Gießen 46ers Rackelos

Gießener Rackelos schlagen Spitzenreiter

  • vonJan Sommerlad
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Die Gießen 46ers Rackelos spielen in der Osthalle groß auf und schlagen den Spitzenreiter Elchingen mit 75:70. Zugang Dennis Mavin feiert dabei ein glänzenden Einstand und avanciert zum Topscorer.

Die Gießen 46ers Rackelos haben am Wochenende zwei wichtige Fragen beantwortet: Ist der neue amerikanische Pointguard Dennis Mavin ein adäquater Ersatz für Jeril Taylor, der fortan fest im Bundesligateam der 46ers spielt? – Ja! Und ist der überlegene ProB-Tabellenführer Baskets Elchingen, der die Liga mit sechs Punkten Vorsprung und auch sonst in allen Statistiken anführt, schlagbar? – Ja! Hatten die Mittelhessen in der Hinrunde noch mit 67:90 gegen die Schwaben verloren, so konnten sie den überlegenen Ligaprimus diesmal tatsächlich mit 75:70 (34:36) in der Osthalle besiegen.

"Es war eine unglaubliche Atmosphäre in der Halle, so habe ich das in dieser Saison noch nicht erlebt", sagte Rolf Scholz, der die Rackelos zusammen mit Lutz Mandler coacht: "Und man hat richtig gemerkt, wie dieser Funke auf die Spieler übergesprungen ist." Vor allem auf den 26-jährigen Guard Mavin, der loslegte wie die Feuerwehr und bei seinem Debüt gleich die ersten fünf Gießener Punkte erzielte. Am Ende kam er auf starke 27 Punkte und sechs Rebounds.

Zwar hätten die Trainer ein letztes Mal Taylor einsetzen können. Aber da nur zwei Plätze für Nicht-EU-Ausländer zur Verfügung stehen, entschieden sich die Coaches für Nick Hornsby, damit Durchschlagskraft auf den großen Positionen vorhanden ist, und Mavin, um diesen für die Zukunft zu integrieren – und diese Entscheidung war goldrichtig!

Gemeinsam mit dem wiedergenesenen Bjarne Kraushaar bildete Mavin ein unberechenbares Guard-Duo, das sich in gleichen Teilen die Positionen im Aufbau und als Shootingguard teilte. "Das soll auch in der Zukunft so bleiben, damit wir weniger ausrechenbar sind. Das war ein super erstes Spiel von Dennis", erklärte Scholz.

Trotz des guten Starts kassierten die "kleinen" 46ers aber im ersten Viertel noch einen 0:13-Lauf auf 8:17, und nach einer Viertelstunde bedeutete ein 0:8-Lauf ein 19:32. Zu dominant war das Auftreten des Favoriten in dieser Phase. Aber dann fand Gießen mit einer Zonenverteidigung in die Partie: "Der Schlüssel war, dass wir das Tempo kontrolliert haben. Das war eine gute Mischung aus schnell abschließen und Geschwindigkeit rausnehmen, wenn es sein muss", lobte Scholz die Übersicht der Mannschaft und vor allem der Spielmacher.

Sechs Mavin-Punkte leiteten die Aufholjagd ein, und zur Pause war mit dem 34:36 der Anschluss geschafft. 15 Sekunden nach Beginn der zweiten Halbzeit fiel bereits der Ausgleich – durch Mavin, und fortan entwickelte sich ein emotionales Kopf-an-Kopf-Rennen beider Teams. In der 31. Minute legte Elchingen noch einmal ein 57:51 vor, aber Gießen konterte: 46 Sekunden vor dem Ende führten zwei Freiwürfe von Alen Pjanic zum 71:64 die Vorentscheidung herbei. Zwar sorgten die Baskets mit zwei postwendenden Dreiern zum 70:72 noch einmal für ein bisschen Spannung, aber ganz konnte sie das kleine Rackelos-Polster nicht mehr wegschmelzen.

"Wir haben richtig toll als Kollektiv verteidigt", lobte Scholz seine Jungs, deren Zielsetzung in der Liga sich aber trotz der zahlreichen Erfolge nicht ändern soll: "Wir genießen den Moment, werden aber nichts an der Marschroute verändern. Wir schauen weiterhin von Spiel zu Spiel."

Gießen: Kraushaar (9/2), Pjanic (9), Uhlemann (2), Okpara (5/1), Lischka (6), Schick (9), Mavin (27/1), Vrkas (2), Okao (3), Hornsby (3/1).

Elchingen: Vucica (4), Fekete (2), Köpple, Krstanovic (2), Graves (12), Butler (11), Lescault (9), Petric (3/1), Alispahic, Rozic, Beck (15/2), Kuhn (12).

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