Gießens Forward Alen Pjanic (r.) zeigt bei seinem Debüt eine gute Leistung, links Rasheed Lee Moore von den siegreichen Frankfurt Skyliners. FOTO: IMAGO
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Gießens Forward Alen Pjanic (r.) zeigt bei seinem Debüt eine gute Leistung, links Rasheed Lee Moore von den siegreichen Frankfurt Skyliners. FOTO: IMAGO

Gießen 46ers

Nur Niederlagen für die Gießen 46ers beim BBL-Pokal

  • vonFlorian Dörr
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  • Wolfgang Gärtner
    Wolfgang Gärtner
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Nichts zu holen für die Gießen 46ers beim BBL-Pokal in Vechta. Nach dem 70:86 gegen die Frankfurt Skyliners am Samstag folgte am Sonntagabend die 119:123-Niederlage nach Verlängerung gegen die BG Göttingen.

Drei Spiele, drei Niederlagen. Die Gießen 46ers belegten im BBL-Pokal-Qualifikationsturnier in Vechta im Viererpool der Gruppe B den letzten Platz. Den verdienten Einzug in das Top Four sicherte sich die BG Göttingen, die gestern am späten Abend gegen die 46ers nach Verlängerung mit 123:119 gewann. Zu allem Überfluss zog sich Gießens Kapitän Brandon Thomas bei der Niederlage gegen Frankfurt eine Handverletzung zu.

Gleich im zweiten Pflichtspiel der Saison stand die neuformierte Mannschaft der 46ers am Samstag gegen die Frankfurt Skyliners mächtig unter Druck. Nicht allein, weil der Auftakt im BBL-Pokal gegen Gastgeber Rasta Vechta eine Woche zuvor verloren worden war, auch weckte dabei der oft fehlende Zugriff in der Verteidigung düstere Erinnerungen. Ausgerechnet im Hessenderby gegen die für ihre gute Defense bekannten Skyliners sollte es nun besser werden?

Immerhin: Mit der ganz breiten Brust liefen die Jungs aus dem Rhein-Main-Gebiet auch nicht auf. Das Team von Trainer Sebastian Gleim musste auch erst einmal die deutliche Vorwochen-BBL-Pokal-Auftaktpleite gegen die Veilchen aus Göttingen verdauen. Zudem stand Neuzugang Konstantin Konga mit einem Außenbandriss nicht zur Verfügung. Bei den Gießen 46ers feierte derweil Alen Pjanic sein Comeback.

Am Freitag fiel die kurzfristige Entscheidung, dass das 23-jährige Gießener Eigengewächs nach einer Verletzung am unteren Rücken spielt. Gegen die Frankfurter stand Pjanic überraschenderweise gleich in der Startaufstellung und war der Mann der Anfangsphase. Seine sieben Punkte gaben dem Team den nötigen Halt. Bis zur 8. Minute sah es beim 18:13 gut für die 46ers aus, die Skyliners verkürzten den Rückstand aber bis zum Viertelende noch auf einen Punkt (18:19).

Der zweite Abschnitt jedoch offenbarte alte Gießener Schwächen: 28 Punkte durften die Skyliners erzielen, die 46ers nur 18. Vor allem am Ende der zweiten zehn Minuten drehte Matt Mobley auf und traf aus der Distanz. Insgesamt kam der Frankfurter Shootingguard auf 29 Zähler und war damit bester Werfer der Partie. Die Gießener lange Garde mit Brandon Bowman, der auch von außen ein »Händchen« bewies, 17 Punkte markierte sowie neun Rebounds fischte, und Johannes Richter zeigten sich unter den Körben verbessert.

Aber es reichte nicht, um die Rebounddominanz zu erhalten - Frankfurt sicherte sich 41 Abpraller, Gießen nur 32. »Jedes Mal, wenn ich das Gefühl hatte, dass wir wieder rankommen oder hätten wegziehen können auf sechs oder acht Punkte, machen wir jedes Mal zwei Fehler in Folge - meistens in der Offense - wo der Gegner wieder Mut schöpft. Das zieht sich durch die ganze Partie hinweg. Diese individuellen Fehler haben so überhandgenommen, sodass man das Spiel an sich gar nicht richtig greifen kann. Zudem kommt auch in diesem Spiel wieder die mangelnde Reboundarbeit hinzu«, bilanzierte Gießens Trainer Ingo Freyer.

In der zweiten Halbzeit boten die Gießen 46ers genauso wie die Skyliners über weite Strecken schwere Basketball-Kost. Die Ballverluste häuften sich ebenso wie die Unterbrechungen. Auf beiden Seiten waren die Quoten aus der Distanz mies, dennoch versuchten es die Gießen 46ers insgesamt 29-mal von der 6,75-m-Linie - trafen aber nur sieben Würfe davon. Im letzten Viertel stemmten sich die Lahnstädter gegen die drohende Niederlage: Nach den Korblegern von Kapitän Brandon Thomas und Richter schlossen die 46ers in der 37. Minute zum 68:78 auf. Doch der starke Mobley initiierte einen 7:0-Lauf, der den Frankfurtern zum Sieg reichte.

»Wir haben heute einen Schritt nach vorne gemacht. Gießen und wir haben uns gegenüber dem ersten Spieltag steigern können. Wir haben in den richtigen Phasen besser verteidigt, das war für uns der Schlüssel. Unser Spieltempo und unsere Wurfauswahl müssen von Spiel zu Spiel besser werden. Es liegt weiterhin noch viel Arbeit vor uns«, konstatierte Frankfurts Headcoach Gleim.

Dies trifft auch auf die Gießener zu, die bis zum Bundesliga-Saisonstart mit dem Heimspiel am 7. November gegen den Mitteldeutschen BC nun noch zwei Wochen Zeit haben, um weiter an den Defiziten zu arbeiten. Die fasste Gießens Flügelspieler Pjanic, der gegen Göttingen geschont wurde, nach dem Frankfurt-Spiel im Interview bei MagentaSport zusammen: »Wir müssen aus unseren Fehlern lernen und ganz besonders an den Rebounds, Kommunikation und Ball-Movement arbeiten. Alles, was es so braucht.«

Gießen: Hamilton (4), O’Reilly (5), Kraushaar (6), Pjanic (9), Richter (9), Bowman (17, 9 Rebounds), Zylka, Rowsey (5), James JR (7), Thomas (8).

Frankfurt: Mobley (29), Kessens (2), Schoormann, Vrcic (2), Lecomte (11), Moore (12), Murphy (16), Robertson (5), Gudmundsson (7), Völler (2), Meredith.

Gießen: Richter (25), O’Reilly (20), Hamilton 16, James JR (18), Bowman (15), Zylka (14), Kraushaar (6), Rowsey (5), Pjanic, Thomas.

Göttingen: Robinson (21), Nelson (20), Weidemann (19), Odiase (18), Jackson (10), Dawkins (10), Vargas (9), Mönninghoff (7), Kramer (5), Omuvwie (2), Turudic (2).

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