Gießen 46ers

Lischka lässt Gießen 46ers jubeln

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Was für eine Achterbahnfahrt der Gefühle! Die Gießen 46ers steigern sich in Hälfte zwei in einen Spielrausch und lassen beim 84:79 das Brüllen der Löwen aus Braunschweig verstummen.

Der Ball fiel durch das Netz, die Pfeife des Schiedsrichters ertönte, und fast zeitgleich eruptierten Benjamin Lischka und die 3172 Zuschauer in der Sporthalle Ost in einem Jubelschrei: 17 Sekunden vor dem Ende hatte der Forward die Punkte zum 83:79 für die Gießen 46ers erzielt, und die Basketball Löwen Braunschweig sollten an diesem Rückstand nichts mehr ändern können. Letztlich gewannen die 46ers ihren Rückrundenauftakt in der Basketball-Bundesliga mit 84:79 (36:46) – was nach der ersten Hälfte durchaus überraschend war.

Debakel droht

Denn die Gießener konnten gar nicht so schnell gucken, wie sie nach dem Tipoff ins Hintertreffen gerieten: Drei Dreier netzten die Gäste in den ersten drei Minuten ein, zweimal war noch Allstar Scott Eatherton erfolgreich, schon lagen die 46ers mit 4:13 zurück. Nach gerade einmal sechs Minuten verkündeten die Anzeigetafeln den ersten zweistelligen Rückstand (7:18, 6.). Und es wurde kaum besser: Eatherton war im zweiten Viertel gar nicht mehr zu halten. Insgesamt markierte der er 14 Punkte im zweiten Spielabschnitt und half so, dass die Gießener sich zwei Minuten vor der Pause einem 27:45-Rückstand gegenübersahen: Ein Debakel drohte.

9:1-Lauf vor der Pause

Doch war am vergangenen Samstag gegen Würzburg die Phase vor der Pause der negative Knackpunkt aus Sicht der 46ers gewesen, gelang ihnen dieses Mal in den letzten zwei Minuten der ersten Hälfte der Beginn der Wende: Mit einem 9:1-Lauf konnten sie bis zur Pause auf 36:46 verkürzen. "Wenn Braunschweig uns da nicht das Momentum gibt, dann sieht das Spiel anders aus. So etwas gleicht sich in einer Saison immer aus, und dass es sich heute so schnell ausgeglichen hat, ist natürlich schön", freute sich Trainer Ingo Freyer nach Spielende.

Zunächst sah es aber auch nach dem Seitenwechsel noch so aus, als könnten die Braunschweiger die Gießener noch abwehren. Auch Mitte des dritten Viertels lagen die Löwen weiter mit zehn Punkten vorne. Nun gelang es den 46ers aber, Eatherton mehr und mehr aus dem Spiel zu nehmen: Ohne die überragende Leistung des 2,08-Meter-Hünen holte Gießen Punkt um Punkt auf, angeführt von einem stark aufspielenden Jahenns Manigat: Steal, Assist zu einem Dreier von Austin Hollins, Korbleger trotz Foul, verwandelter Bonusfreiwurf, zwei weitere Freiwürfe, ein weiterer Layup zum Ausgleich und die Vorlage zur ersten Führung der Gießener im Spiel, dem 61:58 durch Mauricio Marin – so las sich die Statistik für den Kanadier zwischen der 25. und der 28. Spielminute.

Vorsprung nie größer als drei Punkte

Dennoch blieb die Partie eng. Das glücklichere Ende allerdings hatten die 46ers: "Wir sind an unserer Unerfahrenheit gescheitert", ärgerte sich Löwen-Coach Frank Menz nach dem Spiel. Denn in den letzten sechs Minuten der Partie gelang es Gießen zwar niemals, sich aus der Schlagdistanz zu spielen. Aber Braunschweig schaffte es seinerseits nicht, zumindest einmal auszugleichen und den berühmt-berüchtigten Bock umzustoßen. Nie war der Gießener Vorsprung größer als drei Punkte – und dann kam Benjamin Lischka.

Für die 46ers gibt es nun ein paar Tage Pause: Zunächst steht am Wochenende der BBL-Allstar-Day der in Göttingen an, wo einzig Jamar Abrams als Teilnehmer am Dunk-Contest anreisen wird. Danach könnte eine weitere freie Woche folgen – oder das Hessenderby in Frankfurt. Ob die Skyliners oder Bonn am Pokalwettbewerb teilnehmen, entscheidet sich heute Abend im Spiel der Rheinländer gegen Bremerhaven. Gewinnt Bonn, sind die Baskets für das Pokalviertelfinale qualifiziert und das Hessenderby steigt wie geplant. Bei einer Niederlage wird das Duell zwischen Gießen und Frankfurt auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

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