Die letzten Instruktion von 46ers-Co-Trainer Steven Key erhält Bazoumana Koné vor seinem Debüt in Berlin. (Foto: Vogel)
+
Die letzten Instruktion von 46ers-Co-Trainer Steven Key erhält Bazoumana Koné vor seinem Debüt in Berlin. (Foto: Vogel)

Gießen 46ers

Koné am Anfang nervös

  • vonMartin Vogel
    schließen

Bei so manchem Fan löste die Verpflichtung Kopfschütteln aus: Für den verletzten Thomas Scrubb holten die Gießen 46ers mit Bazoumana Koné einen Guard? Gegen ALBA Berlin gab der Neuzugang sein Debüt für die Bundesliga-Basketballer von der Lahn. Und schlug sich wacker.

Bazoumana Koné machte noch ein paar Fotos mit Fans und trottete dann zurück in Richtung der Kabine der fast menschenleeren Arena am Berliner Ostbahnhof. Sein erstes Spiel im D ress der Gießen 46ers tat weh: Die knappe 84:85-Niederlage gegen ALBA Berlin war nur die letzte in einer ganzen Reihe von knapp verlorenen Spielen gegen die Topteams in der Basketball-Bundesliga für sein neues Team.

Für den 23-Jährigen war der Start in einen neuen Karriereabschnitt aufregend: "Ich war ein bisschen nervös vor dem Spiel", gab Koné zu. Und auch sein Trainer Denis Wucherer schmunzelte: "Die erste Halbzeit hat gezeigt, dass selbst die vermeintlich coolste Sau abseits des Feldes im ersten Spiel im neuen Trikot nervös ist."

Der gebürtige Hamburger, der bei den Gießenern die Nummer sieben auf seiner Spielkleidung trägt, musste lange warten, bis er den ersten Punkt auf seinem Konto hatte: "Er hätte seine Nervosität vielleicht ablegen können, wenn er nach der guten Verteidigungsaktion im ersten Viertel vorne den Korbleger reingemacht hätte", spekulierte Wucherer. Doch stattdessen räumte Berlins Malcolm Miller den Gießener spektakulär ab – anstelle von zwei leichten Punkten für Guard Koné gab es einen Highlight-Spielzug der Berliner.

Im Lauf der Partie steigerte sich der Guard allerdings merklich: "Bazou hat sich dann über seine gute Verteidigung und an der Freiwurflinie Selbstvertrauen erarbeitet", sah Wucherer die Gründe für die Leistungssteigerung des ehemaligen Ludwigsburgers. "Als ich auf dem Feld stand, war die Nervosität weg. Meine Mitspieler haben mich gut integriert und viel mit mir gesprochen, weil ich die Spielsysteme noch nicht so draufhabe."

Dennoch setzte Wucherer auch in den entscheidenden Minuten auf den Neu-Gießener: Zwei Sekunden vor Schluss war es Koné, der per Layup auf 84:85 verkürzte. Im Vergleich zu einem Dreier aus vollem Lauf die wohl risikolosere Variante – aber ein Distanztreffer hätte andererseits den Ausgleich bedeutet.

Dennoch, für den Guard war das Debüt vorerst zufriedenstellend: "Es war ein schönes erstes Spiel. Schade, dass wir es verloren haben." Und auch Wucherer zeigte sich soweit zufrieden: "Für das erste Mal war das okay, er hat sich nahtlos in die Mannschaft eingefügt – aber man hat ihm auch angemerkt, dass er eine Woche Training in den Knochen hatte, die ihm vielleicht auch ein bisschen wehgetan hat."

In Berlin war auch erstmals in Ansätzen zu sehen, wie der Gießener Trainer seine Mannschaft nach der Verletzung von Thomas Scrubb umstellen will: Mit Koné, Joshiko Saibou, Cameron Wells, Skyler Bowlin, Jahenns Manigat und Andreas Obst stehen Trainer Wucherer eine Menge Guards zur Verfügung, die Druck auf den Gegner machen können, und der 46ers-Coach ist gewillt, dieses Potenzial zu nutzen.

Das Spiel der Gießener wird schneller werden, noch variabler – und gegen Göttingen am Samstag (20.30 Uhr, Sporthalle Gießen-Ost) im Optimalfall auch erfolgreicher.

Schließlich möchte Bazoumana Koné nach seinem Heimdebüt auch zwei Punkte und nicht nur ein paar schöne Fotos mit Fans vorweisen können.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare