lärm der Osthalle fand zwar nur einer sein Ziel. Die nun hitzige Atmosphäre schien aber eher Alba Berlin aufzuwecken. Vor allem Siva selbst schien angestachelt, versenkte einen tiefen Dreier und zwinkerte der Haupttribüne keck zu.

Wichtiger war jedoch, dass die 46ers offensiv zu viel Stückwert produzierten. Vor allem Chambers traf einige unglückliche Entscheidungen. Eineinhalb Minuten vor der Pause brachte Derrick Walton seine Farben erstmals zweistellig in Führung. Die Halbzeit kam so zur richtigen Zeit.

Frust bei Landis

Wirklich etwas ändern sollte sich an der Gemengelage jedoch nicht. Drei Dreier von David Bell in kurzer Folge konnten nicht verhindern, dass Berlin eine konstante Führung behaupten konnte. Die letzte Galligkeit fehlte, während Alba seine offensiven Qualitäten schamlos ausnutzte. "Sie sind gut darin, die Verteidigung zu lesen und offene Schützen zu finden", bestätigte Coach Freyer nach der Partie. Das frustete auch die 46ers, die sich zu häufig mit den Entscheidungen der Unparteiischen auseinandersetzten. Ein technisches und unsportliches Foul von Max Landis ventilierten den Frust. Walton und Sikma stellten auf 97:77.

Am Dienstag in Weißenfels

Erst als der eingewechselte 46ers-Nachwuchsspieler Tim Uhlemann am Brett zum 81:97 ablegte, schien ein Ruck durch Team und Halle zu gehen. Zeitweise standen ausschließlich Eigengewächse und Chambers auf dem Parkett, die von Lischka angeführt einen 6:1-Run starteten und Garcia zur Auszeit zwangen. Unter dem sich abwechselnden Jubel und Pfeifkonzert der 3523 Zuschauer mühten sich die 46ers um ein Comeback in letzter Minute. Die erfahrene Hauptstadttruppe, die bereits am Dienstag wieder im Eurocup gefragt ist, behielt aber die Ruhe.

Um die Hoffnung auf die ersten Playoffs seit 2005 am Leben zu erhalten, gilt es beim Mitteldeutschen BC nun dringend einen Sieg einzufahren. "Wir müssen dort mit der Intensität ins Spiel gehen, die wir auch heute gezeigt haben", so Freyer. Bereits am Dienstag (20.30 Uhr) sind die 46ers in der Weißenfelser Stadthalle gefordert, bevor es in den Allstar-Break geht.

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